Fingolimod Rebound-Effekt: AkdÄ
Hintergrund
Fingolimod ist seit 2011 zur Behandlung der hochaktiven schubförmig-remittierend verlaufenden Multiplen Sklerose (MS) zugelassen. Als funktioneller Antagonist am Sphingosin-1-Phosphat(S1P)-Rezeptor blockiert der aktive Metabolit die Lymphozytenmigration aus den Lymphknoten.
Dadurch soll die Infiltration von pathogenetisch relevanten Lymphozyten in das zentrale Nervensystem (ZNS) vermindert werden. Zudem bindet der Wirkstoff an S1P-Rezeptoren auf Nervenzellen im ZNS.
Die Drug Safety Mail der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) aus dem Jahr 2017 greift eine Untersuchung der britischen Arzneimittelbehörde (MHRA) auf. Diese prüft Hinweise auf mögliche Rebound-Effekte nach dem Absetzen der Medikation.
Empfehlungen
Klinische Beobachtungen zum Rebound-Effekt
Laut AkdÄ gibt es Berichte über unerwartet schwere MS-Schübe nach dem Absetzen von Fingolimod. Diese traten in einer zitierten retrospektiven Auswertung bei Patientinnen innerhalb von 4 bis 16 Wochen nach Beendigung der Therapie auf.
Die Schübe waren durch folgende radiologische Befunde im kranialen MRT gekennzeichnet:
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Auftreten zahlreicher neuer T2-Läsionen
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Nachweis von kontrastmittelanreichernden Läsionen
Risiko bei Therapieumstellung
Eine weitere von der AkdÄ angeführte Beobachtungsstudie beschreibt ähnliche Komplikationen bei einem Präparatewechsel. Bei Patienten, die von Fingolimod auf Alemtuzumab umgestellt wurden, kam es ebenfalls zu unerwartet schweren Schüben und kernspintomographischer Krankheitsaktivität.
Meldung von unerwünschten Arzneimittelwirkungen
Die europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) und nationale Behörden bewerten dieses Risikosignal. Es wird dringend empfohlen, Nebenwirkungen und mögliche Rebound-Effekte nach Absetzen von Fingolimod an die AkdÄ zu melden.
💡Praxis-Tipp
Bei der Beendigung einer Therapie mit Fingolimod oder der Umstellung auf ein anderes verlaufsmodifizierendes Arzneimittel (wie Alemtuzumab) wird eine erhöhte klinische und radiologische Wachsamkeit empfohlen. Laut AkdÄ können innerhalb von 4 bis 16 Wochen nach dem Absetzen unerwartet schwere MS-Schübe mit ausgeprägter MRT-Aktivität auftreten, die als Rebound-Effekt gewertet werden.
Häufig gestellte Fragen
Laut den von der AkdÄ zitierten Daten wurden schwere MS-Schübe innerhalb von 4 bis 16 Wochen nach dem Absetzen des Medikaments beobachtet.
Die Publikation beschreibt unerwartet schwere klinische Schübe. Radiologisch zeigen sich im kranialen MRT zahlreiche neue T2-Läsionen sowie kontrastmittelanreichernde Läsionen.
Ja, die AkdÄ verweist auf eine Beobachtungsstudie, in der Patienten bei der Umstellung von Fingolimod auf Alemtuzumab ebenfalls schwere Schübe und eine erhöhte MRT-Aktivität erlitten.
Die AkdÄ ruft dazu auf, alle beobachteten Nebenwirkungen und insbesondere mögliche Rebound-Effekte nach dem Absetzen von Fingolimod an die Kommission zu melden.
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Quelle: AkdÄ: Information zu Fingolimod: Britische (AkdÄ, 2017). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.