Osteoporotische Wirbelfrakturen: Diagnostik & Therapie
Hintergrund
Osteoporotische Wirbelkörperfrakturen gehören zu den häufigsten Erkrankungen der älteren Bevölkerung und ihre Inzidenz steigt stetig an. Sie entstehen oft durch Bagatelltraumata und führen zu einem Strukturwandel des betroffenen Bewegungssegments mit zunehmender Kyphosierung der Wirbelsäule.
Die Folgen dieser Frakturen werden im klinischen Alltag häufig unterschätzt. Neben chronischen Schmerzen und einer Einschränkung der Mobilität kommt es zu einer Abnahme des Lungenvolumens und einer signifikant erhöhten Mortalität, die im Langzeitverlauf sogar jene von Hüftfrakturen übersteigen kann.
Zudem besteht nach einer ersten Sinterungsfraktur ein drei- bis fünffach erhöhtes Risiko für weitere Frakturen, insbesondere an den direkt angrenzenden Wirbelkörpern. Eine strukturierte Diagnostik und eine risikoadaptierte Therapieentscheidung sind daher essenziell, um diese Abwärtsspirale zu durchbrechen.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie warnt ausdrücklich davor, Bettruhe als primäre Therapieform auszudehnen. Die damit verbundene kardiopulmonale und muskuloskelettale Dekonditionierung erhöht das Komplikationsrisiko bei geriatrischen Menschen erheblich, weshalb eine schnellstmögliche, schmerzadaptierte Mobilisation angestrebt werden sollte.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie wird die Indikation primär über den OF-Score gestellt. Bei einem Wert von über 6 Punkten wird eine Operation empfohlen, während bei unter 6 Punkten ein konservatives Vorgehen indiziert ist.
Initial wird ein konventionelles Röntgen im Stehen empfohlen. Bei dringendem klinischem Verdacht und unklarem Befund sollte gemäß Leitlinie zwingend eine MRT oder CT angeschlossen werden.
Die Leitlinie empfiehlt bei akuten osteoporotischen Wirbelkörperfrakturen mit neurologischen Defiziten eine zeitnahe operative Dekompression innerhalb der ersten 24 Stunden.
Es wird generell von einer prophylaktischen Augmentation der Anschlusssegmente abgeraten. Ausnahmen bilden laut Leitlinie lediglich Sandwich-Wirbelkörper, intraoperative Zementaustritte in die Bandscheibe oder persistierende kyphotische Deformitäten.
Die Leitlinie beschreibt HU als geeigneten Parameter zur Beurteilung der Knochenqualität. Bei deutlich erniedrigten Werten unter 120 HU sollte eine dezidierte Knochendichtemessung mittels DXA eingeleitet werden.
Eine generelle Empfehlung zur Orthesenbehandlung wird von der Leitlinie nicht ausgesprochen. Die Verordnung sollte nur nach individueller Prüfung erfolgen, um eine subjektive Schmerzlinderung zu erzielen.
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Quelle: DGOOC: Diagnostik und Therapie osteoporotischer Wirbelkörperfrakturen (DGOOC, 2025). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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