Delir und Entzugsdelir: Diagnostik und Therapie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AWMF|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Das Delir ist eine potenziell lebensbedrohliche Erkrankung mit einer Letalität von über 30 Prozent, deren Inzidenz mit zunehmendem Lebensalter ansteigt. Die AWMF-S1-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) betont die Notwendigkeit einer umgehenden Diagnostik und Therapie, um sekundäre kognitive Langzeitschäden zu vermeiden.

Klinisch ist das Delir durch eine akut und fluktuierend auftretende Verwirrtheit, Aufmerksamkeitsstörungen sowie eine zugrunde liegende organische Genese definiert. Es wird zwischen einem hyperaktiven, einem hypoaktiven und einem gemischten Delir unterschieden, wobei das hypoaktive Delir eine deutlich höhere Mortalität aufweist.

Das Alkoholentzugsdelir stellt eine eigenständige Entität dar und ist als potenziell lebensbedrohliche akute Folge des chronischen Alkoholismus mit psychotischer und neurovegetativer Symptomatik definiert. Aufgrund der abweichenden Pathophysiologie unterscheiden sich auch die therapeutischen Prinzipien grundlegend von denen anderer Delirformen.

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💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie warnt davor, ein hypoaktives Delir zu übersehen, da dieses eine deutlich höhere Mortalität aufweist als die hyperaktive Form. Zudem wird nachdrücklich empfohlen, bei jedem Patienten mit Sucht- oder Malnutritionsanamnese vor der Gabe glukosehaltiger Infusionslösungen zwingend Thiamin (Vitamin B1) zu verabreichen, um die Manifestation einer Wernicke-Enzephalopathie zu verhindern.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie sind Melperon und Pipamperon die Mittel der ersten Wahl zur Behandlung der psychomotorischen Unruhe. Benzodiazepine sollten in dieser Patientengruppe aufgrund der Sturzgefahr und möglicher paradoxer Reaktionen vermieden werden.

Es wird eine orale Kombinationstherapie mit einer GABA-ergen Substanz wie Clomethiazol oder einem Benzodiazepin empfohlen. Bei schweren, lebensbedrohlichen Verläufen ist eine intravenöse Kombinationstherapie auf der Intensivstation indiziert.

Die Leitlinie empfiehlt ein CCT bei unerklärten fokal-neurologischen Zeichen, nach einem Trauma sowie bei Patienten unter gerinnungshemmender Therapie oder Immunsuppression. Eine routinemäßige Bildgebung ohne diese Risikofaktoren wird zur Vermeidung von Überdiagnostik nicht empfohlen.

Haloperidol sollte laut Leitlinie nur mit großer Zurückhaltung und primär bei inhaltlichen Denkstörungen wie Halluzinationen eingesetzt werden. Die intravenöse Gabe ist kontraindiziert und erfordert bei Off-Label-Anwendung ein strenges EKG-Monitoring.

Bei Vorliegen von Risikofaktoren wie Alkoholismus oder Malnutrition darf der Natriumspiegel um maximal 6 mmol pro 24 Stunden angehoben werden. Ein zu schneller Ausgleich erhöht das Risiko für ein osmotisches Demyelinisierungssyndrom.

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Quelle: Delir und Verwirrtheitszustände inklusive Alkoholentzugsdelir (AWMF). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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