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DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie)Kardiologie

eCPR-Leitlinie: Extrakorporale Reanimation (DGK/DIVI)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie) Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Die eCPR ist ein Rettungsversuch für hochselektierte Patienten mit refraktärem Herz-Kreislauf-Stillstand und potenziell reversibler Ursache.
  • Wichtige Prognosefaktoren für ein gutes Outcome sind eine kurze No-Flow-Zeit (≤5 min) und eine Low-Flow-Zeit von ≤60 min.
  • Zielvorgaben sind ein Collapse-to-start-eCPR-Intervall von <60 Minuten und eine Door-to-ECLS-Zeit von <30 Minuten.
  • Ein routinemäßiger Einsatz der eCPR für alle Reanimationspatienten wird nicht empfohlen.
  • Eine neurologische Prognoseabschätzung darf frühestens 72 Stunden nach ROSC erfolgen.
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Hintergrund

Die extrakorporale kardiopulmonale Reanimation (eCPR) mittels venoarterieller extrakorporaler Membranoxygenierung (VA-ECMO / ECLS) dient als Rettungsversuch für ausgewählte Patienten mit refraktärem Herz-Kreislauf-Stillstand. Sie kommt vor allem bei potenziell reversiblen Ursachen (z. B. Myokardinfarkt, Lungenarterienembolie) zum Einsatz. Ein routinemäßiger Einsatz für alle Patienten wird nicht empfohlen, da die eCPR an strenge Selektionskriterien und zeitliche Vorgaben gebunden ist.

Indikationen und Patientenselektion

Die Entscheidung für oder gegen eine eCPR muss individuell im multiprofessionellen Team getroffen werden. Es existieren keine absoluten Einzelparameter, die isoliert als "No-go" gelten, sondern die Gesamtschau entscheidet.

Pro-Kriterien (Begünstigend)Kontra-Kriterien (Einschränkend)
Beobachteter Herz-Kreislauf-StillstandUnbeobachteter Herz-Kreislauf-Stillstand
Vermutete kardiale Genese (initial defibrillierbar)Alter >75 Jahre und Gebrechlichkeit ("frailty")
No-Flow-Zeit ≤5 minNo-Flow-Zeit ≥10 min
Low-Flow-Zeit ≤60 minZeichen schwerer irreversibler Hirnschädigung
Durchgehend hochwertige LaienreanimationInadäquate oder fehlende Laienreanimation
Reversible Ursache (4 H's und HITS)Komorbiditäten mit stark reduzierter Lebenserwartung
Prolongierte CPR (>20 min bei Asystolie, >120 min bei VF/VT)
Niedriger pH-Wert (<6,8) und hohes Laktat (>20 mmol/l)
Kontraindikation zur Vollantikoagulation
Ablehnung durch den Patienten (Patientenverfügung)

Behandlungspfade

  • Außerklinischer Kreislaufstillstand (OHCA): Ein direkter Transport ("Load and Go") unter mechanischer Reanimation in ein Cardiac-Arrest-Zentrum mit 24/7-Herzkatheterbereitschaft wird angestrebt.
  • Innerklinischer Kreislaufstillstand (IHCA): Die ECLS-Anlage sollte idealerweise direkt vor Ort (z. B. auf der Intensivstation) erfolgen, um Transportzeiten zu minimieren.

Organisatorische Voraussetzungen

Die lückenlose eCPR-Bereitschaft erfordert ein multiprofessionelles Team, bestehend aus Notfall-/Intensivmedizinern, dem ECLS-Implantationsteam (Kardiologie, Herzchirurgie, Anästhesie) sowie Kardiotechnikern oder speziell geschulten Fachpflegekräften.

ZielparameterZeitvorgabe
Collapse-to-start-eCPR< 60 Minuten
Door-to-ECLS-Implantation< 30 Minuten

Praktische Durchführung und Nachsorge

  • Kanülierung: Die Anlage via A. femoralis und V. femoralis sollte unter Durchleuchtung (im Herzkatheterlabor) oder unter Ultraschallkontrolle (im Schockraum) erfolgen.
  • Beinperfusion: Nach ECLS-Anlage sollte zwingend eine distal gerichtete Gefäßschleuse zur antegraden Beinperfusion angelegt werden, um Ischämien zu vermeiden.
  • Diagnostik: Eine niederschwellige Ganzkörper-CT wird empfohlen, um Ursachen des Kreislaufstillstands und ECLS-bedingte Komplikationen zu detektieren.
  • Temperaturmanagement: Ein leitliniengerechtes Temperaturmanagement (32–36 °C konstant über 24 h) ist durchzuführen.
  • LV-Entlastung: Bei fehlender Pulsatilität kann eine linksventrikuläre Mikroaxialpumpe (z. B. Impella) als "Venting" erwogen werden.
  • Prognostizierung: Die neurologische Prognoseabschätzung und Therapieentscheidung darf frühestens 72 Stunden nach ROSC erfolgen.

Qualitätsmanagement

Kliniken mit einem ECMO/ECLS-Programm sollten einen Caseload von mindestens 30 ECLS/ECMO-Anlagen (elektiv plus eCPR) pro Jahr vorweisen. Ein regelmäßiges, teamfokussiertes Training und die Etablierung von Standard Operating Procedures (SOPs) sind essenziell für die Patientensicherheit.

💡Praxis-Tipp

Achten Sie nach der ECLS-Anlage via A. femoralis zwingend auf die zeitnahe Anlage einer distal gerichteten Gefäßschleuse zur antegraden Beinperfusion, um kritische Extremitätenischämien zu verhindern.

Häufig gestellte Fragen

Bei selektierten Patienten mit refraktärem Herz-Kreislauf-Stillstand, kurzer No-Flow-Zeit (≤5 min) und einer potenziell reversiblen Ursache (z. B. Myokardinfarkt).
Das Alter allein ist keine absolute Kontraindikation. Ein Alter von >75 Jahren in Kombination mit Gebrechlichkeit ('frailty') spricht jedoch gegen die Durchführung einer eCPR.
Angestrebt wird eine 'Collapse-to-start-eCPR'-Zeit von unter 60 Minuten und eine 'Door-to-ECLS'-Zeit von unter 30 Minuten.
Die neurologische Prognoseabschätzung und eine darauf basierende Therapieentscheidung sollten frühestens 72 Stunden nach ROSC erfolgen.
Ein initialer pH-Wert <6,8 und ein Laktat >20 mmol/l gelten als ungünstige Prognosefaktoren. Sie sollten jedoch nie isoliert, sondern immer im klinischen Gesamtkontext bewertet werden.

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