Hämodynamisches Monitoring: Blutdruck & Volumentherapie
Hintergrund
Die Überwachung und Therapie der Herz-Kreislauffunktion sind Grundsäulen der perioperativen anästhesiologischen Behandlung. Das übergeordnete Ziel ist die Aufrechterhaltung der Organfunktionen durch die Sicherstellung von adäquatem Perfusionsdruck, Blutfluss und Sauerstoffangebot.
Hierdurch sollen perioperative Komplikationen verhindert werden, die weiterhin ein großes klinisches Problem darstellen. Eine Optimierung der Herz-Kreislauffunktion kann zu einem langfristig besseren Behandlungsergebnis beitragen und die Sterblichkeit senken.
Die technischen Möglichkeiten zur Überwachung der Hämodynamik wurden in den letzten Jahren deutlich erweitert. Diese Zusammenfassung basiert auf der S1-Leitlinie der AWMF zum intraoperativen hämodynamischen Monitoring bei nicht-kardiochirurgischen Eingriffen.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie weist nachdrücklich darauf hin, bei Lagerungswechseln den Blutdruck engmaschig oder kontinuierlich zu überwachen. Liegt das Referenzniveau des rechten Vorhofs tiefer als die Schädelbasis (z.B. bei sitzender Lagerung), muss der nicht-invasiv gemessene mittlere arterielle Blutdruck um die hydrostatische Druckdifferenz korrigiert werden. Alternativ wird empfohlen, das Referenzniveau der kontinuierlichen Messung auf Höhe der Schädelbasis festzulegen, um den zerebralen Perfusionsdruck korrekt zu erfassen.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt, den mittleren arteriellen Blutdruck (MAP) intraoperativ über 65 mmHg zu halten. Die Blutdrucktherapie soll primär anhand des MAP gesteuert werden.
Bei bestehender Indikation für eine intraarterielle Blutdruckmessung soll die Anlage laut Leitlinie bereits vor der Narkoseeinleitung erfolgen. Dies dient der Vermeidung von unerkannter Hypotension während der Einleitungsphase.
Es wird davon abgeraten, statische Vorlastvariablen wie den zentralvenösen Druck (ZVD) zur Einschätzung der Volumenreagibilität zu verwenden. Stattdessen empfiehlt die Leitlinie dynamische Parameter wie die Pulsdruckvariation.
Eine Echokardiographie soll gemäß Leitlinie bei einer therapierefraktären hämodynamischen Instabilität durchgeführt werden, insbesondere wenn die Ätiologie unklar ist. Sie kann zudem zur Steuerung der hämodynamischen Therapie genutzt werden.
Die Leitlinie warnt davor, die Urinausscheidung isoliert zur Diagnose einer Hypovolämie oder zur hämodynamischen Therapiesteuerung heranzuziehen. Eine Oligurie kann auch andere Ursachen wie einen erhöhten intraabdominellen Druck haben.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: Intraoperative klinische Anwendung von hämodynamischem Monitoring bei nicht-kardiochirurgischen Patient:innen (AWMF). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
Verwandte Leitlinien
Intensivmedizinische Versorgung herzchirurgischer Patienten - Hämodynamisches Monitoring und Herz-Kreislauf
Intravasale Volumentherapie beim Erwachsenen
Empfehlungen zum hämodynamischen Monitoring in der internistischen Intensivmedizin
Intensivpflegerische Versorgung von Patienten-innen mit [Infarktbedingten], kardiogenen Schocks
Infarkt-bedingter kardiogener Schock - Diagnose, Monitoring und Therapie
ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien
AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.
Kostenloses Konto erstellen