Divertikulitis: Diagnostik, Antibiose & OP-Indikation

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AWMF|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die AWMF S3-Leitlinie fasst den aktuellen Erkenntnisstand zur Diagnostik und Therapie der Divertikelkrankheit und Divertikulitis zusammen. Die Prävalenz der Divertikulose nimmt mit dem Alter stark zu, wobei in westlichen Industrienationen vorwiegend das linksseitige Kolon betroffen ist.

Die Pathogenese ist multifaktoriell und umfasst Strukturveränderungen der Kolonwand, Störungen der Motilität sowie genetische Prädispositionen. Zudem spielen Lebensstilfaktoren wie eine ballaststoffarme Ernährung, der Verzehr von rotem Fleisch, Adipositas und Rauchen eine wesentliche Rolle bei der Entstehung von Komplikationen.

Die Leitlinie nutzt die Classification of Diverticular Disease (CDD), um die Erkrankung in verschiedene Schweregrade einzuteilen. Diese Klassifikation bildet die Grundlage für die therapeutische Entscheidungsfindung.

CDD TypBezeichnungBefund
Typ 0Asymptomatische DivertikuloseZufallsbefund ohne Krankheitswert
Typ 1aUnkomplizierte DivertikelkrankheitEntzündungszeichen ohne phlegmonöse Umgebungsreaktion
Typ 1bUnkomplizierte DivertikulitisPhlegmonöse Umgebungsreaktion
Typ 2aMikroabszessGedeckte Perforation, Abszess ≤ 3 cm
Typ 2bMakroabszessParakolischer oder mesokolischer Abszess > 3 cm
Typ 2cFreie PerforationFreie Luft oder Flüssigkeit, generalisierte Peritonitis
Typ 3aSUDDPersistierende Symptome ohne Komplikation
Typ 3bRezidivierende DivertikulitisRezidivierende Entzündung ohne Komplikationen
Typ 3cKomplizierte chronische FormStenose, Fistel oder Konglomerat
Typ 4DivertikelblutungNachweis der Blutungsquelle
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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie betont, dass die Indikation zur elektiven Operation bei rezidivierender Divertikulitis nicht mehr starr nach der Anzahl der Schübe gestellt wird. Es wird darauf hingewiesen, dass das Perforationsrisiko beim ersten Schub am höchsten ist und danach stetig abnimmt. Die Entscheidung zur Operation sollte stattdessen individuell und primär anhand der Einschränkung der Lebensqualität des Betroffenen getroffen werden.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie kann bei einer unkomplizierten linksseitigen Divertikulitis ohne Risikoindikatoren auf Antibiotika verzichtet werden. Bei komplizierten Verläufen (CDD Typ 2) oder Vorliegen von Risikofaktoren wie Immunsuppression wird eine antibiotische Therapie empfohlen.

Es wird der Einsatz von Ultraschall oder Computertomographie (CT) zur Diagnosesicherung und Stadieneinteilung empfohlen. Ein Kolonkontrasteinlauf soll für diese Fragestellung gemäß Leitlinie nicht mehr angewendet werden.

Die Leitlinie rät von einer Koloskopie in der Akutphase ab, um das Risiko einer Perforation zu minimieren. Eine endoskopische Abklärung sollte in der Regel erst 6 bis 8 Wochen nach Ausheilung der akuten Entzündung erfolgen.

Es wird ein Grenzwert von etwa 3 cm zur Unterscheidung zwischen Mikro- und Makroabszessen herangezogen. Bei Makroabszessen (CDD Typ 2b) über 3 cm kann eine interventionelle Drainage erfolgen.

Die Leitlinie empfiehlt eine ballaststoffreiche Kost mit mindestens 30 g pro Tag zur Primärprophylaxe. Der Verzehr von rotem Fleisch sollte eingeschränkt werden, während Nüsse, Körner und Popcorn nicht gemieden werden müssen.

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Quelle: AWMF 021-020: S3-Leitlinie Divertikelkrankheit / Divertikulitis (AWMF). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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