AkdÄ2017

Kortikosteroide: AkdÄ warnt vor Chorioretinopathie

Diese Leitlinie stammt aus 2017 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AkdÄ (2017)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Drug Safety Mail 2017-32 der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) greift eine Warnung der britischen Arzneimittelbehörde (MHRA) auf. Diese informiert über das seltene Risiko einer zentralen serösen Chorioretinopathie bei der Anwendung von Kortikosteroiden.

Kortikosteroide werden vielfältig eingesetzt, unter anderem bei allergischen Erkrankungen, Asthma, rheumatoider Arthritis oder Ekzemen. Die Warnung bezieht sich dabei sowohl auf die systemische als auch auf die lokale Anwendung der Medikamente.

Bei der zentralen serösen Chorioretinopathie kommt es zu einer subretinalen Flüssigkeitsansammlung am hinteren Augenpol. Dies führt zu einer serösen Abhebung der neurosensorischen Netzhaut, welche durch eine Hyperpermeabilität der Aderhautgefäße bedingt ist.

Empfehlungen

Klinische Präsentation

Die Erkrankung betrifft typischerweise nur ein Auge. Laut AkdÄ-Information äußert sich die zentrale seröse Chorioretinopathie durch verschiedene Sehstörungen:

  • Verschwommenes oder verzerrtes Sehen

  • Zentrales Skotom

  • Mikropsie und Hyperopie

  • Gestörtes Kontrastsehen

Zeitlicher Verlauf und Klasseneffekt

Das Auftreten der Nebenwirkung ist zeitlich sehr variabel. Eine zentrale seröse Chorioretinopathie wurde laut Bericht sowohl wenige Tage als auch erst Jahre nach Beginn einer Kortikosteroid-Behandlung beobachtet.

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) weist darauf hin, dass es sich um ein Problem der gesamten Arzneimittelgruppe der Kortikosteroide handelt.

Patientenaufklärung und Management

Die AkdÄ formuliert folgende Kernempfehlungen für den klinischen Alltag:

  • Patienten sollen über das Risiko von Sehstörungen aufgeklärt werden.

  • Es wird empfohlen, Behandelte aufzufordern, jegliche Sehstörungen während der Therapie zu berichten.

  • Bei Auftreten von Symptomen sollte eine Überweisung an einen Ophthalmologen erfolgen.

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💡Praxis-Tipp

Ein wichtiges klinisches Detail ist, dass die zentrale seröse Chorioretinopathie nicht nur bei systemischer, sondern auch bei lokaler Anwendung von Kortikosteroiden auftreten kann. Zudem ist der zeitliche Abstand zum Therapiebeginn trügerisch, da die Symptome von wenigen Tagen bis hin zu mehreren Jahren nach Start der Medikation manifest werden können. Es wird empfohlen, bei jeglichen Sehstörungen unter Kortikosteroid-Therapie großzügig eine augenärztliche Abklärung zu veranlassen.

Häufig gestellte Fragen

Typische Symptome sind verschwommenes oder verzerrtes Sehen, ein zentrales Skotom, Mikropsie, Hyperopie sowie ein gestörtes Kontrastsehen. Die Beschwerden betreffen laut AkdÄ meist nur ein Auge.

Nein, die AkdÄ warnt ausdrücklich davor, dass das Risiko sowohl bei systemischer als auch bei lokaler Behandlung mit Kortikosteroiden besteht.

Der zeitliche Verlauf ist sehr variabel. Die Nebenwirkung wurde laut Bericht bereits wenige Tage, aber auch erst Jahre nach Beginn der Kortikosteroid-Behandlung beobachtet.

Die Information empfiehlt, betroffene Personen bei Auftreten von Sehstörungen an einen Ophthalmologen zu überweisen. Patienten sollten im Vorfeld über dieses Vorgehen und das Risiko aufgeklärt werden.

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Quelle: AkdÄ: Information zu Kortikosteroiden: Britische (AkdÄ, 2017). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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