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DMP Diabetes mellitus Typ 2: Leitlinie (G-BA)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA) Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Die Diagnose erfordert Nüchtern-Glukose ≥ 7,0 mmol/l, Gelegenheits-Glukose ≥ 11,1 mmol/l oder HbA1c ≥ 6,5 %.
  • Das HbA1c-Ziel wird individuell festgelegt und liegt meist zwischen 6,5 % und 7,5 %, bei Multimorbidität bis 8,5 %.
  • Metformin ist die Erstlinientherapie bei unkompliziertem Verlauf.
  • Bei kardiovaskulären Begleiterkrankungen, Nephropathie oder Herzinsuffizienz werden SGLT2-Inhibitoren oder GLP-1-Rezeptor-Agonisten kombiniert.
  • Regelmäßige Kontrollen von Nierenfunktion (eGFR), Augen und Füßen sind obligatorisch.
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Hintergrund

Als Diabetes mellitus Typ 2 wird die Form des Diabetes bezeichnet, die durch Insulinresistenz in Verbindung mit einem eher relativen als absoluten Insulinmangel gekennzeichnet ist. Die Therapie zielt darauf ab, die Lebenserwartung zu erhöhen, die Lebensqualität zu erhalten und mikro- sowie makrovaskuläre Folgeschäden zu vermeiden.

Diagnostik

Die Diagnose gilt als gesichert, wenn bei typischen Symptomen einer der folgenden Werte erreicht wird. Bei Abwesenheit von Symptomen müssen die Werte an mindestens zwei verschiedenen Tagen bestätigt werden:

ParameterGrenzwert
Nüchtern-Glukose (Plasma)≥ 7,0 mmol/l (≥ 126 mg/dl)
Nicht-Nüchtern-Glukose≥ 11,1 mmol/l (≥ 200 mg/dl)
HbA1c≥ 6,5 % (48 mmol/mol)
oGTT (2h nach 75g Glukose)≥ 11,1 mmol/l (≥ 200 mg/dl)

Therapieziele und Kontrolluntersuchungen

Das HbA1c-Ziel ist individuell festzulegen. Dabei muss ein positives Verhältnis zwischen Nutzen und Schaden (Vermeidung schwerer Hypoglykämien) bestehen:

  • 6,5 % bis 7,5 %: Standardzielbereich für die meisten Patienten.
  • < 6,5 %: Bei jüngeren Patienten im frühen Krankheitsverlauf (unter Lebensstilmodifikation oder Metformin).
  • Bis 8,5 %: Tolerabel bei fortgeschrittenem Alter, Multimorbidität, Hypoglykämiegefährdung oder kurzer Lebenserwartung (Symptomfreiheit steht im Vordergrund).

Folgende ärztliche Kontrolluntersuchungen sind regelmäßig durchzuführen:

UntersuchungIntervall
HbA1c-Messungvierteljährlich, mindestens halbjährlich
Blutdruckmessungvierteljährlich, mindestens halbjährlich
Nierenfunktion (eGFR)mindestens einmal jährlich
Augenärztliche Untersuchungein- oder zweijährlich (risikoabhängig)
Fußinspektionmindestens einmal jährlich (bei Risiko öfter)

Medikamentöse Therapie

Die Auswahl der Wirkstoffe richtet sich nach dem Vorliegen kardiovaskulärer oder renaler Begleiterkrankungen. Metformin bildet in der Regel die Basis der medikamentösen Therapie.

PatientengruppePrimärtherapieTherapieeskalation
Ohne kardiovaskuläre Erkrankung, Nephropathie oder HerzinsuffizienzMetformin+ Sulfonylharnstoff (Glibenclamid/Gliclazid), dann + Basalinsulin
Mit manifester arteriosklerotischer kardiovaskulärer ErkrankungMetformin + Liraglutid oder Empagliflozin+ Basalinsulin
Mit klinisch relevanter Nephropathie (eGFR < 45 oder AKR > 30)Metformin + SGLT2-Inhibitor oder GLP-1-Rezeptor-Agonist+ Basalinsulin
Mit Herzinsuffizienz (LVEF < 40 %)Metformin + Dapagliflozin (nachrangig Empagliflozin)(Metformin bei dekompensierter Herzinsuffizienz kontraindiziert)

Begleit- und Folgeerkrankungen

Arterielle Hypertonie

Ein Blutdruck von < 140/90 mmHg wird angestrebt. Mittel der ersten Wahl sind ACE-Hemmer (bei Unverträglichkeit AT1-Rezeptor-Antagonisten) sowie Thiaziddiuretika. Betablocker kommen bei manifester Herzinsuffizienz oder nach Myokardinfarkt zum Einsatz.

Diabetisches Fußsyndrom

Die Frequenz der Fußinspektion richtet sich nach dem individuellen Risikoprofil:

RisikoprofilInspektionsintervall
Keine sensible Neuropathiemindestens jährlich
Sensible Neuropathiemindestens alle 6 Monate
Neuropathie + pAVK, Fußdeformität oder Z.n. Ulkus/Amputationalle 3 Monate oder häufiger

💡Praxis-Tipp

Bei Patienten mit Herzinsuffizienz (LVEF < 40 %) sollte primär und unabhängig vom HbA1c-Wert eine Kombinationstherapie aus Metformin und Dapagliflozin oder Empagliflozin initiiert werden.

Häufig gestellte Fragen

Die Diagnose kann ab einem HbA1c-Wert von ≥ 6,5 % (48 mmol/mol) gestellt werden. Bei fehlenden Symptomen sind wiederholte Messungen an zwei verschiedenen Tagen erforderlich.
Grundsätzlich mindestens einmal jährlich. Bei Vorliegen einer sensiblen Neuropathie alle 6 Monate, bei zusätzlicher pAVK oder Zustand nach Ulkus alle 3 Monate oder häufiger.
In der Regel wird ein Blutdruckwert von unter 140/90 mmHg angestrebt.
Laut Richtlinie ist die Kombinationstherapie mit Metformin bei Vorliegen einer dekompensierten Herzinsuffizienz kontraindiziert.

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