Lipidtherapie bei Diabetes: DDG Praxisempfehlung

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: DDG (2025)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die DDG-Praxisempfehlung 2025 behandelt die Lipidtherapie bei Menschen mit Diabetes mellitus. Da diese Personengruppe ein deutlich erhöhtes kardiovaskuläres Risiko aufweist, stellt die zielwertorientierte Lipidsenkung einen integralen Bestandteil der Behandlung dar.

Im Zentrum der Prävention steht die Absenkung des LDL-Cholesterins sowie des Non-HDL-Cholesterins. Die Leitlinie betont die Notwendigkeit einer individuellen Risikostratifizierung, um die Intensität der lipidsenkenden Therapie festzulegen.

Empfehlungen

Risikostratifizierung und Diagnostik

Zur Abschätzung des kardiovaskulären Gesamtrisikos bei Typ-2-Diabetes ohne arteriosklerotische Gefäßerkrankung oder schwere Endorganschäden wird der SCORE2-Diabetes empfohlen. Als Basisdiagnostik wird die Bestimmung folgender Parameter empfohlen:

  • Gesamtcholesterin, LDL-Cholesterin, HDL-Cholesterin und Triglyzeride

  • Berechnung des Non-HDL-Cholesterins

  • Einmalige Bestimmung von Lipoprotein(a)

Eine Nüchternblutentnahme ist laut Leitlinie nur erforderlich, wenn das LDL-Cholesterin rechnerisch über die Friedewald-Formel ermittelt wird.

Zielwerte nach Risikokategorien

Die Leitlinie definiert spezifische Zielwerte basierend auf dem kardiovaskulären Risiko.

RisikogruppeDefinitionLDL-Cholesterin-ZielNon-HDL-Cholesterin-Ziel
Sehr hohes RisikoNachgewiesene Atherosklerose, Endorganschaden, Typ-1-Diabetes >20 Jahre oder SCORE2-Diabetes ≥ 20%< 55 mg/dl und ≥ 50% Absenkung< 85 mg/dl
Hohes RisikoSCORE2-Diabetes 10 bis < 20%< 70 mg/dl und ≥ 50% Absenkung< 100 mg/dl
Moderates RisikoTyp-1-Diabetes < 35 Jahre, SCORE2-Diabetes 5 bis < 10%< 100 mg/dl< 130 mg/dl

Therapiestrategie zur LDL-Senkung

Als Therapie der Wahl werden Statine eingesetzt. Bei Nichterreichen der Zielwerte wird folgendes Stufenschema empfohlen:

  • Kombination von Statin und Ezetimib (bei sehr hohem Risiko und deutlicher Distanz zum Zielwert auch primär)

  • Eskalation mit Bempedoinsäure

  • Kombination mit PCSK9-Inhibitoren oder Inclisiran bei weiterer Progression

  • Lipoprotein-Apherese als Ultima Ratio nach Ausschöpfen aller Optionen

Management der Hypertriglyzeridämie

Bei erhöhten Triglyzeriden stehen Lebensstilmaßnahmen und die Blutzuckereinstellung im Vordergrund.

  • Der Einsatz von Fibraten zur weiteren Absenkung ist eine individuelle Entscheidung, da in Kombination mit Statinen kein kardiovaskulärer Nutzen belegt ist.

  • Bei Triglyzeridwerten über 1000 mg/dl ist das Risiko für eine akute Pankreatitis deutlich erhöht.

  • Zur Senkung schwerer Hypertriglyzeridämien können Fibrate und/oder hochdosierte Omega-3-Fettsäuren eingesetzt werden.

Dosierung

WirkstoffDosierungIndikation / Anmerkung
Atorvastatin40–80 mg/TagHohe Dosis bei Atheroskleroseerkrankung (gemäß ADA-Referenz)
Rosuvastatin20–40 mg/TagHohe Dosis bei Atheroskleroseerkrankung (gemäß ADA-Referenz)
Omega-3-Fettsäuren2–4 g/TagHöher dosierte Gabe zur Triglyzeridsenkung (keine Risikoreduktion belegt)

Kontraindikationen

Die Leitlinie warnt vor einer erhöhten Myopathiegefahr bei der Kombination von Statinen mit Fibraten. Dies betrifft insbesondere die Kombination mit Gemfibrozil, während bei Fenofibrat keine erhöhte Myopathiehäufigkeit beobachtet wird.

Bei einer Rhabdomyolyse unter einem Statin wird ein sehr zurückhaltender Einsatz eines zweiten Statins angemahnt.

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💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie weist darauf hin, dass eine Statinintoleranz erst diagnostiziert werden sollte, nachdem mindestens zwei verschiedene Statine (davon eines in niedriger Dosierung) eingesetzt wurden. Bei vielen Betroffenen ist es möglich, eine niedrige Statindosis in Kombination mit Ezetimib erfolgreich anzuwenden.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie kann die Blutentnahme im nicht-nüchternen Zustand erfolgen, sofern das LDL-Cholesterin direkt bestimmt wird und keine Hypertriglyzeridämie vorliegt. Wird das LDL-Cholesterin jedoch über die Friedewald-Formel berechnet, ist eine Nüchternheit erforderlich.

Es wird der SCORE2-Diabetes zur Abschätzung des kardiovaskulären Gesamtrisikos empfohlen. Dies gilt für Personen mit Typ-2-Diabetes ohne bereits bestehende arteriosklerotische Gefäßerkrankungen oder schwere Endorganschäden.

Die Praxisempfehlung definiert für diese Risikogruppe einen LDL-Cholesterin-Zielwert von unter 55 mg/dl (1,4 mmol/l). Zusätzlich wird eine Absenkung um mindestens 50 Prozent vom Ausgangswert angestrebt.

Gemäß der Leitlinie ist das Risiko für eine akute Pankreatitis bei Triglyzeridwerten über 1000 mg/dl (ca. 11 mmol/l) deutlich erhöht. In diesen Fällen stehen Lebensstilmaßnahmen und eine strenge Blutzuckereinstellung im Vordergrund.

Es wird empfohlen, zunächst ein anderes Statin in niedriger Dosierung, oft in Kombination mit Ezetimib, zu versuchen. Als weitere medikamentöse Alternativen nennt die Leitlinie Bempedoinsäure sowie PCSK9-Inhibitoren.

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Quelle: DDG: PE_Lipdidtherapie bei Patienten mit Diabetes pdf (DDG, 2025). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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