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DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie)Kardiologie

ESC-Leitlinie Herzinsuffizienz 2023: Update (DGK)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie) Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • SGLT2-Inhibitoren (Dapagliflozin und Empagliflozin) erhalten eine Klasse-IA-Empfehlung für alle Formen der Herzinsuffizienz (HFrEF, HFmrEF, HFpEF).
  • Zur Prävention der Herzinsuffizienz bei Typ-2-Diabetes und chronischer Niereninsuffizienz werden SGLT2-Inhibitoren und Finerenon (Klasse IA) empfohlen.
  • Nach akuter Dekompensation soll die medikamentöse Therapie noch im Krankenhaus initiiert und ambulant rasch intensiviert werden (Klasse IB).
  • Intravenöse Eisentherapie wird bei symptomatischen Patienten mit HFrEF/HFmrEF und Eisenmangel empfohlen (Klasse IA). Orale Eisentherapie ist unwirksam.
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Hintergrund

Das Focused Update 2023 der ESC-Leitlinie zur Diagnose und Behandlung der akuten und chronischen Herzinsuffizienz integriert neue, praxisverändernde Studienergebnisse, die seit 2021 publiziert wurden. Der Kommentar der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) fasst die wichtigsten Neuerungen zusammen. Im Fokus stehen SGLT2-Inhibitoren, die Therapie nach Dekompensation sowie die Behandlung von Eisenmangel.

Chronische Herzinsuffizienz (HFmrEF und HFpEF)

Die wichtigste Neuerung betrifft den Einsatz von SGLT2-Inhibitoren. Basierend auf den Studien EMPEROR-Preserved und DELIVER werden diese nun über das gesamte Spektrum der Ejektionsfraktion hinweg empfohlen.

IndikationTherapieEmpfehlungsgradEvidenzgrad
HFmrEF (EF 41-49%)SGLT2-Inhibitor (Dapagliflozin oder Empagliflozin)IA
HFpEF (EF ≥ 50%)SGLT2-Inhibitor (Dapagliflozin oder Empagliflozin)IA

Zusätzlich bleiben bei HFmrEF und HFpEF die Klasse-I-Empfehlungen für Diuretika zur Behandlung einer Flüssigkeitsretention sowie zur Behandlung zugrunde liegender Ätiologien und Komorbiditäten bestehen.

Akute Herzinsuffizienz und Therapieintensivierung

Nach einer akuten Dekompensation ist eine rasche und vollständige Rekompensation essenziell. Die Leitlinie betont auf Basis der STRONG-HF-Studie die Wichtigkeit einer frühen Therapieinitiierung und engmaschigen Nachsorge.

  • Initiierung im Krankenhaus: Die evidenzbasierte medikamentöse Herzinsuffizienztherapie (inklusive SGLT2-Inhibitoren) sollte noch während des stationären Aufenthalts begonnen werden.
  • Ambulante Intensivierung: Eine intensivierte Strategie mit raschen Auftitrationen und häufigen Nachbehandlungsvisiten innerhalb der ersten 6 Wochen nach Entlassung wird empfohlen (Klasse I, Evidenzgrad B).
  • Ziel: Signifikante Reduktion des Risikos für Rehospitalisierung oder Tod.

Prävention bei Diabetes mellitus und Niereninsuffizienz

Für Patienten mit Typ-2-Diabetes mellitus und chronischer Nierenfunktionseinschränkung gibt es neue Empfehlungen zur Prävention einer Herzinsuffizienz.

WirkstoffIndikationZielEmpfehlungsgrad
SGLT2-Inhibitoren (Dapagliflozin/Empagliflozin)Typ-2-Diabetes + chronische NiereninsuffizienzReduktion von HF-Hospitalisierung oder kardiovaskulärem TodI (Evidenz A)
FinerenonTyp-2-Diabetes + chronische NiereninsuffizienzReduktion von HF-HospitalisierungI (Evidenz A)

Diagnostik und Therapie des Eisenmangels

Eisenmangel ist eine häufige, oft unterdiagnostizierte Komorbidität bei Herzinsuffizienz. Die Leitlinie positioniert sich klar zur Form der Eisensubstitution, da orale Eisentherapie nicht wirksam ist.

MaßnahmeIndikationZielEmpfehlungsgrad
Intravenöse EisentherapieSymptomatische HFrEF oder HFmrEF mit EisenmangelVerbesserung von Symptomen und LebensqualitätI (Evidenz A)
Ferricarboxymaltose / Ferriderisomaltose i.v.Symptomatische HFrEF oder HFmrEF mit EisenmangelReduktion von HF-HospitalisierungenIIa (Evidenz A)

Hinweis: Die Empfehlungen zur intravenösen Gabe gelten spezifisch für Ferricarboxymaltose und Ferriderisomaltose. Für andere Eisenpräparate liegen keine ausreichenden Belege für Wirksamkeit und Sicherheit vor.

💡Praxis-Tipp

Beginnen Sie die evidenzbasierte Herzinsuffizienztherapie (inkl. SGLT2-Inhibitoren) bereits im Krankenhaus nach einer Dekompensation und terminieren Sie engmaschige ambulante Kontrollen zur Auftitration innerhalb der ersten 6 Wochen. Nutzen Sie bei Eisenmangel ausschließlich intravenöse Präparate, da orale Eisentherapie bei Herzinsuffizienz wirkungslos ist.

Häufig gestellte Fragen

Dapagliflozin und Empagliflozin haben nun eine Klasse-IA-Empfehlung zur Reduktion von Hospitalisierungen und kardiovaskulärem Tod bei Patienten mit erhaltener Ejektionsfraktion (HFpEF).
Ausschließlich intravenös (bevorzugt mit Ferricarboxymaltose oder Ferriderisomaltose), da orale Eisenpräparate bei Herzinsuffizienz nicht wirksam sind.
Noch während des stationären Aufenthalts vor der Entlassung, gefolgt von einer raschen ambulanten Auftitration in den ersten 6 Wochen (Klasse-IB-Empfehlung).
SGLT2-Inhibitoren (Dapagliflozin/Empagliflozin) und der nichtsteroidale Mineralokortikoid-Rezeptorantagonist Finerenon haben hierfür jeweils eine Klasse-IA-Empfehlung.

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