Gonarthrose: Prävention, Diagnostik und Therapie
Hintergrund
Die AWMF S3-Leitlinie (2024) definiert die Gonarthrose als degenerative Erkrankung des Kniegelenkes. Sie ist durch eine progressive Zerstörung des Gelenkknorpels unter Mitbeteiligung von Knochen, Kapsel und Muskulatur gekennzeichnet.
Klinisch wird zwischen entzündlichen, aktivierten Phasen und nicht-entzündlichen Phasen unterschieden. Eine aktivierte Arthrose geht häufig mit Überwärmung, Schwellung und Bewegungseinschränkung einher.
Die Prävalenz der Erkrankung steigt mit dem Lebensalter kontinuierlich an. Neben genetischen Faktoren spielen mechanische Belastungen, metabolische Einflüsse und lokale Entzündungsmechanismen eine zentrale Rolle in der Pathogenese.
💡Praxis-Tipp
Ein zentraler Praxis-Hinweis der Leitlinie betrifft die Aufklärung vor Beginn einer Bewegungstherapie. Es wird empfohlen, Betroffene explizit darauf hinzuweisen, dass Gelenkschmerzen zu Beginn des Trainings zunehmen können, eine langfristige Einhaltung des Trainingsplans jedoch essenziell für die Schmerzreduktion ist. Zudem wird aus ökologischen Gründen geraten, nach der Anwendung von topischem Diclofenac die Hände zunächst mit einem Tuch abzuwischen und dieses im Restmüll zu entsorgen, bevor die Hände gewaschen werden.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie ist eine Bildgebung für die initiale Versorgung meist nicht erforderlich. Ein MRT wird nur bei spezifischen Differenzialdiagnosen wie Meniskuszeichen oder unklarer Beschwerdesymptomatik empfohlen.
Die Leitlinie rät von einer alleinigen Arthroskopie mit Lavage oder Débridement bei klinisch und radiologisch gesicherter Gonarthrose ab. Es konnte kein Nutzen gegenüber einer konservativen Therapie nachgewiesen werden.
Es wird primär der Einsatz von topischen NSAR empfohlen. Orale NSAR sollten gemäß Leitlinie nur in der niedrigsten wirksamen Dosis und bei unzureichender Wirkung der topischen Therapie eingesetzt werden.
Aufgrund einer widersprüchlichen Evidenzlage kann die Leitlinie derzeit keine Empfehlung für oder gegen den Einsatz von intraartikulären Hyaluronsäure-Injektionen aussprechen. Die Datenlage lässt keine eindeutigen Schlüsse auf einen klinischen Nutzen zu.
Es wird stark empfohlen, bei der Implantation einer Knieendoprothese auf das Legen einer Drainage zu verzichten. Studien zeigten laut Leitlinie keinen signifikanten Unterschied bei Komplikationen, jedoch einen erhöhten Blutverlust bei liegender Drainage.
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Quelle: S3-Leitlinie Prävention und Therapie der Gonarthrose (AWMF 187-050, 2024) (AWMF / DGOOC / BVOU / DEGAM, 2024). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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