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Erektile Dysfunktion bei Diabetes: Screening & Therapie

Diese Leitlinie stammt aus 2018 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Diabetes Canada (2018)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Erektile Dysfunktion (ED) betrifft etwa 34 bis 45 Prozent der erwachsenen Männer mit Diabetes. Die Prävalenz steigt mit der Erkrankungsdauer, sodass bis zu 50 Prozent der Männer sechs Jahre nach der Diagnose betroffen sind.

ED schränkt die Lebensqualität erheblich ein und gilt als früher klinischer Marker für kardiovaskuläre Erkrankungen. Zu den Risikofaktoren zählen unter anderem ein höheres Alter, eine schlechte Blutzuckereinstellung, Rauchen, Bluthochdruck und obstruktive Schlafapnoe (OSA).

Zudem weisen Männer mit Typ-2-Diabetes eine hohe Prävalenz für hypogonadotropen Hypogonadismus auf, die bei bis zu 40 Prozent liegt. Im Gegensatz dazu entspricht die Rate bei Männern mit Typ-1-Diabetes der Allgemeinbevölkerung.

Empfehlungen

Die Leitlinie von Diabetes Canada formuliert folgende Kernempfehlungen zur Versorgung von Männern mit Diabetes:

Screening und Diagnostik

Es wird empfohlen, alle erwachsenen Männer mit Diabetes regelmäßig anhand einer Sexualanamnese auf erektile Dysfunktion zu untersuchen (Empfehlungsgrad D). Bei Typ-2-Diabetes sollte dieses Screening laut Leitlinie bereits zum Zeitpunkt der Diagnose beginnen.

Für die Diagnostik wird der Einsatz validierter Fragebögen wie dem International Index of Erectile Function empfohlen.

Ein biochemisches Screening auf Hypogonadismus ist gemäß der Leitlinie nur bei symptomatischen Männern indiziert. Hierfür wird die Bestimmung des Gesamttestosterons am Morgen vor 11 Uhr empfohlen (Empfehlungsgrad D).

Therapie der erektilen Dysfunktion

Als Erstlinientherapie der ED bei Männern mit Diabetes wird der Einsatz von Phosphodiesterase-5-Hemmern (PDE5-Hemmern) empfohlen. Diese können nach Leitlinienangaben entweder bei Bedarf (Empfehlungsgrad A) oder als tägliche Gabe (Empfehlungsgrad B) verordnet werden.

Bei Patienten, die nicht auf PDE5-Hemmer ansprechen, wird eine Untersuchung auf Hypogonadismus empfohlen.

Eine Überweisung an einen Spezialisten sollte erwogen werden, wenn:

  • Patienten nicht auf PDE5-Hemmer ansprechen

  • Kontraindikationen für die Nutzung von PDE5-Hemmern vorliegen

  • Ejakulationsstörungen bei bestehendem Kinderwunsch bestehen

Management des Hypogonadismus

Die Leitlinie betont, dass eine signifikante Gewichtsreduktion bei übergewichtigen Männern mit Diabetes und Hypogonadismus den Testosteronspiegel erhöhen und einen eugonadalen Zustand wiederherstellen kann.

Vor der Einleitung einer Testosterontherapie wird empfohlen, mögliche kardiovaskuläre Risiken mit dem Patienten zu besprechen, da die aktuelle Studienlage hierzu widersprüchlich ist. Zudem wird ein Monitoring auf Prostatakrebs vor und während der Therapie angeraten.

Kontraindikationen

Die Leitlinie nennt folgende Kontraindikationen für die Anwendung von PDE5-Hemmern:

  • Instabile Angina pectoris

  • Unbehandelte kardiale Ischämie

  • Gleichzeitige Einnahme von Nitraten

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie weist darauf hin, dass PDE5-Hemmer bei Männern mit Diabetes und gleichzeitigem Hypogonadismus oft weniger wirksam sind. Es wird daher empfohlen, bei Therapieversagern von PDE5-Hemmern an eine Testosteronbestimmung zu denken, da eine Testosteronsubstitution bei etwa der Hälfte dieser Patienten zu einem erfolgreichen Ansprechen führt. Zudem wird betont, dass bei Patienten mit ED und Adipositas immer auch eine obstruktive Schlafapnoe als unabhängiger Risikofaktor in Betracht gezogen werden sollte.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie ist ein biochemisches Screening auf Hypogonadismus nur bei Vorliegen klinischer Symptome indiziert. Asymptomatische Männer mit Diabetes sollen nicht routinemäßig getestet werden.

Die Leitlinie empfiehlt die Messung des Gesamttestosterons im Serum am Morgen vor 11 Uhr oder innerhalb von drei Stunden nach dem Aufwachen. Bei grenzwertigen Befunden oder niedrigem SHBG kann die Bestimmung des bioverfügbaren Testosterons hilfreich sein.

Als Therapie der ersten Wahl werden Phosphodiesterase-5-Hemmer (PDE5-Hemmer) empfohlen. Diese können gemäß der Leitlinie entweder als Bedarfsmedikation oder in einem täglichen Dosierungsschema eingesetzt werden.

Bei Therapieversagen wird zunächst eine Abklärung auf Hypogonadismus empfohlen. Als Zweitlinientherapien nennt die Leitlinie Vakuumpumpen, intrakavernöse Injektionen oder intraurethrale Therapien, weshalb eine Überweisung an einen Spezialisten angeraten wird.

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Quelle: Diabetes Canada Chapter 33: Sexual Dysfunction and Hypogonadism in Men with Diabetes (Diabetes Canada, 2018). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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