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DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie)Kardiologie

Cardiac Arrest Zentren: Leitlinie (GRC/DGK)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie) Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Die Behandlung reanimierter Patienten erfordert eine extrem hohe spezifische Qualifikation und interdisziplinäre Kooperation in spezialisierten Cardiac Arrest Zentren (CAC).
  • Ein 24/7 verfügbares Cardiac Arrest Receiving Team (CART) aus mindestens 2 Ärzten und 2 Pflegekräften ist obligatorisch.
  • Herzkatheterlabor, Notfallsonographie, CT und Intensivkapazitäten mit Temperaturmanagement müssen rund um die Uhr verfügbar sein.
  • Detaillierte Standard Operating Procedures (SOPs) für alle Phasen der Postreanimationsbehandlung sind zwingend erforderlich.
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Hintergrund

Patienten nach einem außerklinischen Herz-Kreislaufstillstand sind häufig klinisch äußerst instabil und erleiden in der frühen Phase oft Komplikationen wie kardiogenen Schock, Nierenversagen oder Beatmungsprobleme. Die Prognose hängt maßgeblich davon ab, wie schnell und qualitativ hochwertig die Ursache behandelt wird. Der Deutsche Rat für Wiederbelebung (GRC) und die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) haben daher Qualitätskriterien für spezialisierte Cardiac Arrest Zentren (CAC) definiert.

Allgemeine Voraussetzungen

Für die Zertifizierung als Cardiac Arrest Zentrum müssen grundlegende strukturelle und organisatorische Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Erstellung einer Geschäftsordnung (Zusammensetzung und Leitung des Zentrums)
  • Vorhandensein der Fachdisziplinen: Interventionelle Kardiologie, Anästhesiologie, Neurologie, Intensiv-/Notfallmedizin, Unfallchirurgie (falls Traumapatienten aufgenommen werden)
  • Standardisierte Behandlungspfade für reanimierte Patienten unterschiedlicher Ursachen (z. B. ST-Hebungs-Infarkt, Trauma)
  • Standardisierte Protokollierung der zeitlichen Abläufe

Strukturqualität und 24/7-Bereitschaft

Eine lückenlose Versorgung muss rund um die Uhr (24/7) gewährleistet sein. Folgende Minimalanforderungen gelten:

BereichAnforderung / ZeitfensterBemerkung
Übernahmeeinrichtung24/7Schockraum, Reanimationsraum, Notaufnahmeraum einer Intensivstation oder Herzkatheterlabor
Herzkatheterlabor24/7 (30 min Reaktionszeit)Min. 4 erfahrene Interventionskardiologen; Direktübergabe bei STEMI muss möglich sein
Bildgebung24/7Notfallsonographie (Herz, Thorax, Abdomen), Röntgen, Ganzkörper-CT
Intensivstation24/7Inklusive Ausstattung für leitliniengerechtes Temperaturmanagement
Neurologie24/7 (30 min Reaktionszeit)In-House oder Kooperation (Telefonkontakt, Teleradiologie und Akutvisite innerhalb von 30 min)

Das Cardiac Arrest Receiving Team (CART)

Ziel ist es, Patienten nach erfolgreicher Reanimation unmittelbar standardisierten Abläufen zuzuführen. Das Zentrum muss ein definiertes Übernahmeteam vorhalten:

  • Ärztliches Personal: Mindestens 2 Ärzte (darunter möglichst ein Facharzt)
  • Pflegepersonal: Mindestens 2 Pflegekräfte aus den Bereichen Intensivmedizin/Notfallmedizin

Geforderte Prozessqualität (SOPs)

Zur Sicherstellung der Prozessqualität müssen interdisziplinär konsentierte Standard Operating Procedures (SOPs) für folgende Bereiche vorliegen:

SOP-KategorieGeforderte Inhalte
Präklinik & ÜbernahmeSchnittstellenkommunikation mit dem Rettungsdienst, Patientenübernahme durch das CART (auch bei laufender Reanimation)
Diagnostik & TherapieNotfalldiagnostik bei Aufnahme, Intensivtherapie einschließlich Temperaturmanagement
Prognose & EthikStrukturiertes Outcome-Assessment/Therapieabbruch (unabhängige fachneurologische Beurteilung), Angehörigengespräch, Organspende

Ergebnisqualität und Schulung

Der Behandlungsverlauf und das Outcome bis zur Entlassung müssen systematisch erfasst werden (z. B. über ein überregionales Register). Zudem ist ein regelmäßiger lokaler Qualitätszirkel (mindestens 1x/Jahr) zur Reanimationsversorgung vorgeschrieben.

Für die Mitarbeiter des Zentrums muss ein verbindliches Ausbildungskonzept vorliegen. Es wird gefordert, dass ärztliches und pflegerisches Personal in zertifizierten Kursen (ALS/ACLS für Ärzte, ILS für Pflegekräfte) geschult wird.

💡Praxis-Tipp

Stellen Sie sicher, dass bei reanimierten STEMI-Patienten die Direktübergabe durch den Rettungsdienst im Herzkatheterlabor überprüfbar dokumentiert wird, da dies ein zentrales Qualitätskriterium für das Audit darstellt.

Häufig gestellte Fragen

Das CART muss aus mindestens 2 Ärzten (darunter möglichst ein Facharzt) sowie aus 2 Pflegekräften aus den Bereichen Intensivmedizin oder Notfallmedizin bestehen.
Das Personal muss innerhalb von 30 Minuten nach Alarmierung im Katheterlabor präsent sein. Eine 24/7-Rufbereitschaft ist zwingend erforderlich.
Es muss eine Kooperationsvereinbarung bestehen, die 24/7 garantiert: Telefonkontakt innerhalb von 30 Minuten, teleradiologische Befundung innerhalb von 30 Minuten und bei komplexen Fällen eine Akutvisite am Bett innerhalb von 30 Minuten.
Pro Schicht sollte zumindest der diensthabende Arzt einen zertifizierten ALS-Kurs absolviert haben. Mindestens eine Person aus dem Assistenzteam sollte an einem zertifizierten ILS-Kurs teilgenommen haben. Zudem muss das Personal bezüglich des Temperaturmanagements geschult sein.

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