Esketamin bei therapieresistenter Depression: IQWiG
Hintergrund
Der IQWiG-Bericht A23-18 bewertet den Zusatznutzen von Esketamin in Kombination mit einem SSRI oder SNRI. Das Anwendungsgebiet umfasst Erwachsene mit therapieresistenter Major Depression.
Voraussetzung für die Behandlung ist, dass die Betroffenen in der aktuellen mittelgradigen bis schweren depressiven Episode auf mindestens zwei unterschiedliche Therapien mit Antidepressiva nicht angesprochen haben.
Die Bewertung erfolgt im Rahmen der frühen Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V nach Ablauf einer vorherigen Befristung. Hierfür reichte der pharmazeutische Unternehmer neue Daten aus der ESCAPE-TRD-Studie ein.
Empfehlungen
Zweckmäßige Vergleichstherapie
Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) legte eine Therapie nach ärztlicher Maßgabe als Vergleichstherapie fest. Laut Bewertung stehen dabei folgende Optionen zur Auswahl:
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Augmentation mit Lithium oder Quetiapin retard
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Kombination mit einem zweiten Antidepressivum
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Elektrokonvulsionstherapie (EKT)
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Wechsel der antidepressiven Monotherapie auf eine andere Substanzklasse
Zusätzlich umfasst das Therapiekonzept laut G-BA auch psychotherapeutische Verfahren.
Bewertung der Studienlage
Der pharmazeutische Unternehmer legte die randomisierte, offene Studie ESCAPE-TRD vor. Diese verglich Esketamin mit Quetiapin retard, jeweils in Kombination mit einem SSRI oder SNRI.
Das IQWiG bemängelt, dass die zweckmäßige Vergleichstherapie in dieser Studie nicht adäquat umgesetzt wurde. Es wird kritisiert, dass unklar bleibt, warum ausschließlich Quetiapin retard als Vergleich gewählt wurde.
Andere relevante Optionen wie eine Kombinationstherapie oder EKT blieben unberücksichtigt. Zudem ist laut Bericht nicht ersichtlich, in welchem Umfang psychotherapeutische Maßnahmen zur Unterstützung in Anspruch genommen wurden.
Fazit zum Zusatznutzen
Aufgrund der unzureichenden Umsetzung der Vergleichstherapie zieht das IQWiG die ESCAPE-TRD-Studie nicht für die Nutzenbewertung heran. Die abschließende Bewertung stellt sich wie folgt dar:
| Patientengruppe | Ausmaß des Zusatznutzens |
|---|---|
| Erwachsene mit therapieresistenter Major Depression | Zusatznutzen nicht belegt |
Da keine geeigneten Daten vorliegen, ergibt sich kein Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen. Über den endgültigen Zusatznutzen beschließt der G-BA.
💡Praxis-Tipp
Der IQWiG-Bericht verdeutlicht, dass bei der therapieresistenten Depression eine rein medikamentöse Betrachtung gegen nur einen Komparator (wie Quetiapin retard) oft nicht ausreicht. Es wird betont, dass eine leitliniengerechte Therapie nach ärztlicher Maßgabe stets auch Alternativen wie die Kombination zweier Antidepressiva, die Elektrokonvulsionstherapie sowie psychotherapeutische Verfahren umfassen sollte.
Häufig gestellte Fragen
Laut IQWiG-Bericht ist ein Zusatznutzen von Esketamin in Kombination mit einem SSRI oder SNRI nicht belegt. Grund dafür ist das Fehlen geeigneter Studiendaten, die das Medikament gegen die vom G-BA festgelegte zweckmäßige Vergleichstherapie testen.
Der G-BA definiert hierfür eine Therapie nach ärztlicher Maßgabe. Diese umfasst Optionen wie die Augmentation mit Lithium oder Quetiapin, die Kombination zweier Antidepressiva, einen Wirkstoffwechsel oder die Elektrokonvulsionstherapie, ergänzt durch Psychotherapie.
Die Studie verglich Esketamin ausschließlich mit Quetiapin retard. Laut Bewertung reicht diese Single-Komparator-Studie nicht aus, da sie andere wichtige Therapieoptionen und die psychotherapeutische Versorgung nicht ausreichend abbildet.
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Quelle: IQWiG A23-18: Esketamin (therapieresistente Major Depression) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2023). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.