Frühgeburt: Prävention, Tokolyse und Lungenreife

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AWMF|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die AWMF-Leitlinie definiert die Frühgeburt als eine Entbindung vor 37+0 Schwangerschaftswochen (SSW). Sie trägt wesentlich zur perinatalen Morbidität und Mortalität bei und ist einer der Hauptrisikofaktoren für verlorene Lebensjahre aufgrund von Krankheit oder Behinderung.

Etwa zwei Drittel aller Frühgeburten sind die Folge vorzeitiger Wehentätigkeit mit oder ohne frühen vorzeitigen Blasensprung (PPROM). Die Ätiologie ist multifaktoriell und umfasst unter anderem bakterielle Inflammationen, deziduale Blutungen, eine gestörte materno-fetale Immuntoleranz oder eine Überdehnung des Myometriums.

Verschiedene pathophysiologische Signalwege aktivieren einen gemeinsamen Wirkmechanismus. Dieser äußert sich klinisch in einer vorzeitigen Wehentätigkeit und der Eröffnung des Muttermundes, was gezielte präventive und therapeutische Ansätze erfordert.

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💡Praxis-Tipp

Laut Leitlinie wird von einer kontinuierlichen intravenösen Tokolyse mit Betasympathomimetika oder Magnesiumsulfat aufgrund des ungünstigen Nebenwirkungsprofils und fehlender Evidenz abgeraten. Zudem wird betont, dass bei symptomatischen Patientinnen mit einer Zervixlänge über 30 mm und negativem Fibronektintest auf eine Steroidgabe verzichtet werden sollte, da das Risiko einer Entbindung innerhalb von 7 Tagen äußerst gering ist.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie empfiehlt die Messung bei symptomatischen Schwangeren mit vorzeitigen Wehen sowie bei asymptomatischen Frauen mit Risikofaktoren wie einer vorangegangenen Frühgeburt. Ein generelles Screening bei asymptomatischen Schwangeren ohne Risikofaktoren wird nicht empfohlen.

Es wird der Einsatz von Nifedipin, Atosiban oder Indometacin empfohlen. Das Ziel der Tokolyse ist eine Schwangerschaftsverlängerung um 48 Stunden, um die Lungenreifeinduktion und einen in-utero-Transfer zu ermöglichen.

Die Leitlinie empfiehlt die intramuskuläre Gabe von zweimal 12 mg Betamethason im Abstand von 24 Stunden. Alternativ kann Dexamethason in vier Dosen zu je 6 mg alle 12 Stunden verabreicht werden.

Ja, bei einem PPROM zwischen 24+0 und 33+6 SSW wird eine antibiotische Therapie empfohlen, um die maternale und neonatale Morbidität zu senken. Ein spezifisches Regime wird nicht zwingend vorgeschrieben, häufig wird jedoch Ampicillin gefolgt von Amoxicillin eingesetzt.

Wenn eine Frühgeburt vor 32+0 SSW unmittelbar bevorsteht, kann laut Leitlinie die intravenöse Applikation von Magnesiumsulfat erwogen werden. Dies dient dem Schutz des kindlichen Gehirns und senkt das Risiko für eine infantile Zerebralparese.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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