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DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie)Kardiologie

Kardiale Sarkoidose: Leitlinie zu Diagnostik & Therapie

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie) Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Die kardiale Sarkoidose manifestiert sich häufig durch AV-Blöcke, ventrikuläre Arrhythmien oder eine Herzinsuffizienz.
  • Kardiale MRT und FDG-PET sind die bildgebenden Verfahren der Wahl zur Detektion von aktiver Inflammation und Fibrose.
  • Eine endomyokardiale Biopsie sollte idealerweise bildgesteuert erfolgen, um die Trefferquote zu erhöhen.
  • Die medikamentöse Basistherapie besteht aus Kortikosteroiden (initial 30-60 mg Prednison/Tag) für mindestens 24 Monate.
  • Aufgrund des hohen Risikos für einen plötzlichen Herztod ist die Indikation zur ICD-Implantation großzügig zu prüfen.
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Hintergrund

Die Sarkoidose ist eine inflammatorische, granulomatöse Systemerkrankung unklarer Ätiologie. Während meist Lunge und Lymphknoten betroffen sind, manifestiert sich eine kardiale Sarkoidose klinisch in weniger als 10 % der Fälle. Autoptisch zeigt sich jedoch eine kardiale Mitbeteiligung bei bis zu 30 % der Patienten. Die Erkrankung kann zu schweren Komplikationen wie Herzinsuffizienz und malignen Herzrhythmusstörungen führen.

Klinische Manifestation

Die kardiale Sarkoidose manifestiert sich typischerweise als dilatative Kardiomyopathie oder durch Rhythmusstörungen.

Klinische ManifestationPrävalenz in Studien
AV-Block26–62 %
Schenkelblock12–61 %
Ventrikuläre Tachykardie (VT)2–42 %
Herzinsuffizienz10–30 %
Plötzlicher Herztod12–65 %
Supraventrikuläre Tachykardie0–15 %

Diagnostik

Bei unklaren Rhythmusstörungen (v. a. bei Patienten <50 Jahre) oder neu aufgetretener Herzinsuffizienz bei bekannter Sarkoidose muss eine kardiale Beteiligung ausgeschlossen werden.

  • EKG / Langzeit-EKG: Häufig zeigen sich AV-Blöcke, intraventrikuläre Leitungsstörungen oder ventrikuläre Arrhythmien.
  • Echokardiographie: Unspezifische Befunde wie veränderte Septumdicke, Wandbewegungsstörungen oder diastolische/systolische Dysfunktion.
  • Kardiale MRT (CMR): Methode der Wahl zur Detektion von Ödemen/Inflammation (T2-Mapping) und Fibrosierung (Late Gadolinium Enhancement, LGE).
  • FDG-PET: Sensitives Verfahren zur Evaluation aktiv inflammatorischer Prozesse. Oft in Kombination mit Perfusionsszintigraphie oder als PET/MRT-Hybridbildgebung.
  • Endomyokardbiopsie (EMB): Dient der definitiven Diagnosesicherung. Sollte bildgesteuert (nach MRT/PET) erfolgen, um die Trefferquote bei inhomogenem Befall zu erhöhen.

Differenzialdiagnosen in der MRT

DifferenzialdiagnoseT2-Wichtung (Ödem)Late Gadolinium Enhancement (LGE)Cine-MRT
SarkoidoseMyokardiales ÖdemBasale Segmente, subepikardial (lateral), intramural (Septum), RV-Beteiligung möglichLV- und RV-EF normal bis hochgradig reduziert
MyokarditisMyokardiales ÖdemSubepikardial fleckig LV-Lateralwand, intramural Septum, RV-Beteiligung seltenLV- und RV-EF normal bis hochgradig reduziert
ARVCKein ÖdemRV-freie Wand, SeptumRV vergrößert, RV-EF reduziert

Therapie

Die Therapie ruht auf drei Säulen: Immunsuppression, Herzinsuffizienzmedikation und Device-Therapie.

Immunsuppressive Stufentherapie

StufeTherapieBemerkung
1KortikosteroideInitial 30–60 mg/Tag Prednison. Sukzessive Reduktion auf 10–15 mg Erhaltungsdosis. Gesamtdauer mind. 24 Monate.
2Methotrexat / AzathioprinBei Nichtansprechen auf Steroide nach 6 Monaten, Krankheitsprogression oder Steroidunverträglichkeit.
3Biologicals (Infliximab / Adalimumab)Im Einzelfall bei therapierefraktärer Inflammation (interdisziplinäre Entscheidung).

Device-Therapie und Rhythmuskontrolle

  • Schrittmacher: Indiziert bei komplettem AV-Block oder höhergradigen bradykarden Leitungsstörungen.
  • ICD-Therapie: Großzügige Indikationsstellung aufgrund des hohen Risikos für den plötzlichen Herztod. Indiziert bei sVT, AV-Block II° Mobitz/III°, LVEF <35 % oder ausgeprägtem LGE in der MRT.
  • Herzinsuffizienz: Standardisierte medikamentöse Therapie nach aktuellen Leitlinien.

💡Praxis-Tipp

Führen Sie vor einer geplanten endomyokardialen Biopsie stets eine kardiale MRT oder FDG-PET durch. Die bildgesteuerte Probenentnahme aus aktiven inflammatorischen Arealen erhöht die diagnostische Trefferquote signifikant.

Häufig gestellte Fragen

Bei Patienten unter 50 Jahren mit unklaren kardialen Symptomen, AV-Blöcken oder ventrikulären Arrhythmien sowie bei Patienten mit bekannter extrakardialer Sarkoidose und neu aufgetretener Herzinsuffizienz.
Die kardiale MRT (CMR) und die FDG-PET sind die Methoden der Wahl, um aktive Inflammation und myokardiale Vernarbungen (Fibrose) nachzuweisen.
Die Basistherapie besteht aus Kortikosteroiden (initial 30-60 mg Prednison/Tag). Die Dosis wird schrittweise auf eine Erhaltungsdosis reduziert, die Gesamtdauer sollte mindestens 24 Monate betragen.
Ein ICD sollte bei komplettem AV-Block, anhaltenden ventrikulären Tachykardien, einer LVEF <35 % oder bei ausgeprägtem Late Gadolinium Enhancement (LGE) im MRT erwogen werden.

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