DGIMS2e2025Innere Medizin

Polymyalgia rheumatica (PMR): DGIM S2e-Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: DGIM (2025)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Polymyalgia rheumatica (PMR) ist nach der rheumatoiden Arthritis die zweithäufigste entzündlich-rheumatische Erkrankung im höheren Lebensalter. Sie tritt fast ausschließlich bei Personen ab dem 50. Lebensjahr auf, wobei Frauen etwa dreimal häufiger betroffen sind als Männer.

Laut der S2e-Leitlinie der DGIM wird die PMR als Teil eines Krankheitsspektrums gemeinsam mit der Riesenzellarteriitis (RZA) betrachtet. Etwa 20 Prozent der Erkrankten mit PMR weisen auch eine RZA auf, während rund die Hälfte der RZA-Fälle Symptome einer PMR zeigt.

Charakteristisch für die Erkrankung sind neu aufgetretene, entzündliche Schmerzen im Schulter- und Beckengürtelbereich sowie eine ausgeprägte Morgensteifigkeit. Begleitend können Allgemeinsymptome wie Fieber, Abgeschlagenheit, Nachtschweiß und Gewichtsverlust auftreten.

Empfehlungen

Diagnostik

Die Diagnose der PMR basiert auf der klinischen Symptomatik und dem Nachweis erhöhter Entzündungsparameter. Eine Erkrankung mit normaler Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG) und negativem C-reaktiven Protein (CRP) liegt in weniger als drei Prozent der Fälle vor.

Da kein spezifischer Test existiert, handelt es sich um eine Ausschlussdiagnose. Vor Therapiebeginn wird eine individuelle Auswahl an Labor- und apparativen Untersuchungen empfohlen, um Differenzialdiagnosen auszuschließen.

Die Leitlinie listet folgende mögliche Basisuntersuchungen auf, die je nach klinischem Bild ausgewählt werden sollten:

  • Labor: Rheumafaktor, anti-CCP, CRP, BSG, Blutbild, Leber- und Nierenwerte, TSH, CK

  • Bildgebung: Röntgen-Thorax, Abdomen- und Arthrosonographie

  • Bei Vaskulitis-Verdacht: PET-CT, MRT oder CT

Therapie

Glukokortikoide stellen die Therapie der ersten Wahl dar und sollen unmittelbar nach Diagnosestellung begonnen werden. Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) sind deutlich weniger wirksam und werden nicht als Primärtherapie empfohlen.

Ein klinisches Therapieansprechen auf Glukokortikoide ist meist innerhalb von 24 bis 48 Stunden zu beobachten. Die Dosis soll im Verlauf kontinuierlich und individuell reduziert werden.

Für rezidivierende Verläufe oder bei hohem Risiko für Glukokortikoid-Nebenwirkungen empfiehlt die Leitlinie den Einsatz von Interleukin-6-Rezeptor-Antagonisten (Sarilumab). Alternativ können Methotrexat oder Rituximab erwogen werden, wobei hierfür eine schwächere Studienlage vorliegt.

Monitoring und Therapiedauer

Die Reduktion der Glukokortikoide erfordert ein regelmäßiges Monitoring der Krankheitsaktivität, der Laborparameter und möglicher Nebenwirkungen.

Hinsichtlich der Therapiedauer formuliert die Leitlinie folgende Expertenempfehlungen:

  • Höchstens 1 Jahr bei Glukokortikoid-Monotherapie

  • Höchstens 16 Wochen bei begleitender Biologika-Therapie

  • Verkürzung auf 6 bis 8 Monate bei Begleittherapie mit Methotrexat

Dosierung

Die Leitlinie gibt konkrete Vorgaben für die initiale Dosierung von Glukokortikoiden bei der Polymyalgia rheumatica. Die Einnahme soll oral als morgendliche Einzeldosis erfolgen.

MedikamentInitiale TagesdosisHinweise
Prednison-Äquivalent15 bis 25 mgOrale, morgendliche Einzeldosis
Prednison-Äquivalent (Fehldosierungen)≤ 7,5 mg oder > 30 mgSollen laut Leitlinie nicht angewandt werden

Kontraindikationen

Bei der Therapie mit Interleukin-6-Rezeptor-Antagonisten (Sarilumab) nennt die Leitlinie eine spezifische Kontraindikation. Bei stattgehabten Divertikulitiden sollte diese Substanzklasse nicht zum Einsatz kommen.

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💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie betont, dass bei der Diagnostik nicht zwingend alle verfügbaren Labor- und Bildgebungstests bei jeder betroffenen Person durchgeführt werden müssen. Vielmehr wird eine gezielte, individuelle Auswahl der Untersuchungen empfohlen, um Differenzialdiagnosen effizient auszuschließen. Zudem wird darauf hingewiesen, dass NSAR zur Primärtherapie ungeeignet sind.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie empfiehlt eine initiale Dosis von 15 bis 25 mg Prednison-Äquivalent pro Tag. Dosen von 7,5 mg oder weniger sowie über 30 mg sollen nicht angewendet werden.

Bei einer Monotherapie wird eine maximale Dauer von einem Jahr angestrebt. Erfolgt eine Begleittherapie mit Biologika oder Methotrexat, rät die Leitlinie zu einer Verkürzung auf 16 Wochen beziehungsweise 6 bis 8 Monate.

Der Einsatz von Sarilumab wird bei rezidivierenden Verläufen empfohlen. Zudem kann die Gabe bei neu aufgetretener Erkrankung erwogen werden, wenn ein hohes Risiko für Glukokortikoid-induzierte Nebenwirkungen besteht.

Nichtsteroidale Antirheumatika sind bei der Polymyalgia rheumatica deutlich weniger wirksam als Glukokortikoide. Laut Leitlinie sollten sie daher nicht primär zur Behandlung eingesetzt werden.

Ein klinisches Therapieansprechen auf die initiale Glukokortikoid-Gabe ist in der Regel sehr schnell zu beobachten. Die Leitlinie gibt hierfür einen Zeitraum von 24 bis 48 Stunden an.

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Quelle: DGIM Keyfacts: S2e-Leitlinie zur Polymyalgia rheumatica (DGIM, 2025). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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