IQWiG2021Psychiatrie

Esketamin: Dosierung bei therapieresistenter Depression

Diese Leitlinie stammt aus 2021 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2021)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der vorliegende Bericht des IQWiG bewertet den Zusatznutzen von Esketamin in Kombination mit einem SSRI oder SNRI. Das Anwendungsgebiet umfasst erwachsene Personen mit therapieresistenter Major Depression.

Eine Therapieresistenz wird definiert als fehlendes Ansprechen auf mindestens zwei unterschiedliche Behandlungen mit Antidepressiva in der aktuellen mittelgradigen bis schweren depressiven Episode.

Laut Bericht leiden Betroffene unter einem hohen Leidensdruck, der sich durch verlängerte Episoden, häufigere Krankenhausaufenthalte und ein erhöhtes Suizidrisiko äußert. Es besteht ein medizinischer Bedarf an Therapien mit schnellerem Wirkeintritt.

Empfehlungen

Der Bericht formuliert folgende Kernaussagen zur Bewertung und Anwendung:

Zusatznutzen

Der IQWiG-Bericht kommt zu dem Schluss, dass ein Zusatznutzen von Esketamin nicht belegt ist.

Die vom pharmazeutischen Unternehmer vorgelegten Studien weisen eine zu kurze Studiendauer von vier Wochen auf. Für eine adäquate Bewertung werden laut Bericht sechs Wochen für die Akuttherapie und sechs Monate für die Erhaltungstherapie gefordert.

Zudem wurde die zweckmäßige Vergleichstherapie in den Studien nicht adäquat umgesetzt. Ein Wechsel der antidepressiven Monotherapie auf eine andere Substanzklasse war nicht gewährleistet.

Anwendung und Überwachung

Die Anwendung von Esketamin erfolgt als Nasenspray durch die behandelte Person selbst, jedoch zwingend unter direkter Aufsicht von medizinischem Fachpersonal.

Der Bericht nennt folgende Vorgaben zur Überwachung:

  • Messung des Blutdrucks vor der Anwendung

  • Erneute Blutdruckkontrolle etwa 40 Minuten nach der Anwendung

  • Überwachung auf Sedierung und Dissoziation, bis eine klinische Stabilität für die Entlassung erreicht ist

Warnhinweise

Es wird auf das Risiko von vorübergehenden Blutdruckanstiegen, Sedierung und dissoziativen Symptomen hingewiesen.

Zudem wird betont, dass die Verkehrstüchtigkeit am Tag der Anwendung bis zum folgenden Tag nach einem erholsamen Schlaf stark beeinträchtigt ist.

Dosierung

Der Bericht zitiert die Fachinformation mit folgenden Dosierungsempfehlungen für die Kombination mit einem SSRI oder SNRI:

BehandlungsphaseErwachsene < 65 JahreErwachsene ≥ 65 Jahre
Induktion (Woche 1-4)Tag 1: 56 mg. Danach: 56 oder 84 mg (2-mal wöchentlich)Tag 1: 28 mg. Danach: 28, 56 oder 84 mg (2-mal wöchentlich)
Erhaltung (Woche 5-8)56 oder 84 mg (1-mal wöchentlich)28, 56 oder 84 mg (1-mal wöchentlich)
Erhaltung (ab Woche 9)56 oder 84 mg (alle 2 Wochen oder 1-mal wöchentlich)28, 56 oder 84 mg (alle 2 Wochen oder 1-mal wöchentlich)

Dosisänderungen bei älteren Personen sollen in Schritten von 28 mg erfolgen. Nach Eintritt einer Besserung wird eine Fortsetzung der Behandlung über mindestens sechs Monate empfohlen.

Kontraindikationen

Laut Bericht ist Esketamin bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder Ketamin kontraindiziert.

Eine absolute Kontraindikation besteht für Personen, bei denen ein Anstieg des Blutdrucks oder des intrakraniellen Drucks ein schwerwiegendes Risiko darstellt.

Dazu zählen:

  • Personen mit Gefäßaneurysma

  • Personen mit intrazerebraler Blutung in der Anamnese

  • Kürzlich (innerhalb der letzten 6 Wochen) erfolgte kardiovaskuläre Ereignisse einschließlich Myokardinfarkt

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein zentraler Aspekt bei der Anwendung von Esketamin ist das Risiko eines substanziellen Blutdruckanstiegs, der etwa 40 Minuten nach der Gabe seinen Höhepunkt erreicht. Es wird dringend empfohlen, den Blutdruck vor der Gabe und 40 Minuten danach zu kontrollieren und die behandelte Person erst nach klinischer Stabilisierung zu entlassen.

Häufig gestellte Fragen

Die Initialdosis beträgt bei Erwachsenen unter 65 Jahren 56 mg und bei älteren Personen 28 mg. In der vierwöchigen Induktionsphase erfolgt die Gabe zweimal wöchentlich, gefolgt von einer Erhaltungsphase mit reduzierter Frequenz.

Der IQWiG-Bericht bemängelt, dass die vorgelegten Studien mit vier Wochen zu kurz für die Bewertung einer Erhaltungstherapie waren. Zudem wurde die vom Gemeinsamen Bundesausschuss geforderte zweckmäßige Vergleichstherapie nicht korrekt umgesetzt.

Es wird eine Überwachung des Blutdrucks vor und etwa 40 Minuten nach der Anwendung gefordert. Zudem muss auf Sedierung und Dissoziation geachtet werden, bis eine Entlassung medizinisch vertretbar ist.

Bei einem erhöhten Ausgangsblutdruck wird eine vorherige medikamentöse Einstellung empfohlen. Wenn ein Blutdruckanstieg ein schwerwiegendes Risiko darstellt, wie nach einem kürzlichen Myokardinfarkt, ist das Medikament kontraindiziert.

Laut den im Bericht zitierten Vorgaben wird empfohlen, die Behandlung nach Eintritt einer Besserung der depressiven Symptome über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten fortzusetzen.

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Quelle: IQWiG A21-24: Esketamin (Depression) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2021). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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