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Chronische Myelomonozytäre Leukämie (CMML): Onkopedia

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf Onkopedia/DGHO Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Die Diagnose erfordert eine persistierende Monozytose (>10% der Leukozyten) und <20% Blasten in Blut und Knochenmark.
  • Es wird zwischen einem dysplastischen (Leukozyten <13.000/µl) und einem proliferativen (Leukozyten ≥13.000/µl) Phänotyp unterschieden.
  • Die Einteilung erfolgt nach WHO 2022 in CMML I und CMML II basierend auf dem Blastenanteil.
  • Die allogene Stammzelltransplantation ist die einzige kurative Therapie, kommt aber altersbedingt selten infrage.
  • Bei Hochrisiko-Patienten kommen je nach Phänotyp Hydroxycarbamid (proliferativ) oder Azacitidin (dysplastisch) zum Einsatz.
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Hintergrund

Die Chronische Myelomonozytäre Leukämie (CMML) ist eine seltene klonale Erkrankung der Hämatopoese, die meist im fortgeschrittenen Alter (Median ca. 76 Jahre) auftritt. Männer sind etwa dreimal häufiger betroffen als Frauen. In über 90 % der Fälle lassen sich somatische Mutationen nachweisen, am häufigsten in den Genen TET2, SRSF2, ASXL1 und RAS.

Klinisches Bild

Das klinische Erscheinungsbild wird maßgeblich durch den Phänotyp der Erkrankung bestimmt:

  • Dysplastische CMML (MD-CMML): Leukozyten <13.000/µl. Es überwiegen Zeichen der Knochenmarkinsuffizienz wie transfusionsbedürftige Anämie, Infektneigung (Neutropenie) und Blutungsneigung (Thrombozytopenie).
  • Proliferative CMML (MP-CMML): Leukozyten ≥13.000/µl. Hier stehen konstitutionelle Symptome (B-Symptomatik) und Organomegalien (in ca. 50 % Splenomegalie) sowie extramedulläre Infiltrationen im Vordergrund.

Auffällig ist zudem, dass bei etwa 20 % der CMML-Patienten begleitende Autoimmunerkrankungen (z. B. Vaskulitiden, ITP, rheumatoide Arthritis) auftreten, die der Diagnose oft um Jahre vorausgehen können.

Diagnosekriterien

Die Diagnose erfordert die Zusammenschau aus peripherem Blutbild, Knochenmarkpunktion (Zytomorphologie, Histologie) und Genetik. Die Kriterien nach WHO 2022 umfassen:

KriteriumBeschreibung
MonozytosePersistierend >500/µl (mit genetischem Marker) oder >1000/µl (ohne Marker), stets >10% der Leukozyten
Blasten<20% Blasten inkl. Promonozyten in Blut und Knochenmark
AusschlussBCR::ABL1 positive CML, PMF, PV, ET sowie Neoplasien mit Tyrosinkinasefusion
ZusatzkriterienDysplasie (≥1 Zelllinie >10%), klonale Aberration (z.B. TET2, ASXL1) oder abnorme Monozytenpopulation

Klassifikation

Nach der WHO-Klassifikation (2022) wird die CMML anhand des Blastenanteils in zwei Subgruppen unterteilt:

SubgruppeBlutKnochenmark
CMML I≤4% Blasten, keine Auerstäbchen≤9% Blasten, keine Auerstäbchen
CMML II5-19% Blasten, Auerstäbchen möglich10-19% Blasten, Auerstäbchen möglich

Prognostische Faktoren

Zur Abschätzung der Prognose (Gesamtüberleben und Risiko der AML-Transformation) eignen sich spezifische Scores wie der CPSS (CMML-specific prognostic scoring system) und der CPSS-molekular. Diese berücksichtigen Faktoren wie Leukozytenzahl, medullären Blastenanteil, Transfusionsbedarf sowie zytogenetische und molekulargenetische (ASXL1, NRAS, RUNX1, SETBP1) Risikoprofile.

Therapie

Die Therapieentscheidung richtet sich nach Risikogruppe, Alter, Phänotyp und Komorbiditäten. Bei asymptomatischen Niedrigrisiko-Patienten ist eine "Watch and Wait"-Strategie ausreichend.

Risikogruppe / PhänotypPrimäre TherapieoptionBemerkung
NiedrigrisikoWatch & Wait, Supportive TherapieErythropoetin (EPO) bei Anämie erwägen
Hochrisiko (jung, fit)Allogene StammzelltransplantationEinzige kurative Option
Hochrisiko (dysplastisch)AzacitidinZugelassen bei Leukozyten <13.000/µl und Blastenexzess
Hochrisiko (proliferativ)HydroxycarbamidStandard zur Zytoreduktion und Milzkontrolle

Supportive Maßnahmen:

  • Großzügige Antibiotikagabe bei Infektionen (keine Dauerprophylaxe empfohlen).
  • Transfusion von Erythrozyten- und Thrombozytenkonzentraten nach klinischem Bedarf.
  • Impfungen gegen Pneumokokken, COVID-19 und Influenza werden empfohlen.

💡Praxis-Tipp

Schließen Sie bei Verdacht auf CMML immer eine KIT D816V-Mutation ab, um eine zugrundeliegende systemische Mastozytose mit begleitender Monozytose nicht zu übersehen. Achten Sie zudem aktiv auf Autoimmunphänomene, da diese bei ca. 20 % der Patienten auftreten.

Häufig gestellte Fragen

Es muss eine persistierende Monozytose vorliegen, die >10% der Leukozyten ausmacht. Absolut müssen es >500/µl (wenn ein genetischer Marker vorliegt) oder >1000/µl (ohne genetischen Marker) sein.
Die dysplastische CMML (MD-CMML) weist Leukozyten <13.000/µl auf und zeigt klinisch eher Zytopenien. Die proliferative CMML (MP-CMML) hat Leukozyten ≥13.000/µl und fällt häufiger durch Splenomegalie und B-Symptomatik auf.
Azacitidin ist für Patienten mit dysplastischer CMML (Leukozyten <13.000/µl) und Blastenexzess zugelassen, sofern eine allogene Stammzelltransplantation nicht möglich ist.
Die einzige kurative Therapieoption ist die allogene Stammzelltransplantation. Aufgrund des hohen medianen Erkrankungsalters (ca. 76 Jahre) und Begleiterkrankungen kommt diese jedoch nur für eine Minderheit der Patienten infrage.
Bei therapiebedürftiger proliferativer CMML (Leukozyten ≥13.000/µl) ist Hydroxycarbamid die zu bevorzugende Standardtherapie zur Kontrolle der Proliferation und Splenomegalie.

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