Esketamin bei therapieresistenter Depression: IQWiG A23-75
Hintergrund
Der IQWiG-Bericht A23-75 bewertet den Zusatznutzen von Esketamin in Kombination mit einem SSRI oder SNRI. Die Indikation umfasst erwachsene Personen mit einer therapieresistenten Major Depression.
Diese müssen in der aktuellen mittelgradigen bis schweren depressiven Episode auf mindestens zwei unterschiedliche Therapien mit Antidepressiva nicht angesprochen haben. Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss eine Therapie nach ärztlicher Maßgabe festgelegt.
Die Bewertung basiert maßgeblich auf den Daten der randomisierten, kontrollierten Studie ESCAPE-TRD. Hierbei wurde Esketamin mit einer Augmentation durch Quetiapin retard verglichen.
Empfehlungen
Der Bericht formuliert folgende zentrale Ergebnisse zur Wirksamkeit und Sicherheit:
Wirksamkeit und Symptomkontrolle
Laut IQWiG zeigen die Studiendaten statistisch signifikante Vorteile für die Esketamin-Kombinationstherapie. Dies betrifft verschiedene patientenrelevante Endpunkte im Vergleich zur Quetiapin-Augmentation.
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Höhere Raten an Remission und Ansprechen (gemessen mittels MADRS)
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Bessere Ergebnisse bei der funktionalen Remission (SDS)
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Überlegenheit bei der Linderung der allgemeinen depressiven Symptomatik (PHQ-9, QLDS)
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Verbesserungen beim Gesundheitszustand (EQ-5D VAS) und der psychischen Lebensqualität (SF-36v2)
Vergleich der Therapiearme
Die Auswertung der Endpunkte zeigt deutliche Unterschiede zwischen den Behandlungsarmen.
| Endpunkt-Kategorie | Esketamin + SSRI/SNRI | Quetiapin + SSRI/SNRI |
|---|---|---|
| Remission und Ansprechen | Signifikant höhere Raten | Niedrigere Raten |
| Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SUEs) | Seltener beobachtet | Häufiger beobachtet |
| Erkrankungen des Nervensystems (UEs) | Häufiger beobachtet | Seltener beobachtet |
| Psychiatrische Erkrankungen (UEs) | Häufiger beobachtet | Seltener beobachtet |
Bewertung der Evidenz
Das IQWiG stuft das Verzerrungspotenzial für alle Endpunkte als hoch ein. Gründe hierfür sind das offene Studiendesign bei subjektiver Endpunkterhebung sowie hohe und diskrepante Raten an fehlenden Werten.
Zudem bleibt unklar, ob die Quetiapin-Augmentation die zweckmäßige Vergleichstherapie vollständig abbildet. Daher können aus den Daten maximal Anhaltspunkte für einen Zusatznutzen abgeleitet werden.
💡Praxis-Tipp
Bei der Interpretation der ESCAPE-TRD-Studie wird auf ein hohes Verzerrungspotenzial hingewiesen. Dies resultiert unter anderem aus deutlich höheren Studienabbruchraten im Quetiapin-Arm (32 %) im Vergleich zum Esketamin-Arm (19 %). Es wird betont, dass die fehlende Verblindung bei subjektiven Endpunkten die Aussagesicherheit der Ergebnisse einschränkt.
Häufig gestellte Fragen
Der Bericht bewertet Erwachsene mit einer therapieresistenten Major Depression. Diese müssen in der aktuellen Episode auf mindestens zwei unterschiedliche Antidepressiva nicht angesprochen haben.
In der Studie wurde Esketamin plus SSRI/SNRI mit Quetiapin retard plus SSRI/SNRI verglichen. Laut IQWiG bleibt jedoch unklar, ob diese Augmentation die zweckmäßige Vergleichstherapie vollständig abbildet.
Die Daten zeigen signifikante Verbesserungen bei der Remission, dem Ansprechen und der funktionalen Remission. Auch die allgemeine depressive Symptomatik und die psychische Lebensqualität verbesserten sich unter Esketamin stärker.
Laut Auswertung traten Erkrankungen des Nervensystems und psychiatrische Erkrankungen unter Esketamin häufiger auf als unter Quetiapin. Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SUEs) waren hingegen im Esketamin-Arm seltener.
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Quelle: IQWiG A23-75: Esketamin (therapieresistente Major Depression) – Addendum zum Auftrag A23-18 (IQWiG, 2023). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.