Atezolizumab (Tecentriq): Risiko für SCARs, SJS und TEN
Hintergrund
Der Rote-Hand-Brief der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) aus dem Jahr 2021 informiert über neue Sicherheitsdaten zu Atezolizumab (Tecentriq). Eine kumulative Analyse der Sicherheitsdatenbank des Herstellers hat ein erhöhtes Risiko für schwere kutane Nebenwirkungen (Severe Cutaneous Adverse Reactions, SCARs) identifiziert.
Zu diesen Nebenwirkungen zählen unter anderem das Stevens-Johnson-Syndrom (SJS) sowie die toxische epidermale Nekrolyse (TEN). SCARs stellen eine heterogene Gruppe immunologisch vermittelter Arzneimittelexantheme dar, die zwar selten auftreten, aber potenziell tödlich verlaufen können.
Atezolizumab wird als Monotherapie bei verschiedenen onkologischen Indikationen eingesetzt. Dazu gehören das lokal fortgeschrittene oder metastasierte Urothelkarzinom, das nicht-kleinzellige Lungenkarzinom (NSCLC) sowie das kleinzellige Lungenkarzinom (SCLC).
💡Praxis-Tipp
Der Rote-Hand-Brief betont die Wichtigkeit einer sofortigen Therapieunterbrechung bereits bei einem initialen Verdacht auf eine schwere kutane Nebenwirkung (SCAR). Es wird angeraten, bei unklaren schweren Hautbefunden nicht auf eine Bestätigung zu warten, sondern frühzeitig die Gabe zu pausieren und eine fachärztliche Mitbeurteilung zu veranlassen.
Häufig gestellte Fragen
Laut Rote-Hand-Brief können unter der Therapie schwere kutane Nebenwirkungen (SCARs) auftreten. Dazu gehören insbesondere das Stevens-Johnson-Syndrom (SJS) und die toxische epidermale Nekrolyse (TEN).
Es wird empfohlen, die Behandlung mit Atezolizumab bei einem Verdacht auf eine SCAR sofort zu unterbrechen. Die betroffene Person sollte umgehend an einen Spezialisten für schwere Hautreaktionen überwiesen werden.
Ein dauerhafter Therapieabbruch wird bei einem bestätigten Stevens-Johnson-Syndrom (SJS) oder einer toxischen epidermalen Nekrolyse (TEN) gefordert. Gleiches gilt für jeden Hautausschlag vom Grad 4 sowie für jede bestätigte SCAR.
Besondere Vorsicht wird bei Personen empfohlen, die bereits unter einer früheren Behandlung mit anderen immunstimulierenden Krebsmedikamenten eine schwere oder lebensbedrohliche SCAR entwickelt haben. Hier sollte die Indikation streng geprüft werden.
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Quelle: AkdÄ: Rote-Hand-Brief zu Tecentriq® (Atezolizumab) ▼: Risiko (AkdÄ, 2021). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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