Innere Medizin: Klug entscheiden Empfehlungen 2024
Hintergrund
Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) hat im April 2024 acht neue „Klug entscheiden“-Empfehlungen veröffentlicht. Diese adressieren gezielt Über- und Unterversorgung in der Inneren Medizin.
Die aktuellen Empfehlungen umfassen fünf Negativ- und drei Positivempfehlungen. Sie stammen aus den Schwerpunkten Gastroenterologie, Hämatologie und Onkologie, Infektiologie, Kardiologie sowie Nephrologie.
Die Auswahl der Themen basiert auf Wahrnehmungen aus dem Versorgungsalltag und orientiert sich an der verfügbaren Evidenz. Ziel ist es, bestehende Leitlinien der Schwerpunktgesellschaften punktuell zu verstärken oder zu ergänzen.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie warnt ausdrücklich davor, oberflächliche Abstriche von chronischen Wunden ohne klinische Infektionszeichen zu entnehmen oder deren Ergebnisse antibiotisch zu behandeln. Zudem wird betont, dass die Mehrzahl der anamnestisch angegebenen Penicillinallergien unbegründet ist. Es wird eine strukturierte Evaluierung (z.B. per PEN-FAST-Score) empfohlen, um den Einsatz von Zweitlinienantibiotika und daraus resultierende Resistenzen zu vermeiden.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt, ACE-Hemmer oder Angiotensin-Rezeptorblocker bei einem Absinken der eGFR auf unter 30 ml/min/1,73 m² in der Regel nicht abzusetzen. Auch bei einer Hyperkaliämie sollten zunächst andere Maßnahmen wie eine Diuretika-Optimierung ausgeschöpft werden.
Ein Abstrich wird nur bei klinischen Zeichen einer Infektion wie Schmerzen, Rötung, Überwärmung oder eitrigen Belägen empfohlen. Bei Verdacht auf eine Infektion rät die Leitlinie zu Gewebeproben aus tieferen Schichten anstelle von oberflächlichen Abstrichen.
Da nur etwa 1 % der Bevölkerung eine echte Allergie aufweist, wird eine eingehende Evaluierung vor der Antibiotikagabe empfohlen. Hierfür kann laut Leitlinie ein validiertes Instrument wie der PEN-FAST-Score genutzt werden.
Bei neu diagnostiziertem Vorhofflimmern (unter 12 Monaten) und einem CHA2DS2-VASc-Score von mindestens 2 wird eine antiarrhythmische Therapie empfohlen. Dies soll das kardiovaskuläre Outcome signifikant verbessern.
Die Leitlinie empfiehlt bei einer Adipositas-assoziierten Fettleber eine Gewichtsreduktion von mindestens 5 %. Ab einer Reduktion von 10 % kann laut Studien sogar eine vollständige Rückbildung der Steatohepatitis (MASH) erreicht werden.
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Quelle: DGIM Klug entscheiden: Apil 2024. Acht neue Empfehlungen aus den Schwerpunkten Gastroenterologie, Hämatologie/Onkologie, Infektiologie, Kardiologie und Nephrologie. (DGIM, 2024). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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