Fertilitätserhalt bei Onkologie: Leitlinien-Empfehlung
Hintergrund
Die AWMF-Leitlinie behandelt den Fertilitätserhalt bei onkologischen Erkrankungen. Durch verbesserte Krebstherapien steigen die Überlebensraten kontinuierlich an. Jedoch gehen Operationen, Chemo- und Strahlentherapien häufig mit einer erheblichen Gonadotoxizität einher.
Der drohende Verlust der Fruchtbarkeit stellt für Betroffene eine massive psychische Belastung dar. Die Leitlinie betont, dass die Aufklärung über fertilitätserhaltende Maßnahmen ein integraler Bestandteil der onkologischen Behandlung sein soll.
Die Auswahl der geeigneten Methode hängt vom Alter, der Grunderkrankung, der geplanten Therapie und dem zur Verfügung stehenden Zeitfenster ab. Eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Onkologie und Reproduktionsmedizin ist hierbei essenziell.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie betont, dass eine ovarielle Stimulation zur Eizellgewinnung bei Mammakarzinom-Patientinnen die onkologische Prognose nicht verschlechtert. Es wird darauf hingewiesen, dass bei hormonrezeptorpositiven Tumoren eine Ko-Stimulation mit Aromataseinhibitoren erfolgen kann, um die Östradiolspiegel niedrig zu halten. Zudem wird hervorgehoben, dass die Kryokonservierung von Spermien bei Männern zwingend vor der ersten therapeutischen Maßnahme (z.B. Ablatio testis) erfolgen sollte.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie nimmt die ovarielle Stimulation etwa zwei Wochen in Anspruch. Es wird darauf hingewiesen, dass das Protokoll zyklusunabhängig ("random start") begonnen werden kann, um den Beginn der Krebstherapie nicht unnötig zu verzögern.
Die Leitlinie stellt fest, dass GnRH-Agonisten nicht als alleinige Maßnahme zur Fertilitätsprotektion ausreichen. Es wird empfohlen, diese nur in Kombination mit anderen Verfahren wie der Kryokonservierung anzubieten.
Bei präpubertären Mädchen ist die Kryokonservierung von Ovarialgewebe laut Leitlinie die einzige Möglichkeit. Für präpubertäre Jungen wird die Entnahme von Hodengewebe zur Kryokonservierung von Stammzellen als experimenteller Ansatz beschrieben.
Die Leitlinie erwähnt, dass eine Unterbrechung der endokrinen Therapie zur Verwirklichung des Kinderwunsches diskutiert werden soll. Aktuelle Studiendaten deuten darauf hin, dass dies nach 18 bis 30 Monaten Behandlungsdauer kurzfristig sicher ist.
Das Risiko hängt laut Leitlinie stark von der Tumorentität ab. Während es bei Leukämien als sehr hoch gilt, wird es bei Mammakarzinomen oder Lymphomen als geringer, aber nicht völlig ausgeschlossen eingestuft.
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Quelle: Fertilitätserhalt bei onkologischen Erkrankungen (AWMF). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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