Leitlinie Interventionelle Gefäßtherapie ITaG (DGK/DGA)
📋Auf einen Blick
- •Gemeinsames Curriculum von DGK und DGA zur Zusatzqualifikation 'Interventionelle Therapie der arteriellen Gefäßerkrankungen' (ITaG).
- •Modularer Aufbau für periphere Arterien, Viszeral-/Nierenarterien, Aorta, Karotiden und Dialyseshunts.
- •Voraussetzung ist der Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie oder Angiologie.
- •Strenge Vorgaben zu Mindestzahlen bei diagnostischen und interventionellen Eingriffen je nach Gefäßregion.
- •Die Qualifizierung erfordert mindestens 12 Monate in Vollzeit für das Gesamt-Zertifikat.
Hintergrund
Das gemeinsame Positionspapier der Deutschen Gesellschaft für Angiologie (DGA) und der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) definiert das Curriculum für die Zusatzqualifikation Interventionelle Therapie der arteriellen Gefäßerkrankungen (ITaG). Aufgrund der steigenden Inzidenz der arteriellen Verschlusskrankheit (AVK) und der wachsenden Komplexität endovaskulärer Eingriffe zielt die Leitlinie auf eine Vereinheitlichung der Qualitätsstandards ab.
Struktur der Zusatzqualifikation
Die Zusatzqualifikation richtet sich an Fachärzte für Innere Medizin und Kardiologie oder Angiologie. Sie kann als Gesamt-Zertifikat (Mindestdauer 12 Monate in Vollzeit, max. 36 Monate) oder in Form einzelner, selbstständiger Module erworben werden. Neben der praktischen Tätigkeit im Katheterlabor wird der Nachweis von jährlich 25 CME-Punkten im thematischen Schwerpunkt gefordert.
Modulspezifische Anforderungen
Für die einzelnen Gefäßregionen gelten spezifische Mindestzahlen und Qualifizierungszeiten. Diagnostische Angiographien können teilweise im Rahmen von Interventionen erbracht werden.
| Modul | Diagnostische Angiographien | Interventionen | Mindestdauer |
|---|---|---|---|
| Periphere & Beckenarterien | 100 (davon 50 eigenständig) | 50 (davon 25 eigenständig) | 6 Monate |
| Viszeral- & Nierenarterien | 25 (davon 10 eigenständig) | 10 eigenständig | 3 Monate |
| Aorta | - | 20 (je 5 thorakal/abdominell) | 3 Monate* |
| Extrakranielle hirnversorgende Gefäße | 50 (davon 25 selektiv) | 25 eigenständig | 3 Monate |
| Dialyseshunts | 25 (davon 15 eigenständig) | 15 eigenständig | 3 Monate |
*Voraussetzung für das Aorten-Modul ist die vorherige Absolvierung des Moduls für periphere Arterien und Beckenarterien.
Voraussetzungen für Ausbildungsstätten
Ausbildungsstätten müssen hohe personelle und apparative Anforderungen erfüllen:
- Mindestens zwei Fachärzte mit ITaG-Zusatzqualifikation und 5-jähriger Erfahrung in der katheterbasierten Therapie (3 Jahre bei modularem Fokus).
- Regelmäßige interne Fortbildungen und Konferenzen.
- Aorta: Zwingende interdisziplinäre Kooperation mit Gefäßchirurgie und Radiologie.
- Karotis: Hochauflösende DSA-Anlage, unverzügliche CT-Verfügbarkeit, hämodynamisches Monitoring und neurologische Begutachtung vor/nach der Intervention.
Strahlenschutz und Grundlagen
Zwingende Voraussetzung für die Teilnahme am Programm sind die Fachkunde im Strahlenschutz (mind. Rö3.5 Gefäßsystem) sowie der Spezialkurs Interventionsradiologie. Zudem werden profunde Kenntnisse in der allgemeinen Gefäßmedizin, der nichtinvasiven Diagnostik (insbesondere Duplexsonographie) und im Komplikationsmanagement vorausgesetzt.
💡Praxis-Tipp
Dokumentieren Sie alle Eingriffe von Beginn an detailliert im offiziellen Logbuch der DGK/DGA und lassen Sie diese zeitnah vom Ausbildungsleiter abzeichnen. Achten Sie zudem auf das Sammeln der geforderten 25 CME-Punkte pro Jahr im spezifischen Bereich.