Geriatrisches Assessment Stufe 2: Mobilität & Kognition
Hintergrund
Geriatrische Patientinnen und Patienten sind durch Multimorbidität und funktionelle Einschränkungen charakterisiert. Monodimensionale Ansätze reichen oft nicht aus, um die Selbsthilfefähigkeit und Lebensqualität zu verbessern.
Das geriatrische Assessment der Stufe 2 entspricht dem Basisassessment. Es dient der Identifikation therapierelevanter Beeinträchtigungen (Stufe 2a) und der dimensionsbezogenen Beschreibung ihrer Ausprägung (Stufe 2b).
Die Leitlinie bietet eine evidenzbasierte Entscheidungshilfe für die Auswahl geeigneter Assessment-Instrumente. Ziel ist ein patientenzentrierter Einsatz, der therapeutisch nutzbaren Erkenntnisgewinn bei möglichst geringer Belastung liefert.
💡Praxis-Tipp
Es wird darauf hingewiesen, dass sensorische Defizite wie Seh- und Hörstörungen die Ergebnisse vieler Assessment-Instrumente verfälschen können. Die Leitlinie empfiehlt, vor der Durchführung kognitiver oder motorischer Tests stets die Seh- und Hörfähigkeit orientierend zu überprüfen und gegebenenfalls auf angepasste Instrumente (wie MoCA-HI oder MMSE-blind) zurückzugreifen.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie unterscheidet drei Stufen. Stufe 1 dient der Identifikation geriatrischer Fälle, Stufe 2 (Basisassessment) der Erfassung therapierelevanter Beeinträchtigungen und Stufe 3 der vertiefenden Abklärung.
Bei Verdacht auf leichte kognitive Einschränkungen (MCI) wird der Einsatz des MoCA oder des DemTect empfohlen. Diese Instrumente sind laut Leitlinie in der Früherkennung sensitiver als die klassische MMSE.
Zur pflegebasierten Delir-Erkennung wird die NU-DESC (Nursing Delirium Screening Scale) empfohlen. Alternativ eignet sich der 4AT als schnell durchführbares Instrument ohne speziellen Schulungsbedarf.
Wenn eine Selbsteinschätzung nicht mehr möglich ist, wird die Nutzung von Fremdbeobachtungsskalen empfohlen. Hierzu zählen laut Leitlinie Instrumente wie die BESD-Skala oder die BISAD-Skala.
Zur Erfassung des Risikos für Mangelernährung wird bei geriatrischen Personen besonders die Kurzform des Mini Nutritional Assessment (MNA-SF) empfohlen. Alternativ kann das Nutritional Risk Screening (NRS) eingesetzt werden.
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Quelle: AWMF 084-002: Geriatrisches Assessment der Stufe 2 - Living Guideline (AWMF). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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