DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie)2015Kardiologie

Perikarderkrankungen: Diagnostik, Triage und Therapie

Diese Leitlinie stammt aus 2015 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie) (2015)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die DGK-Pocket-Leitlinie (2015) behandelt die Diagnostik und Therapie von Erkrankungen des Herzbeutels. Zu den wichtigsten perikardialen Syndromen gehören die akute und rezidivierende Perikarditis, der Perikarderguss, die Herzbeuteltamponade sowie die konstriktive Perikarditis.

Die Ätiologie wird grundlegend in infektiöse und nichtinfektiöse Ursachen unterteilt. In entwickelten Ländern sind virale Infektionen die häufigsten Auslöser, während weltweit und in Entwicklungsländern die Tuberkulose dominiert.

Nichtinfektiöse Ursachen umfassen unter anderem Autoimmunerkrankungen, Neoplasien, metabolische Störungen wie Urämie sowie traumatische und iatrogene Faktoren. Die Leitlinie betont die Wichtigkeit einer strukturierten Triage, um Hochrisikopatienten frühzeitig zu identifizieren.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie warnt davor, Kortikosteroide als Therapie der ersten Wahl bei akuter Perikarditis einzusetzen. Obwohl sie eine rasche Symptomkontrolle ermöglichen, begünstigen sie chronische Verläufe und Rezidive. Zudem wird betont, dass bei einem Wiederauftreten von Symptomen während des Ausschleichens einer Kortikoidtherapie die Steroiddosis nicht erhöht werden sollte, sondern die Symptomkontrolle durch eine Dosissteigerung von ASS oder NSAR erfolgen muss.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie wird die Diagnose gestellt, wenn mindestens zwei von vier Kriterien erfüllt sind: perikarditische Thoraxschmerzen, Perikardreiben, EKG-Veränderungen (ST-Hebung oder PR-Senkung) und ein neuer oder zunehmender Perikarderguss. Zur Basisdiagnostik werden EKG, Echokardiographie, Röntgen-Thorax und Labor (CRP, Troponin) empfohlen.

Die Leitlinie empfiehlt als Erstlinientherapie eine Kombination aus hochdosierter Acetylsalicylsäure (ASS) oder Ibuprofen zusammen mit Colchicin. Zusätzlich wird ein Magenschutz empfohlen.

Es wird empfohlen, auf körperliche Aktivität zu verzichten, bis die Symptome abgeklungen sind und sich CRP, EKG und Echokardiogramm normalisiert haben. Bei Leistungssportlern sollte das Sportverbot laut Leitlinie für mindestens drei Monate gelten.

Als Hauptindikatoren für eine ungünstige Prognose nennt die Leitlinie Fieber über 38°C, einen subakuten Krankheitsbeginn, einen großen Perikarderguss (über 20 mm), eine Herzbeuteltamponade sowie ein fehlendes Ansprechen auf NSAR nach einer Woche. Bei diesen Patienten wird eine stationäre Aufnahme empfohlen.

Die Leitlinie stuft ASS bei Kindern aufgrund des hohen Risikos für ein Reye-Syndrom und möglicher Hepatotoxizität als kontraindiziert ein. Stattdessen werden hochdosiertes Ibuprofen oder Indometacin empfohlen.

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Quelle: Pocket-Leitlinie: Perikarderkrankungen (Version 2015) (DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie), 2015). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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