Musiktherapie in der Onkologie: Nutzen und Indikation
Hintergrund
Eine Krebserkrankung und die damit verbundenen Behandlungen stellen für Betroffene oft ein existenziell bedrohliches Lebensereignis dar. Neben den körperlichen Beschwerden geht die Erkrankung häufig mit einer massiven Verminderung der Lebensqualität und starken psychischen Belastungen einher.
Der IQWiG-HTA-Bericht HT17-02 untersucht, ob eine begleitende Musiktherapie zu besseren Behandlungsergebnissen bei erwachsenen Krebspatienten beitragen kann. Die Musiktherapie wird dabei als psychotherapeutisch ausgerichtete Intervention definiert, die den gezielten Einsatz von Musik im Rahmen einer therapeutischen Beziehung umfasst.
Die Therapie kann rezeptiv (Musikhören) oder aktiv (Musikmachen) erfolgen und beinhaltet in der Regel die anschließende verbale Aufarbeitung des Erlebten. Im deutschen Gesundheitssystem ist die Musiktherapie im stationären und rehabilitativen Bereich verankert, gehört im ambulanten Sektor jedoch meist nicht zu den Regelleistungen der gesetzlichen Krankenkassen.
💡Praxis-Tipp
Laut IQWiG-Bericht beschränkt sich die nachgewiesene Wirksamkeit der Musiktherapie in der Onkologie primär auf kurzfristige psychologische Effekte direkt nach den Sitzungen. Es wird betont, dass die Intervention zwingend eine therapeutische Beziehung erfordert und nicht mit dem reinen passiven Musikhören (Musikmedizin) gleichzusetzen ist. Für anhaltende psychiatrische Diagnosen wie eine klinische Depression liegt keine befürwortende Evidenz vor.
Häufig gestellte Fragen
Im ambulanten Bereich gehört die Musiktherapie laut Bericht in der Regel nicht zu den erstattungsfähigen Regelleistungen der gesetzlichen Krankenkassen. Im stationären und rehabilitativen Setting sind die Kosten hingegen meist über Fallpauschalen (DRG) oder Rehabilitationskataloge abgedeckt.
Der IQWiG-Bericht konnte keinen Anhaltspunkt für einen Nutzen der Musiktherapie in Bezug auf den Endpunkt Schmerz feststellen. Die nachgewiesenen positiven Effekte beschränken sich primär auf die psychische Begleitsymptomatik wie Angst oder Fatigue.
Die Musiktherapie erfordert laut Definition den gezielten Einsatz von Musik im Rahmen einer therapeutischen Beziehung durch ausgebildete Therapeuten. Die Musikmedizin umfasst hingegen lediglich die passive Rezeption von Musik mit gesundheitsbezogener Intention, ohne dass ein strukturierter therapeutischer Prozess stattfindet.
Die Intervention wird im Bericht als nicht invasiv und ethisch weitgehend unbedenklich eingestuft. Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse, die direkt durch die Therapie ausgelöst wurden, sind in den untersuchten Studien nicht belegt.
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Quelle: IQWiG HT17-02: Krebs: Kann eine begleitende Musiktherapie zu besseren Behandlungsergebnissen beitragen? (IQWiG, 2019). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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