AkdÄ2022

Rucaparib (Rubraca): Rote-Hand-Brief zu Gesamtüberleben

Diese Leitlinie stammt aus 2022 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AkdÄ (2022)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der Rote-Hand-Brief der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) aus dem Jahr 2022 informiert über neue Sicherheitsdaten zu Rucaparib (Rubraca). Rucaparib ist ein PARP-Inhibitor, der unter anderem in der Therapie von Ovarialkarzinomen eingesetzt wird.

Grund für die Warnung ist eine geplante Zwischenanalyse der randomisierten, kontrollierten Post-Approval-Studie CO-338-043 (ARIEL4). In dieser Studie wurde unter Rucaparib im Vergleich zum Kontrollarm ein nachteiliger Effekt auf das Gesamtüberleben beobachtet.

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) prüft derzeit die Konsequenzen dieser Daten für den klinischen Einsatz des Medikaments. Die berichteten Sicherheitsdaten aus der Studie stimmen laut AkdÄ mit dem bisher bekannten Sicherheitsprofil überein.

Empfehlungen

Vorläufige Therapieanpassung

Laut Rote-Hand-Brief sollte während der laufenden EMA-Prüfung keine neue Monotherapie mit Rucaparib in bestimmten Indikationen eingeleitet werden. Dies betrifft erwachsene Patientinnen mit:

  • Platinsensitivem, rezidiviertem oder fortgeschrittenem high-grade epithelialem Ovarialkarzinom

  • Eileiter- oder primärem Peritonealkarzinom mit BRCA-Mutationen

  • Zustand nach mindestens zwei platinhaltigen Chemotherapielinien, bei denen keine weitere platinhaltige Chemotherapie toleriert wird

Ausnahmen von der Einschränkung

Die Einschränkung gilt ausdrücklich nicht für die Erhaltungstherapie. Rucaparib kann weiterhin als Monotherapie zur Erhaltungsbehandlung eingesetzt werden bei:

  • Erwachsenen Patientinnen mit platinsensitivem, rezidiviertem high-grade epithelialem Ovarial-, Eileiter- oder primärem Peritonealkarzinom

  • Patientinnen, die komplett oder teilweise auf eine platinhaltige Chemotherapie ansprechen

Studiendaten zum Gesamtüberleben

Die Zwischenanalyse der ARIEL4-Studie zeigte ein signifikant kürzeres Gesamtüberleben unter Rucaparib im Vergleich zur Chemotherapie.

ParameterRucaparibKontrollarm (Chemotherapie)
Medianes Gesamtüberleben19,6 Monate27,1 Monate
Hazard Ratio (HR)1,550Referenz
95 % Konfidenzintervall1,085 - 2,214-
p-Wert0,0161-

Kontraindikationen

Der Rote-Hand-Brief rät von der Einleitung einer Rucaparib-Monotherapie bei Patientinnen mit platinsensitivem, rezidiviertem oder fortgeschrittenem high-grade epithelialem Ovarial-, Eileiter- oder primärem Peritonealkarzinom (mit BRCA-Mutation, nach mindestens zwei platinhaltigen Therapien, ohne Toleranz für weitere Platin-Gaben) ab, solange die EMA-Prüfung andauert.

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💡Praxis-Tipp

Es wird besonders darauf hingewiesen, dass die Warnung vor der Neueinleitung von Rucaparib nicht für die Indikation der Erhaltungstherapie gilt. Bei Patientinnen, die auf eine platinhaltige Chemotherapie ansprechen, kann die Monotherapie als Erhaltungsbehandlung laut Rote-Hand-Brief weiterhin regulär eingesetzt werden.

Häufig gestellte Fragen

Eine Zwischenanalyse der ARIEL4-Studie zeigte unter Rucaparib ein signifikant kürzeres Gesamtüberleben im Vergleich zur Standard-Chemotherapie. Die EMA prüft derzeit die Konsequenzen dieser Daten für die Zulassung.

Laut Rote-Hand-Brief soll keine Monotherapie bei Patientinnen mit BRCA-mutiertem, fortgeschrittenem Ovarial-, Eileiter- oder Peritonealkarzinom nach mindestens zwei Platin-Therapien begonnen werden, wenn keine weitere Platin-Therapie toleriert wird.

Nein, die Einschränkung gilt nicht für die Monotherapie als Erhaltungsbehandlung bei Patientinnen, die auf eine platinhaltige Chemotherapie ansprechen. Diese Indikation bleibt von der aktuellen Warnung unberührt.

Das mediane Gesamtüberleben betrug unter Rucaparib 19,6 Monate, während es im chemotherapeutisch behandelten Kontrollarm bei 27,1 Monaten lag. Dies entspricht einer Hazard Ratio von 1,550.

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Quelle: AkdÄ: Rote-Hand-Brief zu Rubraca® (Rucaparib) ▼ (AkdÄ, 2022). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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