DGKJ2051Pädiatrie

Gesundheitskompetenz bei Kindern: DGKJ-Stellungnahme

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: DGKJ (2051)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) befasst sich mit der Förderung der Gesundheitskompetenz bei Kindern und Jugendlichen. Hintergrund ist ein Anhörungsverfahren im Thüringer Landtag zu diesem Thema.

Laut DGKJ weisen 58,8 Prozent der Gesamtbevölkerung in Deutschland eine geringe Gesundheitskompetenz auf. Besonders betroffen sind Menschen mit niedrigem Bildungsniveau, chronischen Erkrankungen, Migrationshintergrund sowie Personen ab 65 Jahren.

Da die Gesundheitskompetenz bereits im Erwachsenenalter oft gering ausgeprägt ist, geht die Fachgesellschaft davon aus, dass diese innerhalb der Familien nicht adäquat an die nächste Generation weitergegeben werden kann. Dies macht externe Bildungs- und Präventionsmaßnahmen erforderlich.

Empfehlungen

Die DGKJ formuliert in ihrer Stellungnahme folgende zentrale Positionen zur Verbesserung der Gesundheitskompetenz:

Strukturelle Prävention und Bildungseinrichtungen

Das Thema Gesundheit muss laut Stellungnahme in allen Betreuungs- und Bildungseinrichtungen systematisch aufgegriffen werden. Dies betrifft den gesamten Zeitraum von der Kindertagesstätte bis zur weiterführenden Schule.

Die Fachgesellschaft fordert konkret:

  • Die Einführung eines eigenen Schulfachs „Gesundheit“ als politisches Signal und zur gezielten Kompetenzvermittlung

  • Alternativ zumindest die feste Integration von Gesundheitsthemen in den regulären Unterricht

  • Die praktische Umsetzung der gelehrten Inhalte im realen Betreuungsumfeld, um eine wirkstarke Verhältnisprävention zu etablieren

Qualifikation und Aufklärung

Um die Vermittlung in Schulen und Kitas zu gewährleisten, wird eine entsprechende Qualifikation des Lehr- und Betreuungspersonals gefordert. Die DGKJ spricht sich dafür aus, Gesundheitsthemen verpflichtend in den Lehrplan der Lehramtsstudiengänge aufzunehmen.

Zudem wird betont, dass die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) gestärkt werden muss. Da deren Angebote jedoch primär Personen erreichen, die aktiv nach Informationen suchen, reichen diese reinen Maßnahmen der Verhaltensprävention laut DGKJ allein nicht aus.

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💡Praxis-Tipp

Die Stellungnahme verdeutlicht, dass bei der medizinischen Aufklärung von Kindern und Jugendlichen nicht von einer ausreichenden Gesundheitskompetenz der Eltern ausgegangen werden kann. Es wird hervorgehoben, dass eine proaktive und leicht verständliche Kommunikation im klinischen Alltag besonders bei Familien mit niedrigem Bildungsniveau oder chronischen Erkrankungen essenziell ist.

Häufig gestellte Fragen

Laut der in der Stellungnahme zitierten HLS-GER 2 Studie weisen 58,8 Prozent der Bevölkerung in Deutschland eine geringe Gesundheitskompetenz auf. Bei Menschen mit niedrigem Bildungsniveau liegt dieser Anteil sogar bei 78,3 Prozent.

Die DGKJ geht davon aus, dass aufgrund der geringen Gesundheitskompetenz im Erwachsenenalter eine adäquate Vermittlung an die Kinder innerhalb der Familie oft nicht möglich ist. Daher werden externe Bildungsangebote als zwingend notwendig erachtet.

Die Stellungnahme fordert, dass Gesundheitsthemen fest in den Unterricht integriert werden, idealerweise durch ein eigenes Schulfach „Gesundheit“. Zudem sollen die Einrichtungen Gesundheit nicht nur theoretisch lehren, sondern im Alltag aktiv vorleben.

Um Gesundheitsthemen kompetent vermitteln zu können, wird eine entsprechende Qualifikation des pädagogischen Personals gefordert. Die Stellungnahme spricht sich für die Aufnahme von Gesundheitsthemen in die Lehrpläne der Lehramtsstudiengänge aus.

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Quelle: DGKJ: Zur Anhörung zum Thema "Der Weg zum selbstbestimmten Patienten: Gesundheits- kompetenz bei Kindern und Jugendlichen stärken" (DGKJ, 2051). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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