Diabetes mellitus bei Kindern: Diagnostik und Therapie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AWMF|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die AWMF S3-Leitlinie behandelt die Diagnostik, Therapie und Verlaufskontrolle des Diabetes mellitus im Kindes- und Jugendalter. Der Typ-1-Diabetes stellt dabei die häufigste Stoffwechselerkrankung in dieser Altersgruppe dar.

Die Inzidenz des Typ-1-Diabetes steigt weltweit kontinuierlich an. Auch der Typ-2-Diabetes sowie seltene monogene Formen (MODY) gewinnen im pädiatrischen Bereich zunehmend an Bedeutung.

Eine frühzeitige Erkennung und strukturierte Behandlung sind essenziell, um akute Entgleisungen wie die diabetische Ketoazidose (DKA) zu verhindern. Zudem zielt die Betreuung auf die Vermeidung von Langzeitkomplikationen und die Sicherstellung einer normalen körperlichen sowie psychosozialen Entwicklung ab.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie warnt ausdrücklich davor, bei der Behandlung einer diabetischen Ketoazidose (DKA) Bikarbonat zum Azidoseausgleich routinemäßig einzusetzen. Es wird darauf hingewiesen, dass Bikarbonat mit einer paradoxen ZNS-Azidose und einem erhöhten Risiko für ein lebensbedrohliches Hirnödem assoziiert ist. Der Ausgleich der Azidose sollte stattdessen primär über eine adäquate Flüssigkeits- und Insulinzufuhr erfolgen.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie definiert einen HbA1c-Wert von ≥ 6,5 % (≥ 48 mmol/mol) als eines der Kriterien für die Diagnose eines Diabetes mellitus. Alternativ kann die Diagnose über einen Nüchternblutzucker von ≥ 126 mg/dl oder einen Gelegenheitsblutzucker von ≥ 200 mg/dl bei typischer Symptomatik gestellt werden.

Es wird empfohlen, allen Kindern und Jugendlichen mit Typ-1-Diabetes direkt nach der Manifestation eine Insulinpumpentherapie (CSII) anzubieten. Die Leitlinie betont, dass diese Therapieform mit signifikant niedrigeren HbA1c-Werten und einer geringeren Rate an schweren Hypoglykämien assoziiert ist.

Zusätzlich zur Lebensstil-Intervention wird bei einem HbA1c < 8,5 % initial eine Therapie mit Metformin empfohlen. Bei höheren Werten oder unzureichendem Ansprechen rät die Leitlinie zum Einsatz von Basalinsulin, GLP-1-Rezeptor-Agonisten oder SGLT-2-Inhibitoren.

Laut Leitlinie wird eine Zeit im Zielbereich (Time in Range, 70-180 mg/dl) von mehr als 70 % angestrebt. Gleichzeitig sollte die Zeit im hypoglykämischen Bereich (< 70 mg/dl) unter 4 % und die Glukosevariabilität unter 36 % liegen.

Die Leitlinie empfiehlt, Kinder und Jugendliche bei Diabetesmanifestation und im weiteren Verlauf alle zwei Jahre auf Zöliakie zu untersuchen. Hierfür wird primär die Bestimmung von IgA-Antikörpern gegen Gewebstransglutaminase (tTG-IgA) zusammen mit dem Gesamt-IgA herangezogen.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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