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DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie)Kardiologie

Myokarditis & Perikarditis (IMPS): ESC-Leitlinie (DGK)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie) Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Einführung des Begriffs IMPS (Inflammatorisches Myokard- und Perikardsyndrom) als neuer Oberbegriff.
  • Die kardiale MRT (k-MRT) nimmt eine zentrale Rolle in der Diagnostik, Verlaufsbeurteilung und Risikostratifizierung ein.
  • Abkehr von der pauschalen Strategie beim Return to Sports hin zu personalisierten, bildgebungsgestützten Konzepten.
  • Einsatz von Anti-IL-1-Antikörpern als neue Therapieoption bei komplexer, rezidivierender Perikarditis.
  • Die Endomyokardbiopsie (EMB) bleibt bei unklaren oder hochriskanten Verläufen relevant.
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Hintergrund

Die neue ESC-Leitlinie (2025) führt erstmalig den Begriff des inflammatorischen Myokard- und Perikardsyndroms (IMPS) ein. Dieser dient als Oberbegriff für das gesamte Spektrum entzündlicher Herzmuskel- und Herzbeutelentzündungen, einschließlich Myokarditis, Perikarditis und Übergangsformen (Myoperikarditis, Perimyokarditis). Die Leitlinie betont die enge anatomische und klinische Überlappung dieser Erkrankungen.

Diagnostik des IMPS

Die Diagnosestellung erfolgt über einen multimodalen, nichtinvasiven Ansatz. Die kardiale Magnetresonanztomographie (k-MRT) wird als zentrales Werkzeug etabliert.

Diagnostik-BausteinStellenwert / Indikation
BasisdiagnostikKlinische Beurteilung, EKG, Biomarker, Echokardiographie
k-MRTZentrale Rolle für Diagnose, Krankheitsstadium, Therapieplanung und Risikostratifizierung
Endomyokardbiopsie (EMB)Relevant bei unklarem oder hochriskantem Verlauf zur histopathologischen Sicherung
Genetische AbklärungErwogen bei rezidivierendem IMPS (Suche nach autoinflammatorischer/familiärer Komponente)

Die zentrale Rolle der kardialen MRT (k-MRT)

Die k-MRT ermöglicht eine präzise Gewebecharakterisierung. Sie ist unverzichtbar, da sie strukturelle und entzündliche Veränderungen im Myokard detailliert sichtbar macht.

EntzündungsstadiumMRT-Befund / Nutzen
Aktive EntzündungNachweis von myokardialem Ödem und akuten strukturellen Veränderungen
Abgelaufene/Abgeheilte EntzündungDifferenzierung zu akuten Phasen, Nachweis von Myokardfibrose
VerlaufskontrolleKontrolluntersuchungen werden nach 6 und 12 Monaten empfohlen

Therapie und Management

Die Behandlung erfolgt anhand symptomorientierter Behandlungspfade (z. B. bei Brustschmerzen, Herzrhythmusstörungen oder Herzinsuffizienz).

Therapie-Stufe / BereichMaßnahmen und Optionen
BasistherapieBasismanagement der Herzinsuffizienz, antiphlogistische Behandlung
Erweiterte TherapieGezielte ursachenorientierte Behandlung bei genetischen/autosomalen Ursachen
GerätetherapieImplantierbarer Kardioverter-Defibrillator (ICD), tragbarer Defibrillator (WCD), mechanische Kreislaufunterstützung
Perikarditis (spezifisch)Anti-IL-1-Antikörper als neue Option bei komplexen, rezidivierenden Fällen

Return to Sports und Nachsorge

Die bisherige pauschale "One-fits-all"-Strategie für die Rückkehr zum Sport wurde abgelöst. Die Leitlinie empfiehlt nun eine personalisierte, multimodale Nachsorge. Die Dauer der Belastungseinschränkung wird individuell anhand des Krankheitsbildes, der Schwere und der bildgebenden Kontrolle (insbesondere k-MRT) festgelegt.

Warnzeichen (Red Flags) und Interdisziplinarität

Die frühzeitige Erkennung von "Red Flags" (Hinweise auf systemische Beteiligung oder komplizierte Verläufe) ist essenziell, um eine rasche Überweisung und intensivere Betreuung zu gewährleisten. Die optimale Patientenversorgung erfordert ein interdisziplinäres Team bestehend aus:

  • Kardiologie
  • Rheumatologie und Immunologie
  • Herzchirurgie
  • Bildgebung

💡Praxis-Tipp

Planen Sie bei Patienten mit IMPS standardmäßig k-MRT-Verlaufskontrollen nach 6 und 12 Monaten ein und nutzen Sie die Bildgebung zur individuellen Steuerung der Sportkarenz ('Return to Sports').

Häufig gestellte Fragen

IMPS steht für 'inflammatorisches Myokard- und Perikardsyndrom' und dient als neuer Oberbegriff für Myokarditis, Perikarditis und deren Übergangsformen.
Die EMB bleibt für ausgewählte Fälle relevant, insbesondere bei unklarem oder hochriskantem Krankheitsverlauf, um therapeutisch richtungsweisende histopathologische Erkenntnisse zu gewinnen.
Die Leitlinie hebt den Einsatz von Anti-IL-1-Antikörpern als vielversprechende neue Option bei komplexen, rezidivierenden Fällen hervor.
Im klinischen Verlauf werden Kontrolluntersuchungen mittels kardialer MRT nach 6 und 12 Monaten empfohlen.
Besonders bei wiederkehrendem (rezidivierendem) IMPS sollte eine genetische Abklärung erwogen werden, um eine mögliche autoinflammatorische oder familiäre Komponente zu identifizieren.

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