AkdÄ2020

DPD-Testung vor Fluorouracil: AkdÄ-Sicherheitswarnung

Diese Leitlinie stammt aus 2020 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AkdÄ (2020)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Drug Safety Mail 2020-15 der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) greift eine Information des BfArM zur Arzneimittelsicherheit auf. Im Fokus steht die Vermeidung schwerer Toxizitäten bei der Anwendung von Fluorouracil und verwandten Wirkstoffen.

Das Enzym Dihydropyrimidin-Dehydrogenase (DPD) ist essenziell für den Abbau von Fluorouracil im Körper. Bei einem vollständigen oder partiellen DPD-Mangel droht eine gefährliche Kumulation des Wirkstoffs.

Diese Kumulation kann zu lebensbedrohlichen Nebenwirkungen führen. Zu den schweren Toxizitäten zählen laut Dokument Neutropenie, Neurotoxizität, schwere Diarrhö und Stomatitis.

Empfehlungen

Indikation zur Testung

Vor Beginn einer systemischen Krebstherapie wird eine Testung auf das Fehlen oder einen partiellen Mangel des Enzyms DPD empfohlen. Dies betrifft laut AkdÄ folgende Wirkstoffe:

  • Fluorouracil (als Injektion oder Infusion)

  • Capecitabin (Prodrug)

  • Tegafur (Prodrug)

Ausnahmen von der Testpflicht

Bei bestimmten Anwendungen ist vorab keine DPD-Testung erforderlich, um lebensrettende Therapien nicht zu verzögern oder weil keine systemische Relevanz besteht:

  • Topische Anwendung von Fluorouracil auf der Haut

  • Behandlung schwerer Pilzinfektionen mit Flucytosin

Diagnostische Methoden

Zur Bestimmung der DPD-Aktivität nennt das Dokument zwei etablierte Verfahren:

  • Messung des Uracil-Spiegels im Blut (Uracil wird durch DPD abgebaut)

  • Untersuchung auf bestimmte Mutationen im Gen für DPD

Dosierung

Das Dokument gibt folgende Anpassungen in Abhängigkeit vom DPD-Status vor:

DPD-StatusFluorouracil (i.v.), Capecitabin, TegafurFlucytosin
Vollständiger DPD-MangelKontraindiziertKontraindiziert
Partieller DPD-MangelReduzierte Anfangsdosis erwägenKeine spezifische Angabe
Unbekannter StatusTestung vor Therapiebeginn zwingendKeine Testung erforderlich, sofortiger Therapiebeginn

Kontraindikationen

Ein bekannter vollständiger DPD-Mangel stellt eine absolute Kontraindikation für die systemische Therapie mit Fluorouracil (Injektion oder Infusion), Capecitabin und Tegafur dar.

Auch der Einsatz von Flucytosin ist bei einem bereits bekannten DPD-Mangel laut AkdÄ streng kontraindiziert.

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💡Praxis-Tipp

Bei schweren Pilzinfektionen, die eine Therapie mit Flucytosin erfordern, sollte die Behandlung nicht für eine DPD-Testung verzögert werden. Ist jedoch aus der Vorgeschichte bereits ein DPD-Mangel bekannt, wird vor dem Einsatz von Flucytosin ausdrücklich gewarnt, da auch hier schwere toxische Reaktionen drohen.

Häufig gestellte Fragen

Das Enzym DPD ist für den Abbau von Fluorouracil verantwortlich. Ein Mangel führt zu einer Kumulation des Wirkstoffs und kann schwere Nebenwirkungen wie Neutropenie oder Neurotoxizität auslösen.

Die AkdÄ empfiehlt die Testung vor einer systemischen Krebstherapie mit Fluorouracil (Injektion/Infusion) sowie den Prodrugs Capecitabin und Tegafur.

Nein, laut Sicherheitsinformation ist bei der rein topischen Anwendung von Fluorouracil auf der Haut keine vorherige Testung erforderlich.

Die Bestimmung erfolgt entweder durch die Messung des Uracil-Spiegels im Blut oder durch eine molekulargenetische Untersuchung auf Mutationen im DPD-Gen.

Nein, bei einem bereits bekannten DPD-Mangel ist die Anwendung von Flucytosin streng kontraindiziert. Eine vorherige Testung wird jedoch nicht gefordert, um die Therapie schwerer Pilzinfektionen nicht zu verzögern.

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Quelle: AkdÄ: Information des BfArM zu Fluorouracil, Capecitabin (AkdÄ, 2020). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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