Brolucizumab (Beovu): Rote-Hand-Brief zu Augenentzündungen
Hintergrund
Der Rote-Hand-Brief der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) aus dem Jahr 2021 thematisiert aktualisierte Sicherheitshinweise zu Brolucizumab (Beovu®). Das Medikament wird zur Behandlung der neovaskulären (feuchten) altersbedingten Makuladegeneration eingesetzt.
Hintergrund der Warnung ist das bekannte Risiko für intraokulare Entzündungen. Diese umfassen unter anderem retinale Vaskulitiden und retinale Gefäßverschlüsse, welche als immunvermittelte Ereignisse eingestuft werden.
Es wurde beobachtet, dass diese Komplikationen bei Personen mit Anti-Brolucizumab-Antikörpern gehäuft auftreten. Obwohl die Entzündungen zu jedem Zeitpunkt der Therapie entstehen können, werden sie laut Meldung besonders häufig zu Behandlungsbeginn verzeichnet.
Empfehlungen
Die AkdÄ formuliert in der Drug Safety Mail folgende Kernempfehlungen zum Umgang mit Brolucizumab:
Risikofaktoren und Überwachung
Laut dem Rote-Hand-Brief ist das Risiko für eine retinale Vaskulitis oder einen retinalen Gefäßverschluss bei bestimmten Personengruppen erhöht. Es wird eine engmaschige Überwachung empfohlen für:
-
Personen mit intraokularer Entzündung oder retinalem Gefäßverschluss im Jahr vor Behandlungsbeginn
-
Personen weiblichen Geschlechts
-
Personen japanischer Abstammung
Maßnahmen bei Komplikationen
Tritt eine intraokulare Entzündung, eine retinale Vaskulitis oder ein retinaler Gefäßverschluss auf, wird ein sofortiges Handeln empfohlen. Der Rote-Hand-Brief fordert:
-
Die umgehende medizinische Behandlung der Entzündung
-
Das sofortige Absetzen von Brolucizumab
Patientenaufklärung
Es wird empfohlen, die behandelten Personen über frühe Anzeichen einer intraokularen Entzündung aufzuklären. Zudem sollen sie angewiesen werden, bei entsprechenden Symptomen unverzüglich ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Dosierung
Der Rote-Hand-Brief gibt folgende Vorgabe für das Behandlungsintervall:
| Medikament | Therapiephase | Empfohlenes Verabreichungsintervall |
|---|---|---|
| Brolucizumab (Beovu®) | Erhaltungsphase | Mindestens 8 Wochen |
Kontraindikationen
Der Rote-Hand-Brief warnt ausdrücklich vor der Fortführung der Therapie bei Auftreten von Komplikationen. Bei einer intraokularen Entzündung, retinalen Vaskulitis oder einem retinalen Gefäßverschluss muss Brolucizumab abgesetzt werden.
💡Praxis-Tipp
Der Rote-Hand-Brief betont, dass intraokulare Entzündungen unter Brolucizumab besonders häufig zu Beginn der Behandlung auftreten. Es wird darauf hingewiesen, dass eine intraokulare Entzündung in der Vorgeschichte (innerhalb des letzten Jahres) ein signifikantes Risiko für erneute, teils schwere vaskuläre Ereignisse darstellt und eine besonders engmaschige Kontrolle erfordert.
Häufig gestellte Fragen
Laut Rote-Hand-Brief können diese Entzündungen zu jedem Zeitpunkt der Behandlung auftreten. Sie werden jedoch besonders häufig zu Beginn der Therapie beobachtet.
Als Risikofaktoren werden weibliches Geschlecht, japanische Abstammung sowie das Vorliegen von Anti-Brolucizumab-Antikörpern genannt. Zudem ist das Risiko bei Personen erhöht, die im Jahr vor der Behandlung bereits eine intraokulare Entzündung oder einen Gefäßverschluss hatten.
Die AkdÄ empfiehlt, die Entzündung umgehend medizinisch zu behandeln. Gleichzeitig muss die Therapie mit Brolucizumab sofort abgesetzt werden.
Gemäß den aktualisierten Empfehlungen muss das Verabreichungsintervall in der Erhaltungsphase mindestens acht Wochen betragen.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: AkdÄ: Rote-Hand-Brief zu Beovu® (Brolucizumab): Aktualisierte (AkdÄ, 2021). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.