DPD-Mangel: Rote-Hand-Brief zu 5-FU & Capecitabin (AkdÄ)
Hintergrund
Die Drug Safety Mail 2020-38 der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) fasst einen Rote-Hand-Brief zu Fluoropyrimidinen zusammen. Diese Zusammenfassung basiert auf der Sicherheitswarnung zu 5-Fluorouracil (5-FU) sowie dessen oralen Prodrugs Capecitabin und Tegafur.
Diese Wirkstoffe werden in der Onkologie zur Behandlung verschiedener Krebserkrankungen eingesetzt. Das Enzym Dihydropyrimidin-Dehydrogenase (DPD) ist dabei das geschwindigkeitsbestimmende Enzym für den Abbau von 5-FU im Körper.
Bei einem DPD-Mangel reichert sich der Wirkstoff an, was zu einer schweren und potenziell lebensbedrohlichen Toxizität führen kann. Von einem vollständigen DPD-Mangel sind laut Dokument 0,01 bis 0,5 Prozent der kaukasischen Bevölkerung betroffen, während ein partieller Mangel bei 3 bis 9 Prozent vorliegt.
Empfehlungen
Diagnostik vor Therapiebeginn
Laut Rote-Hand-Brief wird vor dem Behandlungsbeginn mit 5-FU, Capecitabin oder Tegafur eine Bestimmung des DPD-Status empfohlen. Es wird darauf hingewiesen, dass hierfür der Phänotyp und/oder der Genotyp bestimmt werden können.
Klinische Konsequenzen
Abhängig vom Testergebnis formuliert das Dokument folgende Vorgaben für die Therapieplanung:
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Bei vollständigem DPD-Mangel ist die Behandlung mit den genannten Fluoropyrimidinen absolut kontraindiziert.
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Bei partiellem DPD-Mangel sollte eine reduzierte Anfangsdosis in Betracht gezogen werden.
Therapiemonitoring
Für Personen, die kontinuierliche 5-FU-Infusionen erhalten, wird ein therapeutisches Drug Monitoring (TDM) erwähnt. Die Überwachung der 5-FU-Spiegel kann laut AkdÄ die klinischen Ergebnisse verbessern.
Überwachung auf Toxizität
Es wird empfohlen, auf Anzeichen einer schweren Toxizität zu achten. Diese kann sich unter anderem durch folgende Symptome äußern:
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Schleimhautentzündung (Mukositis)
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Schwere Durchfälle
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Neutropenie
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Neurotoxizität
Dosierung
Der Rote-Hand-Brief gibt keine absoluten Milligramm-Dosierungen vor, definiert jedoch folgende Dosisanpassungen und Konsequenzen basierend auf dem DPD-Status:
| DPD-Status | Prävalenz (Kaukasier) | Dosisanpassung / Konsequenz |
|---|---|---|
| Vollständiger DPD-Mangel | 0,01–0,5 % | Kontraindikation für 5-FU, Capecitabin, Tegafur |
| Partieller DPD-Mangel | 3–9 % | Reduzierte Anfangsdosis in Betracht ziehen |
Kontraindikationen
Laut Rote-Hand-Brief ist die Anwendung von intravenösem 5-Fluorouracil, Capecitabin oder Tegafur bei einem bekannten vollständigen DPD-Mangel streng kontraindiziert.
💡Praxis-Tipp
Ein zentraler Hinweis des Rote-Hand-Briefs ist die zwingende Notwendigkeit einer DPD-Testung vor der ersten Gabe von Fluoropyrimidinen. Es wird davor gewarnt, dass ein unerkannter DPD-Mangel zu lebensbedrohlichen Komplikationen wie schwerer Neutropenie oder Neurotoxizität führen kann. Bei kontinuierlichen 5-FU-Infusionen wird zudem ein therapeutisches Drug Monitoring (TDM) zur Optimierung der Sicherheit angeraten.
Häufig gestellte Fragen
Das Enzym DPD ist für den Abbau von 5-Fluorouracil verantwortlich. Laut Rote-Hand-Brief führt ein Mangel zu einer Anreicherung des Wirkstoffs, was lebensbedrohliche toxische Reaktionen auslösen kann.
Die Warnung der AkdÄ bezieht sich auf intravenöses 5-Fluorouracil (5-FU) sowie dessen orale Prodrugs. Dazu gehören die Wirkstoffe Capecitabin und Tegafur.
Das Dokument gibt an, dass 3 bis 9 Prozent der kaukasischen Bevölkerung einen partiellen DPD-Mangel aufweisen. Ein vollständiger DPD-Mangel ist seltener und betrifft 0,01 bis 0,5 Prozent.
Bei einem nachgewiesenen partiellen DPD-Mangel ist die Therapie nicht grundsätzlich kontraindiziert. Es wird jedoch empfohlen, eine reduzierte Anfangsdosis in Betracht zu ziehen.
Eine schwere Toxizität kann sich laut AkdÄ durch verschiedene klinische Zeichen äußern. Dazu zählen insbesondere Schleimhautentzündungen, schwere Durchfälle, Neutropenie sowie Neurotoxizität.
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Quelle: AkdÄ: Rote-Hand-Brief zu 5-Fluorouracil- (i.v.), Capecitabin- (AkdÄ, 2020). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.