Interventionelle Echokardiographie: Sachkunde (DGK)
📋Auf einen Blick
- •Die Sachkunde richtet sich an Ärzte mit TEE-Erfahrung auf Facharztniveau und praktischer Interventionserfahrung.
- •Das Curriculum ist in Modul A (Grundlagen, PFO/ASD, LAA, transseptale Punktion) und Modul B (komplexe Klappeneingriffe) unterteilt.
- •Eine klare, einheitliche Terminologie und kontinuierliche Kommunikation im Interventionsteam sind essenziell für den Prozedurerfolg.
- •Die 3D-Echokardiographie und das Verständnis gerätespezifischer Artefakte spielen eine zentrale Rolle bei der Device-Steuerung.
Hintergrund
Die interventionelle Therapie struktureller Herzerkrankungen hat sich rasant entwickelt. Da viele Prozeduren nur begleitend mittels Durchleuchtung gesteuert werden, hängt der Erfolg maßgeblich von der Qualität der echokardiographischen Steuerung ab. Das DGK-Positionspapier zur Sachkunde Interventionelle Echokardiographie zielt auf die Standardisierung und Qualitätssicherung dieser komplexen Eingriffe ab. Echokardiographisch gesteuerte Interventionen sind Teamaufgaben, die eine klare, einheitliche Terminologie und einen kontinuierlichen Informationsaustausch zwischen Bildgeber und Interventionalist erfordern.
Zielgruppe und Voraussetzungen
Die Sachkunde richtet sich an Ärzte mit fokussiertem Interesse an der interventionellen Echokardiographie. Folgende Voraussetzungen müssen erfüllt sein:
- Ausreichende echokardiographische Erfahrung, insbesondere in der transösophagealen Echokardiographie (TEE) auf fachärztlichem Standard.
- Praktische Erfahrung in mindestens einer der Prozeduren des angestrebten Moduls (oder zeitnaher Beginn der praktischen Durchführung).
- Bestätigung der Voraussetzungen durch den ärztlichen Leiter der Abteilung.
Struktur des Curriculums
Das Curriculum ist modular aufgebaut und umfasst theoretische sowie prozedurbezogene Unterrichtseinheiten (UE à 45 Minuten).
| Modul | Themenbereich | Umfang (UE) |
|---|---|---|
| A | Physikalische, technische, anatomische & echokardiographische Kompetenzen | 2,0 |
| A | PFO- und ASD-Verschluss | 1,0 |
| A | Transseptale Punktion | 0,5 |
| A | Mitralklappenvalvuloplastie | 0,5 |
| A | LAA-Verschluss | 1,0 |
| B | Kathetergestützte Edge-to-Edge-Therapie (Mitralklappe) | 3,0 |
| B | Kathetergestützte Edge-to-Edge-Therapie (Trikuspidalklappe) | 2,5 |
| B | Kathetergestützte Trikuspidalklappenanuloplastie | 0,5 |
| B | Valve-in-Ring, Valve-in-Valve, Valve-in-MAC | 1,0 |
| B | Verschluss paravalvulärer Leckagen (PVL) | 0,5 |
Kernkompetenzen
Die Sachkunde vermittelt spezifische Kompetenzen, die über die rein diagnostische Echokardiographie hinausgehen:
- Anatomie und Physiologie: Dreidimensionales Verständnis von Septum und AV-Klappen, Lageveränderungen bei Pathologien und hämodynamische Auswirkungen der Eingriffe.
- Echokardiographie: Beherrschung aller Modalitäten (inkl. 3D-Echokardiographie), individuelle Bildoptimierung und reproduzierbare Dokumentation unter standardisierten Bedingungen.
- Prozedursteuerung: Darstellung von interventionellen Manövern in Echtzeit, Erhalt der Kongruenz von 2D- und 3D-Bildebenen und korrekte Interpretation gerätespezifischer Artefakte.
Prozedurspezifische Anforderungen
Für jeden Eingriff definiert die Leitlinie detaillierte Anforderungen an das echokardiographische Monitoring.
| Eingriff | Wichtige echokardiographische Schritte |
|---|---|
| Transseptale Punktion | Definition der Septumanatomie, Ausschluss von Defekten, Monitoring der Nadel/Schleuse, Verifizierung des Tentings an der Fossa ovalis. |
| LAA-Verschluss | Vermessung des LAA (inkl. 3D), Ausschluss von Thromben, Steuerung der Okkluderplatzierung, Farbdoppler zur Leck-Detektion. |
| Mitral Edge-to-Edge | 3D-Bildgebung der Pathologie, Darstellung der Segelanatomie, Guiding des Greifvorgangs, Beurteilung der Restinsuffizienz. |
| Trikuspidal Edge-to-Edge | Nutzung von TTE und TEE (mittösophageal, tiefösophageal, transgastrisch), Visualisierung von Device und Zielregion. |
Bei allen Prozeduren ist das periprozedurale Monitoring von Komplikationen (z. B. Perikarderguss, Thromben, Device-Dislokation oder iatrogener Vorhofseptumdefekt) obligatorisch.
💡Praxis-Tipp
Etablieren Sie vor Eingriffsbeginn eine gemeinsame, klare Terminologie im Interventionsteam und erhalten Sie die Kongruenz von 2D- und 3D-Bildebenen, um die räumliche Orientierung bei der Device-Steuerung zu erleichtern.