DAA bei Hepatitis C: HBV-Screening (AkdÄ)
Hintergrund
Die Drug Safety Mail der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) aus dem Jahr 2017 thematisiert Sicherheitsrisiken bei der Therapie der chronischen Hepatitis C. Im Fokus stehen direkt wirkende antivirale Arzneimittel (direct-acting antivirals, DAA).
Hintergrund der Mitteilung ist ein Risikobewertungsverfahren der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA). Dieses wurde eingeleitet, nachdem Fälle einer Hepatitis-B-Reaktivierung bei koinfizierten Patienten unter DAA-Therapie gemeldet wurden.
Zusätzlich wurde das Verfahren auf die Überprüfung eines möglichen Risikos für Leberkrebs im Zusammenhang mit der DAA-Behandlung ausgeweitet. Diese Zusammenfassung basiert auf der entsprechenden Sicherheitswarnung der AkdÄ.
Empfehlungen
Die Mitteilung zitiert den Beschluss der Europäischen Kommission, der auf Empfehlungen des Ausschusses für Risikobewertung im Bereich der Pharmakovigilanz (PRAC) basiert. Es werden folgende Maßnahmen gefordert:
Hepatitis-B-Screening und Überwachung
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Vor Therapiebeginn: Es wird ein obligatorisches Screening auf das Hepatitis-B-Virus (HBV) für alle Patienten empfohlen, bevor eine Behandlung mit DAA wegen einer chronischen Hepatitis C gestartet wird.
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Bei Koinfektion: Patienten, die sowohl mit HBV als auch mit dem Hepatitis-C-Virus (HCV) infiziert sind, müssen engmaschig überwacht werden.
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Therapie der Koinfektion: Die Behandlung dieser Patientengruppe soll gemäß den aktuellen klinischen Leitlinien erfolgen.
Risiko für Leberkrebs
Laut der Mitteilung sind zur abschließenden Beurteilung des Risikos für Leberkrebs im Zusammenhang mit DAA-Therapien weitere Studien erforderlich.
Betroffene Arzneimittel
Die Warnung betrifft in der EU zugelassene DAA zur Behandlung der chronischen Hepatitis C. Dazu gehören laut Quelltext folgende Präparate:
| Handelsname | Wirkstoff(e) |
|---|---|
| Daklinza® | Daclatasvir |
| Exviera® | Dasabuvir |
| Harvoni® | Sofosbuvir / Ledipasvir |
| Olysio® | Simeprivir |
| Sovaldi® | Sofosbuvir |
| Viekirax® | Ombitasvir / Paritaprevir / Ritonavir |
| Epclusa® | Sofosbuvir / Velpatasvir |
| Zepatier® | Elbasvir / Grazoprevir |
Kontraindikationen
Die Mitteilung formuliert keine absoluten Kontraindikationen, warnt jedoch ausdrücklich vor dem Risiko einer HBV-Reaktivierung. Bei Patienten mit einer bestehenden HBV- und HCV-Koinfektion wird eine besondere ärztliche Überwachung während der DAA-Therapie gefordert.
💡Praxis-Tipp
Laut der Sicherheitswarnung ist es essenziell, vor dem Start einer DAA-Therapie bei chronischer Hepatitis C den Hepatitis-B-Status des Patienten zu erheben. Ein fehlendes Screening kann bei unerkannter Koinfektion zu einer potenziell gefährlichen HBV-Reaktivierung führen.
Häufig gestellte Fragen
Die EMA hat Fälle von Hepatitis-B-Reaktivierungen bei Patienten dokumentiert, die wegen einer Hepatitis C mit DAA behandelt wurden. Daher wird ein Screening vor Therapiebeginn empfohlen, um Koinfektionen rechtzeitig zu erkennen.
Laut der Mitteilung müssen koinfizierte Patienten unter DAA-Therapie überwacht werden. Die weitere Behandlung richtet sich nach den aktuellen klinischen Leitlinien.
Ein mögliches Risiko für Leberkrebs unter DAA-Therapie war Teil des europäischen Risikobewertungsverfahrens. Zur abschließenden Beurteilung dieses Risikos sind laut AkdÄ jedoch weitere Studien erforderlich.
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Quelle: AkdÄ: Direkt wirkende antivirale Arzneimittel (DAA): EMA bestätigt die Empfehlung zum Hepatitis-B-Screening. (AkdÄ, 2017). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.