Simulationskurse Kardiologie: DGK-Manual
📋Auf einen Blick
- •Simulationskurse ergänzen die praktische Ausbildung zum Interventionellen Kardiologen.
- •Ein anerkannter Kurs muss mindestens 8 Stunden dauern und zu mindestens 50 % aus praktischem Training bestehen.
- •Das Betreuungsverhältnis liegt bei maximal 3 Kursteilnehmern pro Trainer an einem Arbeitsplatz.
- •Die Kurse sind in drei Level (Koronarangiographie, PCI-Einführung, PCI-Aufbaukurs) sowie Notfallmanagement unterteilt.
Hintergrund
In Deutschland werden jährlich ca. 900.000 diagnostische Linksherzkatheteruntersuchungen und 360.000 perkutane Koronarinterventionen (PCIs) durchgeführt. Um den Erwerb der notwendigen Expertise für diese Eingriffe zu erleichtern, hat die Arbeitsgruppe Interventionelle Kardiologie (AGIK) der DGK ein vierstufiges Curriculum erstellt.
Simulationskurse ergänzen das Training am Patienten sinnvoll und verbessern nachweislich die prozeduralen Fähigkeiten sowie das Komplikationsmanagement im Team. Erfüllen Kurse definierte Qualitätskriterien, kann die Schirmherrschaft der DGK/AGIK ("Curriculum-begleitender AGIK-Simulationskurs") beantragt werden.
Basisanforderungen an Simulationskurse
Ein anerkannter Kurs muss modular aufgebaut sein und mindestens 8 Stunden dauern.
Folgende Module sind empfehlenswert:
- Theoretische Grundlagen und Prozedurenablauf
- Praktische Materialschulung
- Praktisches Training an Simulatoren/Modellen (Hands-on, Teamtraining)
- Falldemonstration und -diskussion
- Lernerfolgskontrolle (Multiple-Choice, ggf. praktisch am Simulator)
Kernaussage: Das praktische Training (Simulations- und Modelltraining, Materialschulung, Hands-on) muss mindestens 50 % der gesamten Kursdauer ausmachen.
Ausstattung und Betreuungsschlüssel
Um einen hohen Trainingsstandard zu gewährleisten, gelten klare Vorgaben für das Equipment und das Trainer-Teilnehmer-Verhältnis.
| Bereich | Anforderung / Empfehlung |
|---|---|
| Trainingsmodelle | Pulsatile/nicht-pulsatile Modelle, Punktionsmodelle (A. femoralis/radialis), Bifurkationsmodelle, ggf. Tiermodelle |
| VR-Simulatoren | Einsatz von einem oder mehreren Virtual-Reality-Simulatoren wird empfohlen |
| Notfallkurse | VR-Simulator kombiniert mit Patientensimulator, Intensiv-Ausrüstung, Video-Debriefing |
| Trainer-Qualifikation | Zertifizierte interventionelle Kardiologen mit "Train-the-trainer"-Schulung |
Betreuungsschlüssel
| Trainingsart | Maximales Verhältnis (Trainer : Teilnehmer) | Bemerkung |
|---|---|---|
| Simulationstraining | 1 : 3 | An einem Arbeitsplatz (ggf. 2 benachbarte Arbeitsplätze pro Trainer) |
| Teamtraining (Notfall) | 1 : 8 | Der Aufgabenverteilung entsprechend angepasst |
Kurslevel im Curriculum
Die Kurse orientieren sich an den Ausbildungsstufen des Curriculums Interventionelle Kardiologie:
| Level | Kurstyp | Inhalte (Auszug) |
|---|---|---|
| Level 1 | Einführung in die Koronarangiographie | Koronaranatomie, Material, Strahlenschutz, Punktionstraining, Prozedurales Vorgehen |
| Level 2 | Einführung in die PCI | Interventionsplanung, Projektionen, Komplikationsmanagement, PCI-Techniken am Modell |
| Level 3 | PCI-Aufbaukurs / Strukturelle Herzerkrankungen | Spezielle Techniken (ACS, CTO, Bifurkation, TAVI), komplexe Prozeduren |
| Sonderkurs | Notfallmanagement im HKL | Teamtraining, CRM (Crew Resource Management), Stressmanagement, Fehlerkultur |
💡Praxis-Tipp
Achten Sie bei der Auswahl von Simulationskursen für Ihre Weiterbildung auf die AGIK-Schirmherrschaft, da diese die Einhaltung der DGK-Qualitätskriterien (z. B. mindestens 50 % Praxisanteil) garantiert.