AkdÄ2018

Olaparib (Lynparza) Medikationsfehler: AkdÄ Rote-Hand-Brief

Diese Leitlinie stammt aus 2018 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AkdÄ (2018)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Olaparib (Lynparza) ist ein Wirkstoff, der in der Onkologie zur Erhaltungstherapie bei bestimmten Karzinomen eingesetzt wird. Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) hat 2018 einen Rote-Hand-Brief zu diesem Medikament veröffentlicht.

Hintergrund der Sicherheitswarnung ist die Einführung einer neuen Darreichungsform. Neben den bisherigen Kapseln wurden auch Tabletten auf den Markt gebracht.

Aufgrund unterschiedlicher pharmakokinetischer Eigenschaften bergen die beiden Formen ein erhebliches Risiko für Medikationsfehler im klinischen Alltag. Diese Zusammenfassung basiert auf dem Rote-Hand-Brief der AkdÄ.

Empfehlungen

Der Rote-Hand-Brief formuliert folgende Kernwarnungen und Empfehlungen für den Umgang mit Olaparib:

Verbot des direkten Austauschs

  • Kapseln und Tabletten dürfen nicht 1:1 ausgetauscht werden.

  • Ein Austausch auf Milligrammbasis ist ebenfalls strikt untersagt.

  • Grund hierfür sind Unterschiede in der Dosierung und der Bioverfügbarkeit der beiden Darreichungsformen.

Risiken bei Verwechslung

Laut AkdÄ besteht bei einem fehlerhaften Austausch ein erhebliches klinisches Risiko. Es kann entweder zu einer Überdosierung oder zu einer mangelnden Wirksamkeit der onkologischen Therapie kommen.

Verordnungs- und Abgabeprozess

  • Bei der Verschreibung muss die genaue Darreichungsform und die exakte Dosierung festgelegt werden.

  • In der Apotheke ist sicherzustellen, dass exakt die verordnete Form und Dosis abgegeben wird.

  • Patientinnen müssen über die korrekte Dosierung aufgeklärt werden.

  • Bei einer Umstellung der Darreichungsform wird empfohlen, den Patientinnen aktiv zu erklären, wie sich die Dosierungen in Milligramm unterscheiden.

Dosierung

Der Quelltext verweist auf unterschiedliche Zulassungsbereiche der beiden Darreichungsformen. Eine genaue Dosierungstabelle in Milligramm ist im Text nicht enthalten, jedoch wird die Indikationsstellung wie folgt unterschieden:

DarreichungsformZulassung (Monotherapie zur Erhaltungstherapie)Voraussetzung
TablettenPlatin-sensitives Rezidiv eines high-grade epithelialen Ovarialkarzinoms, Eileiterkarzinoms oder primären PeritonealkarzinomsAnsprechen auf Platin-basierte Chemotherapie
KapselnPlatin-sensitives Rezidiv eines BRCA-mutierten (Keimbahn und/oder somatisch) high-grade serösen epithelialen Ovarialkarzinoms, Eileiterkarzinoms oder primären PeritonealkarzinomsAnsprechen auf Platin-basierte Chemotherapie

Kontraindikationen

Der Rote-Hand-Brief warnt ausdrücklich vor dem direkten Austausch der Darreichungsformen. Ein unkontrollierter Wechsel zwischen Kapseln und Tabletten ist kontraindiziert, da dies zu toxischen Überdosierungen oder einem Wirkverlust führen kann.

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💡Praxis-Tipp

Der wichtigste Aspekt im klinischen Alltag ist die strikte Trennung der Darreichungsformen bei der Rezeptierung. Es wird dringend geraten, bei jeder Verordnung von Olaparib explizit "Kapseln" oder "Tabletten" auf dem Rezept zu vermerken. Zudem wird empfohlen, Patientinnen bei einer Umstellung aktiv auf die veränderte Milligramm-Zahl hinzuweisen, um Einnahmefehler zu vermeiden.

Häufig gestellte Fragen

Laut Rote-Hand-Brief weisen die beiden Darreichungsformen eine unterschiedliche Bioverfügbarkeit auf. Ein direkter Austausch auf Milligrammbasis kann zu einer Überdosierung oder zu einem Wirkverlust führen.

Die Tabletten sind als Erhaltungstherapie bei Platin-sensitivem Rezidiv eines high-grade epithelialen Ovarial-, Eileiter- oder Peritonealkarzinoms zugelassen. Voraussetzung ist ein Ansprechen auf eine Platin-basierte Chemotherapie.

Es wird empfohlen, die Patientinnen ausführlich über die neue Dosierung aufzuklären. Insbesondere muss laut AkdÄ erklärt werden, wie und warum sich die Dosierungen in Milligramm zwischen den Darreichungsformen unterscheiden.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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