Curriculum Kardiovaskuläre Intensivmedizin (DGK)
📋Auf einen Blick
- •Die Zusatzqualifikation richtet sich an Fachärzte für Innere Medizin und Kardiologie.
- •Voraussetzung ist die abgeschlossene Zusatzweiterbildung (Internistische) Intensivmedizin.
- •Die Qualifizierung dauert insgesamt 24 Monate und ist in drei Stufen unterteilt.
- •18 Monate der internistischen Intensivmedizin können auf die Qualifikationszeit angerechnet werden.
- •Zertifizierte Ausbildungsstätten müssen spezifische Kriterien wie mindestens 6 Beatmungsbetten und eine 24h-Bereitschaft für Interventionen erfüllen.
Hintergrund
Die kardiovaskuläre Intensiv- und Notfallmedizin erfordert durch neue komplexe Verfahren (z. B. kathetergestützte Klappentherapie, ECMO) und zunehmend multimorbide Patienten eine hochspezialisierte Expertise. Das von der DGK entwickelte Curriculum definiert einen Qualifizierungsprozess, der über die reguläre Facharztweiterbildung hinausgeht, um die Versorgungsqualität kritisch kranker kardiovaskulärer Patienten zu sichern.
Struktur der Qualifizierung
Die Zusatzqualifikation umfasst insgesamt 24 Monate und ist in drei Stufen gegliedert. Bis zu 18 Monate aus der Zusatzweiterbildung (Internistische) Intensivmedizin können angerechnet werden.
| Stufe | Ausbildungsphase | Inhalte und Kompetenzen |
|---|---|---|
| Stufe 1 | Facharztweiterbildung Kardiologie (6 Monate) | Basiskenntnisse, Zugänge legen, diagnostische Punktionen, hämodynamisches Monitoring. |
| Stufe 2 | Zusatzweiterbildung Intensivmedizin (18 Monate) | Allgemeine Intensivmedizin unter enger Supervision, Assistenz bei komplexen Maßnahmen (z. B. ECMO). |
| Stufe 3 | Kardiovaskuläre Intensivmedizin (6 Monate) | Selbstständige Tätigkeit, Spezialfähigkeiten (Notfallecho, Intensiv-TEE, Spezial-EKG), Rufdienstbereitschaft. |
Voraussetzungen für Kandidaten
Um die Zusatzqualifikation abzuschließen, müssen Kandidaten folgende Kriterien erfüllen:
- Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie.
- Abgeschlossene Zusatzweiterbildung (Internistische) Intensivmedizin.
- Nachweis von mindestens 50 CME-Punkten (25 pro Jahr) aus spezifischen Fortbildungen (z. B. DGK-Kurse, ACLS, ECMO-Kurse).
- Führen eines Logbuchs zur Dokumentation der Untersuchungen und Fallbesprechungen.
Anforderungen an die Ausbildungsstätte
Die Qualifizierung muss an einer von der DGK zertifizierten Stätte erfolgen. Diese muss folgende Kriterien erfüllen:
| Bereich | Anforderung |
|---|---|
| Leitung | Kardiologe mit Zusatzqualifikation K-IN. Mindestens 2 Supervisoren in Vollzeit. |
| Infrastruktur | Zertifizierte Chest Pain Unit (CPU) oder Heart Failure Unit (HFU). |
| Kapazität | Intensiv-/IMC-Station mit mind. 10 Betten (oder 1000 Patienten/Jahr) und mind. 6 Beatmungsbetten. |
| Verfügbarkeit | 24-Stunden-Dienst für Interventionelle Kardiologie. |
| Ausstattung | Nierenersatzverfahren, Herz-Kreislauf-Unterstützungssysteme, Rechtsherzkatheter. |
Geforderte Mindestzahlen
Für den erfolgreichen Abschluss müssen spezifische Fallzahlen nachgewiesen werden (Auszug):
| Maßnahme / Krankheitsbild | Mindestzahl |
|---|---|
| Echo für kardiovaskuläre Notfälle | 200 |
| Rhythmusstörungen (inkl. Brady-/Tachykardien, Synkope) | 200 |
| Hämodynamisches Monitoring (mind. 2 Verfahren) | 150 |
| Management Akutes Koronarsyndrom (ACS) | 100 |
| Akute Herzinsuffizienz (inkl. Rechtsherzversagen) | 100 |
| Behandlung kardiogener Schock | 50 |
| Hypertensive Notfälle | 30 |
| Reanimation / Post-Cardiac-Arrest-Syndrom | 30 |
Übergangsregelung
Für erfahrene Kardiologen gilt eine befristete Übergangsregelung (2 Jahre ab Publikation). Fachärzte, die in mindestens 2 der letzten 5 Jahre überwiegend in der kardiovaskulären Intensivmedizin tätig waren, die geforderten Mindestzahlen erfüllen und die internistische Intensivmedizin-Zusatzbezeichnung besitzen, können die Anerkennung auf Antrag ohne formales Programm erhalten.
💡Praxis-Tipp
Nutzen Sie die 18-monatige Weiterbildungszeit der internistischen Intensivmedizin strategisch, um die geforderten Mindestzahlen (z. B. 200 Notfallechos, 150 hämodynamische Monitorings) für die K-IN-Zusatzqualifikation parallel aufzubauen und im Logbuch zu dokumentieren.