IQWiG2021Neurologie

Essentieller Tremor: TK-MRgFUS im Vergleich zur THS

Diese Leitlinie stammt aus 2021 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2021)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der IQWiG-Bericht H20-05 bewertet den transkranialen Magnetresonanz-gesteuerten fokussierten Ultraschall (TK-MRgFUS) zur Behandlung des essenziellen Tremors. Die Methode zielt auf eine inzisionslose thermische Läsion im Gehirn ab.

Laut Bewertung kommt das Verfahren für Personen mit medikamentenrefraktärem essenziellem Tremor infrage, bei denen eine einseitige Behandlung ausreicht. Dabei wird zwischen zwei Patientengruppen unterschieden.

Population A umfasst Betroffene, für die eine Tiefe Hirnstimulation (THS) nicht oder noch nicht infrage kommt. Population B schließt Personen ein, die grundsätzlich für eine THS geeignet wären.

Empfehlungen

Der Bericht formuliert folgende zentrale Bewertungsergebnisse zur Wirksamkeit und Sicherheit der Methode:

Population A (ohne THS-Indikation)

Für Patientinnen und Patienten, die nicht für eine Tiefe Hirnstimulation infrage kommen, lässt die TK-MRgFUS-Behandlung laut IQWiG einen Nutzen erkennen. Die Bewertung stützt sich auf eine randomisierte kontrollierte Studie (RCT), die das Verfahren mit einer Sham-Behandlung verglich.

Es zeigten sich signifikante Vorteile zugunsten des Ultraschallverfahrens in folgenden Bereichen:

  • Reduktion der Tremorsymptomatik

  • Verbesserung der Aktivitäten des täglichen Lebens (ADL)

  • Steigerung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität

  • Globale Bewertung des Krankheitsbildes

Population B (mit THS-Indikation)

Für Personen, die für eine THS infrage kommen, bleibt der Nutzen der TK-MRgFUS-Behandlung im Vergleich zur unilateralen THS unklar. Es liegen keine direkten randomisierten Vergleichsstudien vor.

Auf Basis retrospektiver Kohortenstudien und indirekter Vergleiche lässt sich weder ein höherer, vergleichbarer noch geringerer Nutzen ableiten. Die Methode wird in dieser Gruppe jedoch als weder schädlich noch unwirksam eingestuft.

Vergleich der Evidenzlage

PopulationVergleichsinterventionEvidenzgrundlageIQWiG-Fazit zum Nutzen
Population A (THS nicht indiziert)Sham-Behandlung / Konservativ1 RCTNutzen belegt
Population B (THS indiziert)Unilaterale Tiefe Hirnstimulation (THS)Retrospektive Kohorten, indirekte VergleicheNutzen unklar

Unerwünschte Ereignisse

Laut Bericht treten unter der TK-MRgFUS-Therapie spezifische unerwünschte Ereignisse auf. Dazu zählen vor allem Gangunsicherheiten, Ataxien, Parästhesien und Taubheitsgefühle. Bei Population A überwiegen diese Risiken jedoch nicht die festgestellten Vorteile der Behandlung.

Kontraindikationen

Laut IQWiG-Bericht gelten unter anderem folgende Kontraindikationen für die TK-MRgFUS-Behandlung:

  • Fehlende MRT-Tauglichkeit (z. B. Allergien gegen Kontrastmittel, nicht MRT-kompatible Implantate)

  • Fortgeschrittene Nierenerkrankungen

  • Instabiler Herzstatus oder schwere Hypertonie

  • Abnormale Blutungen oder Koagulopathien

  • Zerebrovaskuläre Erkrankungen und aktuelle Hirntumoren

  • Unfähigkeit, die 3- bis 4-stündige Behandlung in stationärer Position zu tolerieren

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Laut IQWiG-Bewertung ist bei der Indikationsstellung streng zwischen Patienten mit und ohne Eignung für eine Tiefe Hirnstimulation (THS) zu differenzieren. Während der Nutzen des fokussierten Ultraschalls bei fehlender THS-Option als belegt gilt, ist die Überlegenheit oder Gleichwertigkeit gegenüber der etablierten THS bei geeigneten Kandidaten derzeit nicht durch hochwertige Studien gesichert.

Häufig gestellte Fragen

Die Methode eignet sich laut Bericht für Personen mit medikamentenrefraktärem essenziellem Tremor, bei denen eine einseitige Behandlung ausreicht. Besonders relevant ist sie für Betroffene, für die eine Tiefe Hirnstimulation nicht infrage kommt.

Der IQWiG-Bericht stellt fest, dass der Nutzen im direkten Vergleich zur unilateralen Tiefen Hirnstimulation unklar ist. Es fehlen derzeit aussagekräftige randomisierte Studien, die eine Überlegenheit oder Gleichwertigkeit belegen könnten.

Als häufigste unerwünschte Ereignisse nennt die Bewertung Gangunsicherheiten, Ataxien, Parästhesien und Taubheitsgefühle. Diese wurden in den Studien meist als milde bis moderate Beeinträchtigungen eingestuft.

Laut den im Bericht zitierten Angaben müssen die Behandelten in der Lage sein, eine stationäre Position im MRT für etwa 3 bis 4 Stunden zu tolerieren.

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Quelle: IQWiG H20-05: Transkranialer Magnetresonanz-gesteuerter fokussierter Ultraschall zur Behandlung des essenziellen Tremors - Bewertung gemäß §137h SGB V (IQWiG, 2021). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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