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Polymyalgia rheumatica: Leitlinie (AWMF/DGRh)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf AWMF Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Glukokortikoide (15–25 mg Prednison-Äquivalent/Tag) sind die Therapie der ersten Wahl.
  • Initialdosen von ≤ 7,5 mg/d oder > 30 mg/d sollen nicht angewendet werden.
  • Die Glukokortikoid-Dosis soll kontinuierlich reduziert werden (Ziel: Monotherapie max. 1 Jahr).
  • IL-6-Rezeptor-Blocker werden bei rezidivierendem Verlauf oder hohem Risiko für Glukokortikoid-Nebenwirkungen empfohlen.
  • Methotrexat oder Rituximab können als alternative Glukokortikoid-sparende Therapien erwogen werden.
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Hintergrund

Die Polymyalgia rheumatica (PMR) ist nach der Rheumatoiden Arthritis die zweithäufigste entzündlich-rheumatische Erkrankung im höheren Lebensalter. Das Behandlungsziel ist das Erreichen und Erhalten einer Remission (Fehlen klinischer Symptome und Normalisierung der systemischen Entzündungszeichen).

Diagnostik und Zuweisung

Jeder Patient mit Verdacht auf PMR sollte schnellstmöglich zur Diagnosesicherung und Risikostratifizierung an einen Rheumatologen überwiesen werden. Die Weiterbehandlung unter einer unkomplizierten Glukokortikoid-Monotherapie kann durch den Hausarzt erfolgen. Vor Therapiebeginn müssen PMR-ähnliche Erkrankungen ausgeschlossen werden.

UntersuchungsgruppeEmpfohlene Parameter (individuelle Auswahl)
LaborCRP, BSG, Blutbild, Rheumafaktor, anti-CCP, Leberwerte, Kreatinin, TSH, CK, Urin-Status
Apparative DiagnostikRöntgen-Thorax, Abdomen-Sonographie, Arthrosonographie, Gefäßultraschall

Glukokortikoid-Therapie

Glukokortikoide (GC) sind die Therapie der ersten Wahl und sollen unmittelbar nach Diagnosestellung als morgendliche Einzeldosis begonnen werden.

TherapiephaseDosierung / DauerWichtige Hinweise
Initialdosis15 – 25 mg/d (Prednison-Äquivalent)Keine Dosen ≤ 7,5 mg/d oder > 30 mg/d anwenden.
DosisreduktionAuf 10 mg/d innerhalb von 4–8 WochenDanach Reduktion um ca. 1 mg alle 4 Wochen.
RezidivErhöhung auf Prä-Rezidiv-DosisDanach schrittweise Reduktion (4–8 Wochen) auf die Dosis bei Rezidiv-Eintritt.

Empfohlene Therapiedauer der Glukokortikoide

  • GC-Monotherapie: höchstens 1 Jahr
  • Mit begleitender Biologika-Therapie: höchstens 16 Wochen
  • Mit begleitender Methotrexat-Therapie: 6 – 8 Monate

Glukokortikoid-sparende und Biologika-Therapie

Um Glukokortikoide einzusparen, stehen verschiedene eskalierende Therapieoptionen zur Verfügung.

WirkstoffklasseIndikationEvidenz & Bemerkung
IL-6-Rezeptor-Blocker (z. B. Tocilizumab, Sarilumab)Sollte bei rezidivierendem Verlauf angewandt werden. Kann bei hohem Risiko für GC-Nebenwirkungen erwogen werden.Starker GC-sparender Effekt. Achtung: Aktuell Off-Label-Use bei isolierter PMR.
Methotrexat (MTX)Alternative zu IL-6-Blockern.Moderater GC-sparender Effekt.
RituximabAlternative zu IL-6-Blockern.Wirksamkeit in Studien gezeigt, weitere Daten ausstehend.

Monitoring und Verlaufskontrolle

Die Überprüfung des Behandlungsziels und der Therapie sollte in risikoadaptierten Intervallen erfolgen:

  • Bis zum Erreichen der Remission: alle 1 – 4 Wochen
  • Bei stabiler Remission: alle 3 – 6 Monate
  • Nach erfolgreichem Absetzen: nach individueller Entscheidung

Nicht-medikamentöse Therapie

Insbesondere älteren und/oder gebrechlichen Patienten sollte zusätzlich zur medikamentösen Therapie ein individualisiertes Übungsprogramm (Physiotherapie) angeboten werden, um Muskelmasse zu erhalten und das Sturzrisiko unter Glukokortikoiden zu minimieren.

💡Praxis-Tipp

Beantragen Sie bei der Verordnung von IL-6-Rezeptor-Blockern (Tocilizumab, Sarilumab) vorab die Kostenübernahme, da diese für die isolierte PMR aktuell im Off-Label-Use eingesetzt werden.

Häufig gestellte Fragen

Die Initialdosis sollte zwischen 15 und 25 mg Prednison-Äquivalent pro Tag liegen. Dosen von ≤ 7,5 mg/d oder > 30 mg/d sollen nicht angewandt werden.
Die Dosis sollte innerhalb von 4–8 Wochen auf 10 mg/d reduziert werden. Danach wird eine Reduktion um etwa 1 mg alle 4 Wochen bis zum Absetzen empfohlen.
Sie sollten bei rezidivierendem Verlauf eingesetzt werden und können bei neu aufgetretener Erkrankung mit hohem Risiko für Glukokortikoid-Nebenwirkungen erwogen werden.
Als Monotherapie höchstens 1 Jahr, mit begleitender Biologika-Therapie höchstens 16 Wochen und mit Methotrexat 6–8 Monate.

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