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DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie)Kardiologie

EMAH-Versorgung: DGK-Leitlinie zu angeborenen Herzfehlern

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie) Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Mehr als 85 % der Patienten mit angeborenen Herzfehlern erreichen heute das Erwachsenenalter.
  • Es besteht eine kritische Versorgungslücke beim Übergang von der Kinder- in die Erwachsenenkardiologie.
  • Die Leitlinie fordert ein dreistufiges Versorgungsmodell: Basisversorgung, regionale Schwerpunktpraxen und überregionale Zentren.
  • Patienten mit komplexen Herzfehlern müssen zwingend von speziell zertifizierten EMAH-Kardiologen betreut werden.
  • Einfache, unkomplizierte Herzfehler können weiterhin von regulären Erwachsenenkardiologen behandelt werden.
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Hintergrund

Durch große medizinische Fortschritte erreichen heute mehr als 85 % der Patienten mit angeborenen Herzfehlern das Erwachsenenalter. In Deutschland leben schätzungsweise über 120.000 Erwachsene mit angeborenen Herzfehlern (EMAH), wobei die Zahl jährlich um etwa 5.000 steigt. Da eine vollständige Heilung oft nicht möglich ist, geraten viele Patienten beim Übergang in das Erwachsenenalter in eine Versorgungslücke zwischen Kinder- und Erwachsenenkardiologie.

Medizinische Zentralprobleme

Während erworbene Herzerkrankungen oft das linke Herz betreffen, fokussieren sich die Probleme bei EMAH häufig auf das rechte Herz und den Lungenkreislauf. Zu den häufigsten medizinischen Problemen zählen:

  • Herzinsuffizienz und Herzrhythmusstörungen
  • Plötzlicher Herztod
  • Infektiöse Endokarditis
  • Zusätzlich erworbene Herzerkrankungen
  • (Progrediente) obstruktive Lungengefäßerkrankungen
  • Neurologische, psychische und intellektuelle Einschränkungen

Dreistufiges Versorgungsmodell

Um eine flächendeckende und qualifizierte Betreuung zu gewährleisten, wird ein dreistufiges Versorgungssystem mit enger Verzahnung und Durchlässigkeit empfohlen:

VersorgungsstufeEinrichtungAufgaben und Merkmale
1. BasisversorgungHausärzte, Internisten, KinderärzteBasales Management, Überweisung bei spezifischen Problemen, OPs oder Schwangerschaft.
2. Regionale SchwerpunktversorgungEMAH-Schwerpunktpraxen und -klinikenFachärztliche Versorgung durch zertifizierte EMAH-Kardiologen. Betreuung komplexer Fehler.
3. Überregionale MaximalversorgungÜberregionale EMAH-ZentrenVersorgung seltener/komplexer Fehler, Erstdiagnosen im Erwachsenenalter, komplexe Interventionen und OPs.

Zuweisungskriterien nach Schweregrad

Die fachärztliche Betreuung richtet sich strikt nach Art und Schweregrad des Herzfehlers:

SchweregradBeispiele für HerzfehlerBetreuung durch
Einfache HerzfehlerKleiner VSD, leichtgradige Pulmonalstenose, unkomplizierter ASDReguläre Erwachsenenkardiologen (ohne spezielle EMAH-Qualifikation)
Komplexe HerzfehlerFallot-Tetralogie, Atresien, singulärer Ventrikel, Transpositionen, Ebstein-Anomalie, Eisenmenger-ReaktionSpeziell qualifizierte EMAH-Kardiologen in Schwerpunktpraxen oder Zentren

Anforderungen an überregionale EMAH-Zentren

Überregionale Zentren erfordern eine hochspezialisierte Infrastruktur und interdisziplinäre Zusammenarbeit:

BereichMindestanforderung
PersonalMind. 1 EMAH-Kardiologe, 1 Elektrophysiologe, 1 Kardiochirurg (für AHF), 1 Anästhesist (alle mit EMAH-Erfahrung)
DiagnostikEKG, Ergometrie, Spiroergometrie, Echo, MRT, CT, Szintigraphie
InterventionHerzkatheterlabor (biplan), Elektrophysiologielabor (biplan, Mapping), OP für Schrittmacher/ICD
KooperationenEnge Anbindung an Innere Medizin, Humangenetik, Gynäkologie/Geburtshilfe, Psychologie u.v.m.

Rehabilitation

Auch in Rehabilitationskliniken ist speziell ausgebildetes Personal erforderlich. Es wird als unabdingbar angesehen, dass in Reha-Einrichtungen, die EMAH behandeln, ein ausgebildeter EMAH-Kardiologe tätig ist oder eine ständige Kooperation mit einem regionalen oder überregionalen EMAH-Zentrum besteht.

💡Praxis-Tipp

Überweisen Sie EMAH-Patienten mit komplexen Herzfehlern (z. B. Fallot-Tetralogie, Transpositionen) oder bei Schwangerschaftsplanung stets an einen zertifizierten EMAH-Kardiologen oder ein EMAH-Zentrum.

Häufig gestellte Fragen

Patienten mit einfachen, unkomplizierten Herzfehlern (z. B. kleiner VSD oder leichtgradige Pulmonalstenose) können von regulären Erwachsenenkardiologen ohne spezielle EMAH-Qualifikation betreut werden.
Patienten mit seltenen und sehr komplexen Herzfehlern, zur Planung spezieller operativer/interventioneller Eingriffe sowie alle Patienten, bei denen ein angeborener Herzfehler erstmals im Erwachsenenalter diagnostiziert wird.
Zu den Hauptproblemen gehören Herzinsuffizienz, Herzrhythmusstörungen, infektiöse Endokarditis und obstruktive Lungengefäßerkrankungen, wobei oft das rechte Herz und der Lungenkreislauf betroffen sind.
Ja, Reha-Maßnahmen sollten nur in Einrichtungen durchgeführt werden, die über einen ausgebildeten EMAH-Kardiologen verfügen oder eng mit einem EMAH-Zentrum kooperieren.

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