Brivudin & 5-Fluorpyrimidine: Interaktion & Karenzzeit
Hintergrund
Die Drug Safety Mail der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) aus dem Jahr 2019 warnt vor einer potenziell tödlichen Wechselwirkung. Diese betrifft das Virustatikum Brivudin, welches zur Behandlung von Herpes zoster bei immunkompetenten Erwachsenen eingesetzt wird.
Brivudin interagiert mit 5-Fluoropyrimidinen, die antineoplastisch oder antimykotisch wirken. Der Mechanismus beruht auf der Hemmung des Enzyms Dihydropyrimidindehydrogenase (DPD) durch Brivudin.
Da DPD für den Abbau von 5-Fluorouracil (5-FU) verantwortlich ist, führt die Hemmung zu einer Akkumulation des Wirkstoffs. Dies resultiert laut AkdÄ in einer massiv verstärkten und potenziell lebensbedrohlichen 5-FU-Toxizität.
💡Praxis-Tipp
Ein besonders kritischer Fehler ist die Missachtung der langen Halbwertszeit der DPD-Hemmung durch Brivudin. Die AkdÄ warnt eindringlich, dass ein Sicherheitsabstand von mindestens vier Wochen nach Ende der Brivudin-Therapie zwingend erforderlich ist, bevor eine Behandlung mit 5-Fluoropyrimidinen wie Capecitabin oder Flucytosin begonnen werden darf.
Häufig gestellte Fragen
Laut AkdÄ muss zwischen der Anwendung von Brivudin und dem Beginn einer Therapie mit 5-Fluoropyrimidinen ein Abstand von mindestens vier Wochen eingehalten werden.
Brivudin hemmt das Enzym DPD, welches für den Abbau von 5-Fluoropyrimidinen wie Capecitabin zuständig ist. Dies führt zu einer Akkumulation des Wirkstoffs und einer potenziell tödlichen Toxizität.
Die Warnung nennt das Pyrimidinanalogon Uridintriacetat als Notfall-Antidot. Da es in Europa nicht zugelassen ist, wird ein Import nach § 73 Abs. 3 AMG oder die Herstellung einer Individualrezeptur aus Uridin empfohlen.
Zu den typischen Symptomen zählen laut AkdÄ schwere Schleimhautentzündungen, gastrointestinale Ulzerationen und Blutungen, starke Diarrhö sowie eine Knochenmarkdepression. Bei Auftreten dieser Zeichen wird ein sofortiger Therapieabbruch empfohlen.
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Quelle: AkdÄ: Information zu Brivudin und 5-Fluoropyrimidinen: Potenziell tödliche Interaktion. (AkdÄ, 2019). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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