AkdÄ2020

Fingolimod: AkdÄ warnt vor VZV-Meningoenzephalitis

Diese Leitlinie stammt aus 2020 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AkdÄ (2020)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Fingolimod wird als krankheitsmodifizierende Monotherapie bei hochaktiver, schubförmig-remittierend verlaufender Multipler Sklerose (MS) eingesetzt.

Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) berichtet in einer Drug Safety Mail über einen Fall von Meningoenzephalitis durch das Varizella-zoster-Virus (VZV) im Zusammenhang mit Fingolimod.

Die Behandlung mit diesem Wirkstoff stellt ein potenzielles Risiko für VZV-Infektionen dar. Diese Zusammenfassung basiert auf der kurzen Sicherheitswarnung der AkdÄ aus dem Jahr 2020.

Empfehlungen

Vor Therapiebeginn

Laut AkdÄ muss vor dem Start einer Therapie mit Fingolimod zwingend sichergestellt werden, dass eine ausreichende Immunität gegen VZV vorliegt. Dies dient der Vermeidung einer primären Infektion.

Diagnostik und Differenzialdiagnose

Die Publikation weist darauf hin, dass schwere VZV-Infektionen auch ohne die typischen begleitenden Hauterscheinungen auftreten können.

Bei neu auftretenden oder sich verschlechternden neurologischen Symptomen wird folgende Differenzialdiagnostik empfohlen:

  • Abklärung eines möglichen MS-Schubs

  • Erwägung von VZV-assoziierten Komplikationen (wie einer Meningoenzephalitis)

Therapie bei Infektionsverdacht

Sobald entsprechende Hautveränderungen auftreten, wird ein unverzüglicher Beginn einer antiviralen Behandlung empfohlen.

Kontraindikationen

Die AkdÄ warnt ausdrücklich vor dem Risiko schwerer VZV-Infektionen, einschließlich der Meningoenzephalitis, unter der Therapie mit Fingolimod.

Eine fehlende VZV-Immunität vor Therapiebeginn stellt ein erhebliches Risiko für eine Primärinfektion dar und erfordert entsprechende Maßnahmen vor dem Therapiestart.

Frage zu dieser Leitlinie stellen...

💡Praxis-Tipp

Die AkdÄ betont, dass schwere VZV-Infektionen unter Fingolimod auch ohne die typischen Hauterscheinungen verlaufen können. Bei einer neurologischen Verschlechterung wird daher empfohlen, neben einem MS-Schub stets an eine atypisch verlaufende VZV-Meningoenzephalitis zu denken.

Häufig gestellte Fragen

Fingolimod wird als krankheitsmodifizierende Monotherapie bei hochaktiver, schubförmig-remittierend verlaufender Multipler Sklerose (MS) eingesetzt.

Laut AkdÄ muss vor Therapiebeginn zwingend eine ausreichende Immunität gegen das Varizella-zoster-Virus (VZV) sichergestellt werden. Dies soll eine primäre Infektion verhindern.

Neben typischen Hautveränderungen warnt die AkdÄ, dass schwere VZV-Infektionen auch völlig ohne Hauterscheinungen auftreten können. Sie können sich stattdessen durch neu auftretende oder verschlechternde neurologische Symptome als Meningoenzephalitis manifestieren.

Die AkdÄ empfiehlt, bei einer neurologischen Verschlechterung nicht nur an einen MS-Schub zu denken. Es sollten immer auch VZV-assoziierte Komplikationen differenzialdiagnostisch erwogen werden.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: AkdÄ: Bekanntgabe im Deutschen Ärzteblatt vom 06.11.2020: Meningoenzephalitis durch Varizella-zoster-Virus im Zusammenhang mit Fingolimod (AkdÄ, 2020). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien