AkdÄ2020

Brivudin & Fluoropyrimidine: Rote-Hand-Brief AkdÄ

Diese Leitlinie stammt aus 2020 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AkdÄ (2020)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der Rote-Hand-Brief der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) aus dem Jahr 2020 warnt vor einer lebensbedrohlichen Wechselwirkung. Diese betrifft das Virustatikum Brivudin und Medikamente aus der Wirkstoffgruppe der Fluoropyrimidine.

Brivudin wird in der Praxis zur Behandlung von Herpes zoster bei immunkompetenten Erwachsenen eingesetzt. Der Wirkstoff hemmt das Enzym Dihydropyrimidindehydrogenase (DPD).

Dieses Enzym ist essenziell für den Abbau von Pyrimidin-basierten Arzneimitteln. Eine Hemmung durch Brivudin führt laut Dokument zu einer Akkumulation der Fluoropyrimidine und damit zu einer massiv verstärkten, potenziell tödlichen Toxizität.

Empfehlungen

Der Rote-Hand-Brief formuliert strikte Vorgaben zur Vermeidung der toxischen Interaktion.

Einhaltung des Sicherheitsabstands

Laut AkdÄ muss ein strenges zeitliches Intervall zwischen den Therapien eingehalten werden:

  • Nach Beendigung einer Brivudin-Therapie muss mindestens vier Wochen gewartet werden, bevor eine Behandlung mit Fluoropyrimidinen begonnen wird.

  • Brivudin ist kontraindiziert kurz nach, während sowie vier Wochen vor einer geplanten onkologischen Behandlung mit Fluoropyrimidinen.

  • Diese Einschränkung schließt ausdrücklich auch topische Präparate ein.

Betroffene Wirkstoffe

Die Warnung betrifft antineoplastische und antimykotische Fluoropyrimidine. Folgende Wirkstoffe werden im Rote-Hand-Brief explizit genannt:

WirkstoffklasseWirkstoffbeispieleIndikationsgebiet
Antineoplastische FluoropyrimidineFluorouracil (5-FU), Capecitabin, TegafurOnkologie (inkl. topischer Anwendung)
Antimykotische FluoropyrimidineFlucytosinAntimykotische Therapie

Zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen

Zur Erhöhung der Arzneimittelsicherheit werden laut Dokument folgende Maßnahmen umgesetzt:

  • Überarbeitung der Produktinformationen und Umverpackungen Brivudin-haltiger Arzneimittel.

  • Bereitstellung einer speziellen Patientenkarte.

  • Einführung einer Checkliste für verordnende Ärzte.

Kontraindikationen

Laut Rote-Hand-Brief bestehen folgende absolute Kontraindikationen für den Einsatz von Brivudin:

  • Anwendung bei immungeschwächten Personen (z. B. unter oder nach einer Chemotherapie sowie bei immunsuppressiver Behandlung).

  • Anwendung kurz nach, während oder vier Wochen vor einer geplanten onkologischen Therapie mit Fluoropyrimidinen.

  • Anwendung kurz nach und während einer antimykotischen Therapie mit Flucytosin.

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💡Praxis-Tipp

Der Rote-Hand-Brief warnt eindringlich davor, dass die Interaktion zwischen Brivudin und Fluoropyrimidinen (wie 5-FU oder Capecitabin) potenziell tödlich verläuft. Es wird betont, dass ein striktes therapiefreies Intervall von mindestens vier Wochen nach dem Ende der Brivudin-Gabe zwingend einzuhalten ist, bevor eine Fluoropyrimidin-Therapie gestartet wird.

Häufig gestellte Fragen

Brivudin hemmt das Enzym Dihydropyrimidindehydrogenase (DPD). Laut Rote-Hand-Brief führt dies zu einer Akkumulation von 5-FU, was eine potenziell tödliche Toxizität zur Folge hat.

Das Dokument gibt vor, dass nach dem Ende einer Behandlung mit Brivudin zwingend eine Wartezeit von mindestens vier Wochen eingehalten werden muss. Erst danach darf eine Therapie mit Fluoropyrimidinen begonnen werden.

Nein, der Rote-Hand-Brief stuft Brivudin bei immungeschwächten Personen als streng kontraindiziert ein. Dies betrifft beispielsweise Personen unter oder nach einer Chemotherapie.

Ja, die Warnung schließt ausdrücklich auch topische Präparate ein. Auch bei lokaler Anwendung muss das vierwöchige Intervall beachtet werden.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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