Daridorexant: Zusatznutzen bei chronischer Insomnie
Hintergrund
Der IQWiG-Bericht A22-123 bewertet den Zusatznutzen von Daridorexant bei Erwachsenen mit chronischen Schlafstörungen (Insomnie). Das Anwendungsgebiet umfasst Personen, deren Symptome seit mindestens drei Monaten anhalten und die Tagesaktivität beträchtlich beeinträchtigen.
Gemäß den Vorgaben des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) wird vorausgesetzt, dass vor einer medikamentösen Therapie eine kognitive Verhaltenstherapie (CBT) durchgeführt wurde. Die medikamentöse Behandlung kommt laut Bericht erst infrage, wenn eine CBT nicht ausreichend wirksam, nicht geeignet oder nicht durchführbar ist.
Als zweckmäßige Vergleichstherapie legte der G-BA eine medikamentöse Kurzzeittherapie mit kurzwirksamen Benzodiazepinen oder Non-Benzodiazepinrezeptor-Agonisten fest. Im Anschluss daran ist eine Best Supportive Care (BSC) vorgesehen.
💡Praxis-Tipp
Der IQWiG-Bericht unterstreicht die Wichtigkeit der nicht-medikamentösen Basistherapie bei chronischer Insomnie. Es wird darauf hingewiesen, dass vor der Verordnung von Schlafmitteln wie Daridorexant stets geprüft und dokumentiert werden muss, ob eine kognitive Verhaltenstherapie (CBT) durchgeführt wurde oder warum diese nicht möglich war.
Häufig gestellte Fragen
Das Medikament ist für Erwachsene mit Insomnie zugelassen, deren Symptome seit mindestens drei Monaten bestehen. Zudem muss eine beträchtliche Auswirkung auf die Tagesaktivität vorliegen.
Der G-BA definiert eine medikamentöse Kurzzeittherapie mit kurzwirksamen Benzodiazepinen oder Non-Benzodiazepinrezeptor-Agonisten als zweckmäßige Vergleichstherapie. Im Anschluss daran wird eine Best Supportive Care (BSC) empfohlen.
Die vom Hersteller eingereichten Studien wurden als ungeeignet bewertet, da unter anderem die zwingend geforderte Vorbehandlung mit einer kognitiven Verhaltenstherapie (CBT) nicht dokumentiert war. Daher gilt der Zusatznutzen als nicht belegt.
Laut den im Bericht zitierten Fachinformationen kann die Behandlung mit Daridorexant ohne vorherige Titration auf eine niedrigere Dosis beendet werden. Ein schrittweises Ausschleichen ist demnach nicht erforderlich.
Die maximale Tagesdosis beträgt 50 mg. Diese sollte einmal pro Nacht etwa 30 Minuten vor dem Zubettgehen eingenommen werden.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: IQWiG A22-123: Daridorexant (chronische Insomnie) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2023). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
Verwandte Leitlinien
IQWiG A24-24: Daridorexant (Insomnie) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V
IQWiG A23-22: Daridorexant (Insomnie) – Addendum zum Auftrag A22-123
IQWiG A21-140: Pitolisant (Schlafapnoe) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V
IQWiG A19-04: Melatonin (Schlafstörungen) - Nutzenbewertung gemäß §35a SGB V
IQWiG A20-47: Solriamfetol (Narkolepsie) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V
IQWiG A21-129: Solriamfetol (obstruktive Schlafapnoe) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V
IQWiG G23-06: Pitolisant (Narkolepsie, mit oder ohne Kataplexie, Kinder und Jugendliche, 6 -17 Jahre) – Bewertung gemäß § 35a Abs. 1 Satz 11 SGB V
IQWiG G16-12: Pitolisant (Narkolepsie) - Bewertung gemäß § 35a Abs. 1 Satz 10 SGB V
ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien
AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.
Kostenloses Konto erstellen