Diabetes in der Schwangerschaft: Diagnostik & Therapie
Hintergrund
Die schottische SIGN-Leitlinie 171 befasst sich mit dem Management von Diabetes in der Schwangerschaft. Dies umfasst die Betreuung von Frauen mit vorbestehendem Typ-1- oder Typ-2-Diabetes sowie das Vorgehen bei neu aufgetretenem Gestationsdiabetes (GDM).
Eine optimale Blutzuckereinstellung vor und während der Schwangerschaft ist entscheidend, um das Risiko für mütterliche und fetale Komplikationen zu minimieren. Zu diesen Risiken gehören unter anderem Präeklampsie, Makrosomie, neonatale Hypoglykämien und Totgeburten.
Die Leitlinie berücksichtigt moderne technologische Entwicklungen wie die kontinuierliche Glukosemessung (CGM). Zudem werden aktualisierte Kriterien für das Screening, die Diagnose und die postnatale Nachsorge des Gestationsdiabetes definiert.
💡Praxis-Tipp
Ein wichtiger Hinweis der Leitlinie ist, dass der HbA1c-Wert in der Schwangerschaft aufgrund des erhöhten Erythrozytenumsatzes und eines möglichen Eisenmangels weniger aussagekräftig ist als bei Nicht-Schwangeren. Daher wird für die Beurteilung der Stoffwechseleinstellung primär die Nutzung von kontinuierlichen Glukosemesssystemen (CGM) und der "Time in Range" empfohlen. Zudem wird davor gewarnt, Nüchternblutzucker oder HbA1c zur postnatalen Kontrolle früher als sechs Wochen nach der Entbindung zu bestimmen, da die Werte in diesem Zeitraum oft falsch-negativ ausfallen.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt für Frauen mit Gestationsdiabetes einen Nüchternblutzucker von unter 5,5 mmol/L. Postprandial sollten die Werte nach einer Stunde unter 8,0 mmol/L und nach zwei Stunden unter 7,0 mmol/L liegen.
Bei unkompliziertem Typ-1- oder Typ-2-Diabetes wird eine elektive Entbindung zwischen 37+0 und 38+6 Schwangerschaftswochen empfohlen. Frauen mit Gestationsdiabetes sollten laut Leitlinie spätestens bei 40+6 Wochen entbinden.
Wenn Lebensstilanpassungen nicht ausreichen, empfiehlt die Leitlinie Metformin oder Insulin als medikamentöse Erstlinientherapie. Andere orale Antidiabetika wie Sulfonylharnstoffe oder SGLT2-Inhibitoren sollen in der Schwangerschaft vermieden werden.
Es wird ein einstufiger 75-g-oraler Glukosetoleranztest (oGTT) bei Frauen mit Risikofaktoren empfohlen. Die Diagnose gilt als gesichert, wenn der Nüchternwert ≥ 5,3 mmol/L, der 1-Stunden-Wert ≥ 10,6 mmol/L oder der 2-Stunden-Wert ≥ 9,0 mmol/L beträgt.
Die Leitlinie empfiehlt eine Kontrolle des Nüchternblutzuckers 6 bis 13 Wochen nach der Geburt, um einen manifesten Diabetes auszuschließen. Ein oraler Glukosetoleranztest wird für diese routinemäßige Nachkontrolle nicht primär empfohlen.
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Quelle: SIGN 171: Management of diabetes in pregnancy (SIGN, 2024). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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