Gestationsdiabetes Screening: USPSTF Leitlinie
Hintergrund
Gestationsdiabetes ist eine Form der Glukosetoleranzstörung, die sich während der Schwangerschaft entwickelt. Die Prävalenz in den USA wird auf 5,8 % bis 9,2 % geschätzt, abhängig von den verwendeten diagnostischen Kriterien.
Schwangere mit Gestationsdiabetes haben ein erhöhtes Risiko für maternale und fetale Komplikationen. Dazu gehören laut USPSTF-Leitlinie Präeklampsie, fetale Makrosomie, Schulterdystokie, Geburtsverletzungen und neonatale Hypoglykämie.
Zudem besteht ein langfristig erhöhtes Risiko für die Entwicklung eines Typ-2-Diabetes bei der Mutter. Auch für das Kind können sich intermediäre gesundheitliche Folgen ergeben.
Empfehlungen
Die USPSTF-Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zum Screening auf Gestationsdiabetes:
Indikation und Zeitpunkt
Die Leitlinie empfiehlt das Screening auf Gestationsdiabetes bei asymptomatischen Schwangeren ab der 24. Schwangerschaftswoche (Empfehlungsgrad B).
Für ein Screening vor der 24. Schwangerschaftswoche reicht die aktuelle Evidenz laut Leitlinie nicht aus, um den Nutzen und die Risiken verlässlich abzuwägen (I-Statement).
Screening-Methoden
Für das Screening ab der 24. Woche werden verschiedene Ansätze beschrieben, wobei die Leitlinie keine einzelne Methode explizit bevorzugt:
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Ein zweistufiges Verfahren, bei dem zunächst ein 50-g-Glukose-Challenge-Test (OGCT) im nicht-nüchternen Zustand erfolgt, gefolgt von einem diagnostischen oralen Glukosetoleranztest (OGTT) bei auffälligem Befund.
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Ein einstufiges Verfahren, bei dem direkt ein diagnostischer OGTT bei allen Patientinnen durchgeführt wird.
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Die alleinige Messung der Nüchternplasmaglukose als alternative Screening-Methode.
Diagnostische Grenzwerte
Die Leitlinie verweist auf etablierte Kriterien für das zweistufige Screening mittels 100-g-OGTT. Eine Diagnose wird gestellt, wenn mindestens zwei der folgenden Grenzwerte erreicht oder überschritten werden:
| Kriterium | Nüchtern | 1 Stunde | 2 Stunden | 3 Stunden |
|---|---|---|---|---|
| Carpenter und Coustan | 95 mg/dL | 180 mg/dL | 155 mg/dL | 140 mg/dL |
| National Diabetes Data Group (NDDG) | 105 mg/dL | 190 mg/dL | 165 mg/dL | 145 mg/dL |
Therapie und Nutzen
Eine Behandlung des Gestationsdiabetes ab der 24. Woche ist laut Leitlinie mit einer moderaten Verbesserung der maternalen und fetalen Outcomes assoziiert.
Es wird eine Reduktion von primären Kaiserschnitten, Makrosomie, Schulterdystokien und Aufnahmen auf die neonatale Intensivstation beschrieben.
Kontraindikationen
Die Empfehlungen zum Screening auf Gestationsdiabetes gelten nicht für Schwangere, bei denen bereits vor der Schwangerschaft ein Typ-1- oder Typ-2-Diabetes diagnostiziert wurde. Die Diagnostik und Behandlung eines vorbestehenden, manifesten Diabetes in der Schwangerschaft ist nicht Gegenstand dieser Leitlinie.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie weist darauf hin, dass ein routinemäßiges Screening vor der 24. Schwangerschaftswoche bei asymptomatischen Patientinnen aufgrund unzureichender Evidenz derzeit nicht empfohlen werden kann. Bei Schwangeren, die erst nach der 28. Woche in die pränatale Betreuung eintreten, sollte das Screening jedoch schnellstmöglich nachgeholt werden.
Häufig gestellte Fragen
Die USPSTF-Leitlinie empfiehlt ein einmaliges Screening bei asymptomatischen Schwangeren ab der 24. Schwangerschaftswoche. In der Regel wird dies zwischen der 24. und 28. Woche durchgeführt.
Laut Leitlinie wird zunächst ein 50-g-Glukose-Suchtest unabhängig von der Nahrungsaufnahme durchgeführt. Fällt dieser positiv aus, folgt ein diagnostischer oraler Glukosetoleranztest (OGTT) im nüchternen Zustand.
Zu den in der Leitlinie genannten Risikofaktoren zählen unter anderem Adipositas, ein höheres Alter der Mutter und eine familiäre Vorbelastung mit Diabetes. Auch eine frühere Schwangerschaft mit Gestationsdiabetes erhöht das Risiko.
Es wird ein erhöhtes Risiko für Komplikationen wie Präeklampsie, fetale Makrosomie und Schulterdystokien beschrieben. Zudem steigt laut Leitlinie das langfristige Risiko der Mutter, an Typ-2-Diabetes zu erkranken.
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Quelle: USPSTF: Gestational Diabetes: Screening (Grade B) (USPSTF, 2021). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.