DGK-Curriculum: Fachassistenz Interventionelle Kardiologie
📋Auf einen Blick
- •Die Weiterbildung richtet sich an medizinisches Assistenzpersonal wie Pflegekräfte, MFA und OTA.
- •Das Curriculum umfasst 200 Stunden, aufgeteilt in 152 Stunden Theorie und 48 Stunden Hospitation.
- •Die Theorie gliedert sich in 10 Module, von koronarer Herzkrankheit bis zu strukturellen Herzerkrankungen.
- •Für das DGK-Zertifikat sind 80 % Anwesenheit, vollständige Hospitationen sowie bestandene Prüfungen erforderlich.
Hintergrund
Die interventionelle Kardiologie hat sich in den letzten Jahren enorm weiterentwickelt. Komplexe diagnostische und therapeutische Verfahren erfordern ein hochqualifiziertes Behandlungsteam. Das DGK-Fortbildungscurriculum Kardiologische Fachassistenz für interventionelle Kardiologie baut auf dem Basiscurriculum auf und zielt darauf ab, die Handlungskompetenzen des nichtärztlichen Personals im Herzkatheterlabor deutlich zu stärken.
Zielgruppe und Voraussetzungen
Die Weiterbildung richtet sich an Personen mit einer abgeschlossenen medizinischen Fachausbildung. Vorzugsweise sollten bereits praktische Erfahrungen in der Kardiologie, idealerweise im Herzkatheterlabor, vorhanden sein.
Zugelassene Berufsgruppen sind unter anderem:
- Gesundheits- und Krankenpfleger
- Medizinische Fachangestellte (MFA)
- Zahnmedizinische Fachangestellte (ZFA)
- Operationstechnische (OTA) und Anästhesietechnische Assistenten (ATA)
- Medizinische Technologen für Funktionsdiagnostik
- Notfallsanitäter und Rettungsassistenten
- Physician Assistants (B.Sc.)
Struktur und Umfang der Weiterbildung
Das Curriculum umfasst insgesamt 200 Unterrichtseinheiten (UE) à 45 Minuten. Diese teilen sich auf in theoretischen Unterricht und praktische Hospitationen.
| Bereich | Umfang | Bemerkung |
|---|---|---|
| Theorie | 152 UE | Aufgeteilt in 10 Module (inkl. max. 10 UE Selbstlernzeit) |
| Praxis | 48 UE | Hospitationen in entsprechenden Fachbereichen |
Praktische Hospitationen
Die praktischen Lernzeiten müssen wie folgt absolviert werden:
- 5 Tage (à 8 Stunden): Im Herzkatheter- und Hybrid-OP der interventionellen Kardiologie
- 1 Tag (à 8 Stunden): Im Echokardiographielabor
Die 10 Module des Curriculums
Die theoretische Ausbildung ist modular aufgebaut und deckt das gesamte Spektrum der interventionellen Kardiologie ab:
| Modul | Thema | Umfang |
|---|---|---|
| 1 | Weiterbildungsstart und Handlungsfelder | 10 UE |
| 2 | Kommunikation und Arbeitsprozesse | 10 UE |
| 3 | Chronische Erkrankungen der Koronararterien (I) | 20 UE |
| 4 | Chronische Erkrankungen der Koronararterien (II) | 20 UE |
| 5 | Akutsituationen (z.B. STEMI, NSTEMI, Schock) | 20 UE |
| 6 | Risikofaktoren (inkl. 4 UE Zwischenprüfung) | 10 UE |
| 7 | Informationserhebung und Studien | 10 UE |
| 8 | Herzklappen- und strukturelle Herzerkrankungen | 20 UE |
| 9 | Weitere kardiologische Themenfelder (z.B. Herzinsuffizienz) | 20 UE |
| 10 | Gesundheitssystem (inkl. 2 UE Abschlussprüfung) | 12 UE |
Erworbene Handlungskompetenzen
Nach Abschluss der Weiterbildung sollen die Teilnehmenden unter anderem in der Lage sein:
- Steril und unsteril bei Eingriffen im Herzkatheterlabor zu assistieren
- Röntgenanlagen und Hämodynamik-Messplätze unter ärztlicher Weisung zu bedienen
- Eingriffe vor- und nachzubereiten sowie Patienten aufzuklären
- Reanimationsmaßnahmen und Basisnotfallmanagement sicher anzuwenden
- Eingriffe korrekt zu dokumentieren und nach ICD/OPS zu verschlüsseln
Zertifizierung durch die DGK
Um das unbefristet gültige Zertifikat "Kardiologische Fachassistenz für interventionelle Kardiologie" der DGK zu erhalten, müssen folgende Kriterien erfüllt sein:
- Nachweis der abgeschlossenen Berufsausbildung
- Teilnahme an mindestens 80 % der Theorie-Unterrichtseinheiten
- Vollständiger Nachweis aller Hospitationstage
- Erfolgreiches Bestehen der Zwischenprüfung (Fallbearbeitung/Präsentation) und der schriftlichen Abschlussprüfung (30-45 Minuten)
💡Praxis-Tipp
Stellen Sie sicher, dass interessierte Mitarbeiter bereits vor Beginn der Weiterbildung praktische Erfahrungen im Herzkatheterlabor gesammelt haben, um den maximalen Lernerfolg zu erzielen.