IQWiG2022

Feldenkrais: Therapie bei Parkinson und Rückenschmerz

Diese Leitlinie stammt aus 2022 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2022)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Beweglichkeitsstörungen können die Funktionen des Bewegungsapparates deutlich einschränken und zu einer verminderten Lebensqualität führen. Häufige Ursachen sind Erkrankungen aus den Bereichen Orthopädie und Neurologie, wie beispielsweise chronische Rückenschmerzen oder die Parkinson-Krankheit.

Die Feldenkrais-Methode ist eine entwicklungsorientierte Lernmethode, die Bewegung und Denken verbinden soll. Sie wird in zwei Formaten angeboten: als Gruppenintervention ("Bewusstheit durch Bewegung") und als Einzelintervention ("Funktionale Integration"). Ziel ist es, schädliche Bewegungsgewohnheiten zu erkennen und die funktionale Beweglichkeit zu verbessern.

Der vorliegende Bericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) untersucht den Nutzen der Feldenkrais-Methode als therapeutische Maßnahme bei bestehenden Beweglichkeitsstörungen. Präventive Ansätze sind nicht Gegenstand dieser Bewertung.

Empfehlungen

Der IQWiG-Bericht fasst die Evidenz zur Feldenkrais-Methode bei verschiedenen Indikationen zusammen. Insgesamt weisen alle eingeschlossenen Studien ein hohes Verzerrungspotenzial auf.

Parkinson-Krankheit

Laut Bericht gibt es für Betroffene mit Parkinson-Krankheit einen Anhaltspunkt für einen höheren Nutzen der Feldenkrais-Methode im Vergleich zu einem passiven Bildungsprogramm. Dieser Nutzen zeigt sich in:

  • einer Verbesserung der Beweglichkeit am Therapieende

  • einer Erhöhung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität

Chronische Schmerzen im unteren Rückenbereich

Für diese Indikation ist die Evidenzlage beim Vergleich mit aktiven Strategien uneinheitlich:

  • Gegenüber einem Bildungsprogramm mit Rumpfstabilitätsübungen wird ein Anhaltspunkt für einen höheren Nutzen hinsichtlich Beweglichkeit und Lebensqualität am Therapieende beschrieben.

  • Im Vergleich zu einer klassischen Rückenschule zeigt sich laut Bericht ein Anhaltspunkt für eine Schmerzverringerung durch Feldenkrais.

  • Gleichzeitig gibt es im Vergleich zur Rückenschule einen Anhaltspunkt für einen geringeren Nutzen in Bezug auf die Lebensqualität nach 3 Monaten.

Weitere Indikationen und Sicherheit

Für die Indikationen Multiple Sklerose, Nacken-Schulter-Beschwerden und kognitive Beeinträchtigungen kann der Bericht keinen Anhaltspunkt für einen Nutzen ableiten.

Hinsichtlich der Sicherheit der Methode stellt der Bericht fest, dass in den Studien keine Angaben zu unerwünschten Ereignissen oder Todesfällen gemacht wurden. Eine vollständige Nutzen-Schaden-Abwägung ist laut IQWiG daher nicht möglich.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Der IQWiG-Bericht weist darauf hin, dass der Markenschutz der Feldenkrais-Methode (®) bei Patientinnen und Patienten fälschlicherweise als Nachweis für medizinische Sicherheit und Wirksamkeit interpretiert werden kann. Es wird betont, dass Behandelnde über die begrenzte Evidenzlage und die in der Regel selbst zu tragenden Kosten aufklären sollten, um unrealistische Erwartungen zu vermeiden.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG-Bericht übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für die Feldenkrais-Methode als therapeutische Maßnahme in der Regel nicht. Eine Erstattung erfolgt meist nur in Ausnahmefällen oder anteilig im Rahmen von Präventions- und Bonusprogrammen.

Der Bericht ermittelt einen Anhaltspunkt für einen Nutzen der Feldenkrais-Methode bei der Parkinson-Krankheit. Im Vergleich zu passiven Vorträgen zeigten sich Verbesserungen bei der Beweglichkeit und der Lebensqualität.

Der IQWiG-Bericht kann diese Frage nicht abschließend beantworten, da entsprechende direkte Vergleichsstudien mit umfangreicher Physiotherapie fehlen. Im Vergleich zu einer Rückenschule zeigte sich ein uneinheitliches Bild mit leichten Vorteilen bei der Schmerzreduktion, aber Nachteilen bei der Lebensqualität.

In den vom IQWiG ausgewerteten Studien wurden keine Daten zu unerwünschten Ereignissen erhoben. Aufgrund des nicht-invasiven Charakters der Methode wird jedoch von einem eher geringen Schadenspotenzial ausgegangen.

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Quelle: IQWiG HT20-05: Störungen der Beweglichkeit: Hilft die Feldenkrais-Methode? (IQWiG, 2022). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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